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Am Umspannwerk beim Kohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg wurden am Dienstagmorgen mehrere selbstgebaute Spreng- und Brandvorrichtungen entdeckt, nach übereinstimmenden Berichten eine zweistellige Zahl. Es kam zu mindestens einer Detonation, ein Kraftwerksblock mit 500 Megawatt Leistung fiel zeitweise aus, ein flächendeckender Stromausfall blieb laut Netzbetreiber 50Hertz aber aus, Personen wurden nicht verletzt.

Innenminister Jan Redmann (CDU) sprach von einem gezielten Versuch, über in die Leitung gebrachtes leitfähiges Material Kurzschlüsse und damit einen großflächigen Blackout auszulösen – in zwei Fällen sei dies gelungen. Ministerpräsident Dietmar Woidke bezeichnete das Vorgehen als systematisch. Inzwischen hat die Polizei laut übereinstimmenden Medienberichten offiziell Terrorermittlungen aufgenommen: Neben Sprengstoffdelikten wird auch wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Die Sprengvorrichtungen könnten bereits Tage vor der Explosion installiert worden sein.

Wer die Vorrichtungen platzierte und welches Motiv dahintersteht, ist weiterhin unbekannt. Offen ist auch, ob die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen übernimmt und ob ein Zusammenhang mit einem zeitgleich bekanntgewordenen, mutmaßlich vorsätzlichen Vorfall an einem Umspannwerk bei Bergheim in Nordrhein-Westfalen besteht – über diesen hat „Neue Nachrichten“ gesondert berichtet. Ein belegter Zusammenhang mit früheren Vorfällen an kritischer Infrastruktur in der Region besteht nach derzeitiger Quellenlage nicht.

Was passiert ist

Am Umspannwerk beim Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs sind am Dienstagmorgen mehrere selbstgebaute Spreng- und Brandvorrichtungen entdeckt worden. Die Geräte ähnelten nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz handelsüblichen Silvesterraketen, ein Teil davon war bereits gezündet worden, weitere noch nicht gestartete Flugkörper wurden am Tatort gefunden. Mehrere voneinander unabhängige Berichte sprechen inzwischen übereinstimmend von einer zweistelligen Zahl entdeckter Vorrichtungen. Laut Polizei kam es dabei zu mindestens einer Detonation. Der Kraftwerksbetreiber Leag meldete den Ausfall eines Blocks mit 500 Megawatt Leistung und reduzierte die Leistung des Kraftwerks. Nach Angaben von 50Hertz kam es zu keinem Stromausfall für Kundinnen und Kunden, und es wurden keine Personen verletzt.

Was die Quellen zeigen

Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) sprach von einem gezielten Versuch, über in die Hochspannungsleitung gebrachtes leitfähiges Material Kurzschlüsse herbeizuführen und damit einen großflächigen Stromausfall auszulösen. In zwei Fällen sei dies auch gelungen, ein Feuerball sei beobachtet worden, in weiteren Fällen glücklicherweise nicht. Ministerpräsident Dietmar Woidke bezeichnete das Vorgehen als „kein Kinderstreich“ und sprach von einer besorgniserregend hohen Frequenz solcher Vorfälle an kritischer Infrastruktur. Ein Sprecher von Leag bestätigte den Ausfall des Kraftwerksblocks. 50Hertz betonte, dass für die Bevölkerung zu keiner Zeit Gefahr bestanden habe. Diese Angaben werden von mehreren voneinander unabhängigen Medien übereinstimmend wiedergegeben.

Offizielle Terrorermittlungen

Nach übereinstimmenden Medienberichten unter Berufung auf eine Mitteilung des Polizeipräsidiums Brandenburg vom Mittwoch in Potsdam ermittelt die Polizei nun offiziell wegen Terrorverdachts. Neben dem Verdacht des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der Störung öffentlicher Betriebe und der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel wird demnach auch wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Ein ausführlicherer Bericht nennt zudem, dass die Sprengvorrichtungen möglicherweise bereits Tage vor der Explosion am Umspannwerk installiert worden sein könnten; Einsatzkräfte durchsuchten das Gelände weiter nach Beweismitteln. Diese Angaben stammen aus Medienberichten, die eine Behördenmitteilung zitieren – eine Pressemitteilung der Polizei oder Staatsanwaltschaft selbst wurde für diesen Artikel nicht direkt eingesehen.

Kontext: wiederholte Vorfälle an kritischer Infrastruktur

Am Mittwoch, dem Tag nach dem Vorfall bei Jänschwalde, wurde zudem eine mutmaßlich vorsätzliche Störung an einem Umspannwerk bei Bergheim in Nordrhein-Westfalen bekannt, über die „Neue Nachrichten“ gesondert berichtet hat. Ob zwischen den beiden Vorfällen ein Zusammenhang besteht, wird laut Medienberichten geprüft, ist aber nach derzeitiger Quellenlage nicht belegt. Bereits im August 2026 hatten deutsche Sicherheitsbehörden, wie „Neue Nachrichten“ berichtete, in einem Waldgebiet in Brandenburg nahe Berlin ein verstecktes Waffenlager entdeckt; die Bundesanwaltschaft ermittelt in diesem Fall wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Auch hier ist ein konkreter Zusammenhang mit dem Umspannwerk-Vorfall nicht erkennbar, die Häufung solcher Fälle in der Region bereitet Sicherheitsbehörden aber zunehmend Sorge.

Was unklar bleibt

Offen bleibt weiterhin, wer die Vorrichtungen platziert hat und welches Motiv dahintersteckt. Auch die genaue Schadenshöhe und die voraussichtliche Reparaturdauer des betroffenen Kraftwerksblocks sind laut vorliegenden Quellen nicht abschließend geklärt. Unklar ist zudem, ob angesichts des nun erhobenen Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen von der Landespolizei Brandenburg übernimmt – eine solche Übernahme ist in vergleichbaren Fällen üblich, aber bislang nicht bestätigt. Auch ein möglicher Zusammenhang mit dem zeitgleichen Vorfall bei Bergheim ist nicht geklärt.

Einordnung

Der Vorfall reiht sich in eine wachsende Zahl gemeldeter Angriffe auf Energie- und Versorgungsinfrastruktur in Deutschland ein, die Sicherheitsbehörden zunehmend beschäftigen. Dass mehrere Vorrichtungen gezielt und offenbar koordiniert eingesetzt wurden und die Polizei nun ausdrücklich auch wegen Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt, unterstreicht die Schwere, mit der die Behörden den Fall einstufen. Diese Einstufung ist jedoch ein Ermittlungsverdacht und keine gerichtlich festgestellte Tatsache. Eine belastbare Einordnung von Täterschaft, Hintergrund und möglicher politischer Motivation ist auf Basis der bisherigen Berichterstattung nicht möglich und muss den laufenden Ermittlungen vorbehalten bleiben.