US-Präsident Donald Trump hält an seiner ablehnenden Haltung zu neuer KI-Regulierung fest. In einem am 27. September 2026 ausgestrahlten Fox-News-Interview erklärte er erneut, die USA lägen rund eineinhalb Jahre vor China, ein Abbremsen der Entwicklung käme nur China zugute – eine Zahl, die einem Medienbericht zufolge über nicht namentlich genannte Experten niedriger, auf etwa sechs Monate, geschätzt wird. Im selben Interview bestätigte Trump ein Treffen mit Anthropic-Chef Dario Amodei, der zuvor mit seinem Essay „We Must Pace the Frontier“ eine ein- bis zweijährige Entwicklungspause gefordert und damit einen offenen Schlagabtausch mit Trump ausgelöst hatte. Dieses Treffen fand am Abend des 28. September tatsächlich statt: Trump und Amodei aßen erstmals unter vier Augen im Weißen Haus zu Abend – nach Monaten öffentlicher Konfrontation. Inhalte des Gesprächs wurden nicht bekanntgegeben; Amodei wich Journalistenfragen dazu am Folgetag aus.
Parallel dazu meldeten sich weitere prominente Stimmen aus der Tech-Branche zu Wort. Microsoft-Mitgründer Bill Gates warnte bei NBCs „Meet the Press“, KI sei bereits mächtig genug, um Ereignisse mit bis zu einer Milliarde Todesopfern auszulösen, wies Trumps frühere Einordnung von KI-Sicherheitssorgen als „Schwindel“ zurück und äußerte den Wunsch nach einem eigenen Treffen mit Trump. Bereits Anfang September hatten der frühere Anthropic-Mitarbeiter Jacob Coxon und Anthropics Alignment-Wissenschafter Evan Hubinger öffentlich vor existenziellen Risiken gewarnt; Hubinger bezifferte die Wahrscheinlichkeit eines KI-bedingten Aussterbens der Menschheit im kommenden Jahrzehnt auf über zehn Prozent. Ein einzelner Medienbericht, der sich bislang nicht unabhängig bestätigen lässt, behauptet zudem, auch die Chefs von OpenAI, Google DeepMind, Microsoft und xAI forderten inzwischen eine Verlangsamung.
Eingebettet ist die Debatte in den zuvor bereits angekündigten Trump-Xi-Gipfel, der am 24. September 2026 in Washington tatsächlich stattfand: Beide Seiten vereinbarten laut US-Medienberichten einen Kommunikationskanal für KI-Sicherheitsvorfälle und die gemeinsame Verwendung des Begriffs „Superintelligenz“, einigten sich aber offenbar nicht auf Exportkontrollen. Weiterhin offen bleibt, ob Anthropic und OpenAI ihre Zusagen zu externen Prüfern umsetzen, wer als KI-Beauftragter ernannt wird, welche Struktur die angekündigte „AI Force“ erhält, was beim Trump-Amodei-Dinner sowie einem möglichen weiteren Treffen mit mehreren KI-Chefs besprochen wurde beziehungsweise wird, und ob es zu dem von Gates gewünschten Treffen mit Trump kommt.
Vorgeschichte
Die Debatte um Entwicklungstempo und Sicherheit von KI-Systemen war zuletzt bereits Thema, als OpenAI Teile der Entwicklung an seinem Modell Astra wegen Cybersicherheitsbedenken pausierte und dies auf eine autonome Hacking-Attacke zurückführte – wie im bisherigen Bericht dargestellt. Anthropic-Chef Dario Amodei machte aus dieser Warnung eine ausformulierte politische Forderung, die auf offenen Widerstand des US-Präsidenten traf. Aus diesem öffentlichen Schlagabtausch ist inzwischen ein vielschichtiger Konflikt geworden: Er reicht von Trumps eigener AI-Force-Ankündigung über ein Gipfeltreffen mit Chinas Staatschef bis zu einem privaten Abendessen zwischen Trump und Amodei sowie neuen, drastischen Warnungen aus der KI-Forschung selbst.
Amodeis Forderung: ‘We Must Pace the Frontier’
In einem am 12. September 2026 auf seiner eigenen Website veröffentlichten Essay mit dem Titel „We Must Pace the Frontier“ argumentiert Amodei, die Branche müsse das Tempo der KI-Fähigkeitssteigerung bewusst um ein bis zwei Jahre drosseln, damit Sicherheitsarbeit mit der technischen Entwicklung Schritt halten kann. Nach Angaben mehrerer Medien nennt er dabei explizit das Risiko, dass ein Schwarm autonomer KI-Agenten binnen sechs bis zwölf Monaten in der Lage sein könnte, große Teile der Internet-Infrastruktur anzugreifen und Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe zu verursachen.
