Google-Mutterkonzern Alphabet hat in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC offengelegt, dass er SpaceX-Aktien im Wert von rund 94,1 Milliarden Dollar hält - etwa sechs Prozent an Elon Musks Raumfahrtunternehmen. Die Beteiligung geht auf eine gemeinsam mit Fidelity getätigte Investition von rund einer Milliarde Dollar aus dem Jahr 2015 zurück und wird erstmals auf Basis eines öffentlichen Marktpreises bewertet, seit SpaceX Mitte Juni 2026 an die Börse ging. Ein Großteil der Anteile ist derzeit allerdings noch durch Verkaufsbeschränkungen gesperrt.
Zeitgleich legte Alphabet die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor: Der Umsatz wuchs um 24 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen der Analystinnen und Analysten, das Cloud-Geschäft legte um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar zu. Der Quartalsgewinn sprang auf 112,1 Milliarden Dollar, wesentlich getrieben von Bewertungsgewinnen bei Beteiligungen wie SpaceX. Alphabet investiert weiterhin massiv in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur, mit einer für heuer auf bis zu 190 Milliarden Dollar angehobenen Investitionsspanne.
Unklar bleibt, wie sich die Alphabet-Aktie unmittelbar nach der Zahlenvorlage tatsächlich entwickelte - die vorliegenden Berichte beschreiben die Kursreaktion uneinheitlich. Offen ist zudem, wie SpaceX auf die Offenlegung reagiert und wie Alphabet die Beteiligung strategisch einordnet.
Was passiert ist
Google-Mutterkonzern Alphabet hat am 22. Juli 2026 nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei zugleich in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC offengelegt, wie hoch sein Aktienanteil an Elon Musks Raumfahrt- und KI-Unternehmen SpaceX mittlerweile ausfällt: rund 94,1 Milliarden Dollar, was einem Anteil von etwa sechs Prozent an SpaceX entspricht. Beide Meldungen - Quartalsbericht und SpaceX-Beteiligung - hängen eng zusammen, weil die Wertsteigerung der Beteiligung einen wesentlichen Teil des ausgewiesenen Quartalsgewinns erklärt.
Die SpaceX-Beteiligung im Detail
Alphabet und der Google-Mutterkonzern investierten laut vorliegenden Berichten bereits 2015 gemeinsam mit dem Investmentunternehmen Fidelity rund eine Milliarde Dollar in SpaceX. Seither ist der Wert dieser Beteiligung nach den nun vorliegenden Zahlen auf rund 94,1 Milliarden Dollar angewachsen. Erstmals bewertet Alphabet die SpaceX-Anteile auf Basis eines öffentlichen Marktpreises, weil SpaceX Mitte Juni 2026 an die Börse gegangen ist. Ein Großteil der Anteile unterliegt jedoch weiterhin Verkaufsbeschränkungen aus der Zeit nach dem Börsengang, ein kleinerer Teil ist demnach noch bis 2027 gesperrt - Alphabet kann die Aktien also derzeit nicht verkaufen, auch wenn sie bilanziell bereits mit dem aktuellen Marktwert angesetzt werden.
Die Quartalszahlen im Überblick
Der Konzernumsatz wuchs im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar und lag damit über den von Analystinnen und Analysten erwarteten rund 117 Milliarden Dollar. Das Werbegeschäft rund um die Google-Suche legte um fast 17 Prozent auf 63,27 Milliarden Dollar zu, während das Cloud-Geschäft um rund 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar sprang - getrieben von Nachfrage nach KI-Infrastruktur und KI-Diensten. Der Quartalsgewinn stieg auf 112,1 Milliarden Dollar, nach rund 28,2 Milliarden Dollar im Vergleichsquartal des Vorjahres. Ein wesentlicher Teil dieses Sprungs geht auf reine Bewertungsgewinne bei bilanzierten Beteiligungen zurück, allen voran bei SpaceX. Alphabet steckt zudem weiterhin massiv Kapital in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur: Die Investitionsspanne für das laufende Jahr wurde bereits im Frühjahr von 175 bis 185 Milliarden Dollar auf 180 bis 190 Milliarden Dollar angehoben, allein im abgelaufenen Quartal gab der Konzern rund 45 Milliarden Dollar dafür aus.
Was unklar bleibt
Zur Marktreaktion auf die Zahlen liegen widersprüchliche Beschreibungen vor: Während ein Bericht festhält, die Alphabet-Aktie habe zuletzt nahe der Nulllinie pendelt, spricht ein anderer Bericht von einem Kursrückgang trotz der über den Erwartungen liegenden Zahlen. Ohne eigene Kursdaten lässt sich dieser Widerspruch hier nicht auflösen. Offen ist zudem, wie genau und zu welchen Konditionen Alphabet seine SpaceX-Position über die Ursprungsinvestition von 2015 hinaus im Lauf der Jahre ausgebaut hat, wie SpaceX beziehungsweise Elon Musk auf die Offenlegung reagieren, und wann die verbleibenden Verkaufsbeschränkungen für die Aktientranchen im Einzelnen auslaufen.
Einordnung
Die gleichzeitige Meldung von Rekordgewinnen und einer milliardenschweren SpaceX-Beteiligung zeigt exemplarisch, wie eng die Bilanzen großer Tech-Konzerne mittlerweile mit Wagniskapital-artigen Beteiligungen und dem KI-Infrastruktur-Ausbau verwoben sind: Ein erheblicher Teil des ausgewiesenen Quartalsgewinns ist kein operativer Gewinn aus dem Kerngeschäft, sondern eine bilanzielle Neubewertung einer Kapitalbeteiligung, die erst durch den Börsengang eines Partnerunternehmens sichtbar wurde. Zugleich bestätigt das massive Wachstum im Cloud-Geschäft den anhaltenden Trend, dass milliardenschwere KI-Investitionen bei den großen Plattformkonzernen bislang mit entsprechendem Umsatzwachstum einhergehen.


