Textlänge

Die US-Amerikanerin Amanda Knox bringt ab 7. August 2026 beim Edinburgh Fringe Festival ihre autobiografische Comedy-Show „Cartwheel“ auf die Bühne. Elf Jahre nach ihrem endgültigen Freispruch im Mordfall der britischen Studentin Meredith Kercher verarbeitet sie darin nach eigenen Angaben die Ermittlungen und den Prozess in Perugia.

Die Familie Kerchers kritisiert das Projekt scharf: Ihr Anwalt Francesco Maresca nennt es „unangemessen“ und wirft Knox vor, die Geschichte seit Jahren für eigene Projekte zu nutzen. Knox selbst sagt laut einem Interview mit der britischen Zeitung „Telegraph“, die Show handle von ihrer öffentlichen Wahrnehmung und „Dämonisierung“, nicht vom Mord selbst.

Der Mord an der 21-jährigen Kercher 2007 in Perugia ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Knox saß zunächst vier Jahre in Haft, wurde 2015 aber gemeinsam mit Raffaele Sollecito vollständig freigesprochen. Wie Publikum und Familie auf die Premiere reagieren werden, ist offen.

Was passiert ist

Die US-Amerikanerin Amanda Knox bringt ab 7. August 2026 beim Edinburgh Fringe Festival eine autobiografische Comedy-Show mit dem Titel „Cartwheel“ auf die Bühne. Elf Jahre nach ihrem endgültigen Freispruch in dem international vielbeachteten Mordprozess um die britische Studentin Meredith Kercher verarbeitet Knox darin nach eigenen Angaben die Ermittlungen gegen sie und den anschließenden Prozess in Perugia. Der Titel spielt Berichten zufolge auf Schilderungen an, wonach Knox während der Befragungen durch die Polizei Purzelbäume geschlagen haben soll – ein Detail, das damals selbst zum Politikum wurde. Laut dem offiziellen Spielplan des Fringe Festivals ist es Knox’ erstes abendfüllendes Bühnenprogramm, das im Gilded Balloon in Edinburgh gezeigt wird.

Reaktionen: Kritik und Verteidigung

Die Familie von Meredith Kercher reagiert scharf ablehnend. Ihr langjähriger Anwalt Francesco Maresca nannte das Vorhaben „unangemessen“ und warf Knox vor, die Geschichte seit fast 20 Jahren wiederholt für eigene Projekte zu nutzen und damit die Wunden der Familie erneut zu öffnen. Knox selbst erklärte laut einem Interview mit der britischen Zeitung „Telegraph“, die Show behandle nicht den Mord an sich, sondern ihre öffentliche Darstellung und die „Dämonisierung“, die sie erlebt habe. Über den Mord selbst mache sie keine Witze; Kercher beschreibt sie als intelligente, lebensfrohe junge Frau mit Humor und Lebensfreude. Diese Gegenüberstellung stammt ausschließlich aus zitierender Berichterstattung – weder das Originalinterview noch eine ausführlichere Stellungnahme der Familie liegen uns im Volltext vor.

Der Fall im Hintergrund

Der Mord an der 21-jährigen Kercher in der italienischen Stadt Perugia im Jahr 2007 hatte weltweit Schlagzeilen gemacht. Knox und ihr damaliger Freund Raffaele Sollecito gerieten rasch unter Verdacht, Knox wurde zunächst zu einer langen Haftstrafe verurteilt und verbrachte vier Jahre in einem italienischen Gefängnis. 2015 sprach die italienische Justiz sie und Sollecito vollständig vom Mordvorwurf frei. Wegen Beihilfe zum Mord wurde ein junger Mann ivorischer Herkunft verurteilt, dessen Fingerabdrücke am Tatort ausgewertet worden waren. Wer Kercher tatsächlich tötete, gilt bis heute als nicht abschließend geklärt. Der Fall war bereits mehrfach Grundlage für Bücher, Filme und Serien – Kritiker werfen Knox vor, damit fortlaufend Profit aus der Tragödie zu ziehen, während sie selbst betont, ihre eigene Geschichte erzählen zu wollen.

Was unklar bleibt

Offen ist, wie Publikum und Kritik auf die Premiere am 7. August tatsächlich reagieren werden und ob die Kercher-Familie über die Stellungnahme ihres Anwalts hinaus weitere Reaktionen zeigt. Auch eine aktuelle Position von Raffaele Sollecito zu der Show liegt uns nicht vor. Welche konkreten Inhalte und Szenen die rund einstündige Show jenseits der bekannten Kurzbeschreibung umfasst, ist aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich.