Apple hat am 9. September 2026 die Apple Watch Series 12 und die Outdoor-Variante Apple Watch Ultra 4 vorgestellt. Kern der Neuerungen ist laut Apples eigener Ankündigung ein neuer S11-Chip mit überarbeitetem Sensor-Array, das die Herzfrequenz nun ganztägig alle fünf Sekunden misst. Neu ist außerdem eine „Readiness“-Funktion, die aus Aktivität, Vitalwerten und Schlaf täglich einen Score von 0 bis 10 mit Handlungsempfehlung berechnet.
Die Apple Watch Ultra 4 kommt laut Hersteller im Alltag auf bis zu 50 Stunden, im Stromsparmodus auf bis zu 84 Stunden Akkulaufzeit. Die Series 12 ist Berichten zufolge erstmals seit 2019 wieder mit Keramikgehäuse erhältlich. Hinzu kommen neue „Audio Intelligence“-Funktionen wie lokale Geräuscherkennung und Gesprächs-Rückblicke, deren Audiodaten laut Apple ausschließlich in der Secure Enclave verarbeitet und sofort gelöscht werden.
Verkaufsstart ist der 18. September 2026, Vorbestellungen laufen bereits. Offen bleiben unabhängige Tests zur tatsächlichen Sensor-Genauigkeit, eine offizielle Preisliste für Österreich sowie die Alltagstauglichkeit der neuen Geräuscherkennung außerhalb kontrollierter Vorführbedingungen.
Was passiert ist
Apple hat im Rahmen eines Produktevents am 9. September 2026 zwei aktualisierte Smartwatches vorgestellt: die Apple Watch Series 12 und die Outdoor-Variante Apple Watch Ultra 4. Äußerlich bleiben beide Modelle weitgehend unverändert – die Series 12 gibt es weiterhin in 42 oder 46 Millimetern Kantenlänge, die Ultra 4 behält ihr Titangehäuse mit 49 Millimetern und das größte Watch-Display. Verkaufsstart ist laut Apple der 18. September 2026, Vorbestellungen sind bereits möglich.
Neue Sensorik und Health-Funktionen
Kern der Neuerungen ist laut Apples eigener Ankündigung ein neuer S11-Chip zusammen mit einem überarbeiteten Sensor-Array auf der Geräteunterseite. Größere, energieeffizientere grüne LEDs ermöglichen es, die Herzfrequenz nun den ganzen Tag über alle fünf Sekunden zu messen statt nur während gestarteter Trainings. Eine neue Herzfrequenz-Komplikation zeigt den aktuellen Wert direkt auf dem Ziffernblatt an. Zusätzlich führt Apple eine neue „Readiness“-Funktion ein, die aus jüngster Aktivität, Vitalwerten und Schlafqualität täglich einen Score von 0 bis 10 mit einer konkreten Empfehlung – etwa Erholen, Tempo drosseln oder Vollgas – errechnet. Berichten zufolge wird auch die Herzfrequenzvariabilität deutlich häufiger erfasst als bisher; ein Medienbericht nennt hierzu den Faktor 24, der sich in der eingesehenen offiziellen Mitteilung nicht mit derselben Zahl wiederfindet.
Akkulaufzeit und Design
Für die Apple Watch Ultra 4 gibt Apple offiziell eine Akkulaufzeit von bis zu 50 Stunden im Alltagsbetrieb an, im Stromsparmodus sollen es bis zu 84 Stunden sein – ein in ersten Medienberichten teils undifferenziert wiedergegebener Spitzenwert. Für längere Outdoor-Einsätze nennt Apple zusätzlich einen erweiterten Trainingsmodus mit bis zu 25 Stunden bei vollem GPS- und Herzfrequenz-Tracking sowie einen Maximalmodus mit bis zu 45 Stunden. Optisch bringt die Series 12 laut The Verge erstmals seit der Series 5 aus dem Jahr 2019 wieder eine Keramik-Option in den Farben Perlweiß und Nachtblau, zu Preisen ab rund 899 US-Dollar – eine Angabe, die bislang nur aus dieser einen Quelle stammt.
Audio Intelligence und Datenschutz
Apple bewirbt außerdem neue „Audio Intelligence“-Funktionen, mit denen sich unter anderem Gespräche in Erinnerung rufen lassen sollen (Live Rewind, Siri Recap). Eine lokale Geräuscherkennung soll Nutzerinnen und Nutzer mit eingeschränktem Hörvermögen auch ohne verbundenes iPhone auf Sirenen, Alarme, Türklingeln oder ein weinendes Baby aufmerksam machen; eine verbesserte Shazam-Integration erkennt zudem laufende Musik automatisch. Laut Apple werden dabei keine Audioaufnahmen dauerhaft gespeichert – die Rohdaten sollen ausschließlich in der isolierten Secure Enclave des S11-Chips verarbeitet und sofort gelöscht werden. Eine unabhängige technische Überprüfung dieser Zusage liegt bislang nicht vor.
Was unklar bleibt
Offen ist, wie genau sich die neuen Sensoren in unabhängigen Vergleichstests gegenüber etablierten Konkurrenzprodukten schlagen – entsprechende Langzeit- oder Labortests fehlen bislang. Ebenso liegt noch keine selbst eingesehene offizielle Preisliste für Österreich oder die EU vor; die bekannten Preisangaben beziehen sich auf den US-Markt. Auch die praktische Alltagstauglichkeit der lokalen Geräuscherkennung außerhalb kontrollierter Vorführbedingungen ist bislang nicht unabhängig geprüft.
Einordnung
Der Vorstoß reiht sich in einen branchenweiten Trend zu immer engmaschigerer, kontinuierlicher Gesundheitsüberwachung durch Wearables ein. Erst im August 2026 hatte Google mit der Pixel Watch 5 ebenfalls neue Gesundheitsfunktionen sowie eigene Genauigkeitsvergleiche zu GPS-Tracking präsentiert, wie „Neue Nachrichten“ berichtete – auch dort stehen unabhängige Bestätigungen der Hersteller-Angaben noch aus. Die Konkurrenz zwischen den großen Anbietern verlagert sich damit zunehmend von reiner Fitness-Erfassung hin zu umfassenderen, KI-gestützten Gesundheits- und Alltagsassistenz-Funktionen direkt am Handgelenk.