Sein Vorschlag umfasst laut Berichten drei Stufen: Erstens will Anthropic unabhängigen externen Prüfern dauerhaften, mitarbeiterähnlichen Zugang zu seinen Systemen gewähren, um Sicherheit und Ausrichtung von Modellen auch während des Trainings kontrollieren zu lassen. Zweitens schlägt Amodei eine Abstimmung zwischen KI-Firmen demokratischer Staaten auf gemeinsame Sicherheitsstandards vor. Drittens nennt er eine mögliche internationale Vereinbarung, an der auch China beteiligt werden könnte.
Altman und Musk springen bei
Bemerkenswert an dieser Wendung ist die branchenübergreifende Zustimmung: OpenAI-Chef Sam Altman erklärte laut übereinstimmenden Berichten, er teile Amodeis Einschätzung zum Entwicklungstempo und werde zumindest die Maßnahme zu unabhängigen Prüfern ebenfalls übernehmen. Auch Elon Musk, der Amodei in der Vergangenheit wiederholt kritisiert hatte, äußerte sich öffentlich zustimmend. Ein einzelner Presse-Bericht geht inzwischen weiter und behauptet, auch die Chefs von Google DeepMind, Microsoft und xAI forderten eine Verlangsamung der Entwicklung; diese Angabe ist bislang nur einfach belegt und lässt sich unabhängig nicht bestätigen.
Trump: ‘Die einzige Leitplanke, die KI braucht’
Auf diese branchenweite Positionierung reagierte US-Präsident Donald Trump ablehnend. In einem am 14. September 2026 veröffentlichten Beitrag auf Truth Social schrieb er laut Medienberichten sinngemäß, die einzige Kontrolle oder „Leitplanke“, die KI brauche, sei ein starker und kluger Präsident. Er sprach von einer „Verschwörung“ gegen KI und Rechenzentren und behauptete, allein China profitiere von Forderungen nach einer Entwicklungspause. Amodei nannte er dabei direkt beim Namen.
Weißes Haus: ‘Ein lösbares Problem’
Differenzierter äußerte sich Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett: Er bezeichnete KI-Sicherheit als „lösbares Problem“, das der Privatsektor selbst regeln solle, bewertete die Ankündigungen von Amodei, Altman und Musk aber positiv. Damit zeigte sich innerhalb der US-Regierung selbst kein einheitlicher Ton.
Trumps Antwort: „AI Force“ und ein KI-Beauftragter statt neuer Regeln
Am 19. September 2026 kündigte Trump auf Truth Social die Gründung einer „AI Force“ zur Überwachung der Branche sowie die baldige Ernennung eines KI-Beauftragten an. Er betonte, das Branchenwachstum werde „in keiner Weise“ behindert, bestehendes Straf- und Zivilrecht reiche zur Regelung von Missbrauch aus. Laut US-Medienberichten verglich er die „AI Force“ mit der Space Force und bezeichnete Sorgen vor einer unkontrollierbaren KI-Superintelligenz als „Hoax“. Ein Name für den KI-Beauftragten war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.
Trump-Xi-Gipfel: Gesprächskanal statt Exportkontrollen
Das lange angekündigte Gipfeltreffen zwischen Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping fand am 24. September 2026 tatsächlich im Weißen Haus statt und beantwortet damit eine bislang offene Frage aus der bisherigen Berichterstattung. Laut übereinstimmenden US-Medienberichten (u. a. CBS News, NPR) verlief das Treffen betont zugewandt, blieb inhaltlich aber vergleichsweise ergebnisarm: Beide Seiten vereinbarten einen bilateralen Kommunikationskanal für KI-Sicherheitsvorfälle und einigten sich darauf, künftig einheitlich von „Superintelligenz“ statt „Künstlicher Intelligenz“ zu sprechen – eine Formulierung, die Trump nach eigener früherer Ankündigung bereits in US-Regierungsdokumenten durchsetzen will, wie berichtet. Eine substanzielle Einigung über KI-Exportkontrollen kam den Berichten zufolge nicht zustande. Im Anschluss erklärte Trump, die USA würden ihre Entwicklung „nicht bremsen“ und ihren Vorsprung vor China weiter ausbauen.
Neue Warnungen aus der KI-Forschung: Coxon und Hubinger
Parallel zu diesen politischen Entwicklungen hatte Anfang September 2026 der britische KI-Forscher Jacob Coxon, der zuvor an KI-Pretraining bei OpenAI und Anthropic gearbeitet hatte, öffentlich vor existenziellen Risiken gewarnt. In einer Reihe von X-Beiträgen warf er den Unternehmen vor, „mit unserem Leben zu spielen“, und erklärte, viele Beschäftigte in der Branche glaubten selbst, KI könne die Menschheit bis Ende des Jahrzehnts auslöschen. Anthropics leitender Alignment-Wissenschafter Evan Hubinger schloss sich dieser Einschätzung öffentlich an und bezifferte die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses im kommenden Jahrzehnt auf über zehn Prozent – bezogen insbesondere auf das Risiko, dass ein KI-System sich selbst verbessert und dabei die Kontrolle entgleitet. Diese Warnungen liegen zeitlich vor dem aktuellen Berichtszeitraum, wurden aber jetzt erneut in der österreichischen Berichterstattung zur aktuellen Debatte aufgegriffen.
Bill Gates: ‘Kann eine Milliarde Menschen das Leben kosten’
Am Wochenende meldete sich auch Microsoft-Mitgründer Bill Gates zu Wort. Im Interview mit NBCs „Meet the Press“ erklärte er laut übereinstimmenden Medienberichten, KI sei bereits mächtig genug, um Ereignisse auszulösen, die eine Milliarde Menschen das Leben kosten könnten. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Unternehmen reichten dafür nicht aus; die Politik müsse sich in Fragen von Aufsicht und Sicherheitsvorkehrungen einschalten. Gates wies zugleich Trumps frühere Einschätzung zurück, wonach Sorgen um KI-Sicherheit ein „Schwindel“ seien, und erklärte, er wolle sich persönlich mit Trump treffen. Sein Rat an den Präsidenten laute dabei nicht, die Entwicklung zu bremsen, sondern gemeinsame Aufsichts- und Überwachungsstandards zu schaffen – eine Position, die sich in der Wortwahl von Amodeis Forderung nach einer Pause unterscheidet, in der Stoßrichtung aber teilweise überschneidet.
Vom öffentlichen Schlagabtausch zum privaten Dinner
In einem am 27. September 2026 ausgestrahlten Fox-News-Interview bekräftigte Trump seine ablehnende Haltung zu neuer KI-Regulierung. Er begründete dies erneut mit dem Wettbewerb zu China: Die USA lägen derzeit rund eineinhalb Jahre vor China, ein Abbremsen der Entwicklung würde diesen Vorsprung nur verschenken. Ein Medienbericht, der sich auf nicht näher genannte Experten beruft, beziffert den tatsächlichen Abstand niedriger, auf rund sechs Monate – eine Einschätzung, die sich mangels eigener technischer Bewertung nicht überprüfen lässt.
Im selben Interview bestätigte Trump ein für den Abend geplantes persönliches Treffen mit Amodei. Dieses Treffen fand den Berichten zufolge tatsächlich statt: Am Abend des 28. September 2026 aßen Trump und Amodei erstmals unter vier Augen gemeinsam im Weißen Haus zu Abend – die erste direkte Begegnung der beiden nach Monaten öffentlicher Auseinandersetzung. Was dabei besprochen wurde, machte keine der beiden Seiten öffentlich; Amodei wich Journalistenfragen dazu am Tag danach aus. Berichten zufolge sollte zudem für Ende September ein weiteres Treffen Trumps mit mehreren KI-Firmenchefs im Weißen Haus stattfinden, zu dem auch Amodei erwartet wurde.
Teilantworten auf offene Fragen – und neue offene Fragen
Dieses Update beantwortet mehrere zuvor offene Fragen aus der bisherigen Berichterstattung: Der Trump-Xi-Gipfel fand statt und brachte immerhin einen Kommunikationskanal zu KI-Sicherheitsvorfällen hervor, wenn auch keine Exportkontroll-Einigung. Und aus der persönlichen Konfrontation zwischen Trump und Amodei ist – zumindest formal – ein direkter Austausch geworden. Unverändert offen bleibt dagegen, ob Anthropic und OpenAI ihre Zusagen zu externen Prüfern umsetzen, wer als KI-Beauftragter benannt wird und welche Struktur die „AI Force“ erhält. Neu hinzugekommen sind offene Fragen zum Inhalt des Trump-Amodei-Dinners, zum Ausgang eines möglichen weiteren Treffens mit mehreren KI-Chefs sowie dazu, ob es tatsächlich zu dem von Gates gewünschten Treffen mit Trump kommt.

