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Die Stadt Wien hat Asbestfunde in mehreren Straßenbelägen bestätigt. Laboruntersuchungen im Auftrag der Stadt deckten sich mit Meldungen der Umweltorganisation Greenpeace, die zuvor an zahlreichen Stellen im Stadtgebiet Verdacht auf asbesthaltiges Gestein im Asphalt gemeldet hatte. Bestätigt ist der Befund bislang in fünf Straßenabschnitten: Rosenhügelstraße, Anton-Freunschlag-Gasse, Bertegasse, Wernergasse und Stieglergasse. Für weitere gemeldete Flächen laufen noch Probenahmen und Laboruntersuchungen.

Die Magistratsabteilung 28 kündigte an, die betroffenen Bereiche mit einer neuen Asphalt-Deckschicht zu versiegeln, um das Material dauerhaft zu binden und eine Freisetzung von Fasern zu verhindern. Riskanter seien dagegen Eingriffe wie Fräsen oder Aufgraben. Der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter (MedUni Wien) stuft das Risiko einer Faserfreisetzung bei fest gebundenem Material als grundsätzlich gering ein; das Vorhandensein von Asbestgestein im Belag bedeute nicht automatisch eine Gesundheitsgefährdung, die Versiegelung sei aber aus Vorsorgegründen sinnvoll.

Greenpeace begrüßte das Vorgehen der Stadt und gab an, insgesamt bereits 40 Verdachtsflächen gemeldet zu haben. Offen bleiben Kosten, ein genauer Zeitplan, das Ergebnis der noch ausständigen Untersuchungen sowie Details zur angekündigten langfristigen Lösung.

Was passiert ist

Die Stadt Wien hat Asbestfunde in mehreren Straßenbelägen bestätigt. Laboruntersuchungen, die im Auftrag der Stadt durchgeführt wurden, deckten sich mit Meldungen der Umweltorganisation Greenpeace, die zuvor an zahlreichen Stellen im Stadtgebiet Verdacht auf asbesthaltiges Gestein im Asphalt gemeldet hatte. Die Stadt hatte an den gemeldeten Stellen eigene Proben entnommen und diese von einer akkreditierten Prüfanstalt testen lassen.

Bestätigt ist der Befund bislang für fünf Straßenabschnitte: die Rosenhügelstraße, die sich laut Berichten von Meidling über Hietzing bis nach Liesing zieht, sowie die Anton-Freunschlag-Gasse, die Bertegasse, die Wernergasse und die Stieglergasse in Wien-Liesing. Für weitere von Greenpeace gemeldete Flächen laufen Probenahmen und Laboruntersuchungen, deren Ergebnisse noch ausständig waren. Bei aktuellen Straßenbauprojekten schließt die Stadt aus, dass asbesthaltiges Gestein neu verbaut wird.

Die Reaktion der Stadt

Die zuständige Magistratsabteilung 28 (Straßenverwaltung und Straßenbau) kündigte an, die betroffenen Bereiche vorsorglich mit einem Asphaltüberzug beziehungsweise einer neuen Deckschicht zu versiegeln. Der stellvertretende Abteilungsleiter Wolfgang Ablinger bezeichnete diesen Schritt als die schnellste, sicherste und wirksamste Methode, um rasch einen wirksamen Schutz herzustellen: Das asbesthaltige Material werde dadurch überdeckt und eingeschlossen, eine Freisetzung von Fasern damit wirksam unterbunden. Risikoreicher seien dagegen Eingriffe wie Fräsen, Aufgraben oder Abtragen des bestehenden Asphalts, bei denen Fasern freigesetzt werden könnten.

Die Stadt kündigte zudem an, alle bestätigten Fundorte in einem Register zu erfassen. Aufgrabungen und Umbauarbeiten an diesen Stellen sollen künftig nur noch unter Bedingungen möglich sein, die eine Freisetzung von Asbestfasern in die Luft verhindern. Gemeinsam mit Fachleuten arbeite die Stadt zudem an langfristigen Lösungen im Umgang mit asbesthaltigen Straßenbelägen; Details dazu liegen bislang nicht vor.

Einordnung der Gesundheitsgefahr

Zur gesundheitlichen Einordnung äußerte sich Hans-Peter Hutter, Leiter der Abteilung Umwelthygiene und Umweltmedizin an der MedUni Wien. Entscheidend sei aus umweltmedizinischer Sicht, ob Asbestfasern tatsächlich freigesetzt und eingeatmet werden können. Werde asbesthaltiges Material fest in einer Asphaltoberfläche gebunden, sei das Risiko einer Faserfreisetzung grundsätzlich als sehr gering einzustufen. Das bloße Vorhandensein von asbesthaltigem Gestein im Straßenbelag sei demnach nicht automatisch mit einer Gesundheitsgefährdung gleichzusetzen, aus Vorsorgegründen aber sei die Versiegelung mit einer neuen Deckschicht sinnvoll, um auch geringe Risiken zu minimieren.

Greenpeace, das die Funde ursprünglich gemeldet und selbst in Laboren untersuchen ließ, begrüßte das Vorgehen der Stadt. Ein Vertreter des Investigativteams der Organisation lobte, dass jede Verdachtsfläche von den Behörden geprüft und unverzüglich Maßnahmen gesetzt würden. Nach Angaben der Organisation wurden der Stadt insgesamt bereits 40 Verdachtsflächen gemeldet.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, wie viele der insgesamt 40 von Greenpeace gemeldeten Verdachtsflächen sich letztlich als asbesthaltig bestätigen werden und wie lange die noch ausständigen Laboruntersuchungen dauern. Zu Kosten der Versiegelungsmaßnahmen und deren Finanzierung liegen keine Angaben vor, ebenso wenig zu einem konkreten Zeitplan über die Formulierung „in kurzer Zeit umsetzbar“ hinaus. Auch bleibt unklar, wie die von der Stadt angekündigte langfristige Lösung im Umgang mit asbesthaltigen Straßenbelägen über die aktuelle Versiegelung hinaus konkret aussehen soll, und wann genau beziehungsweise in welchem Umfang das asbesthaltige Gestein historisch verbaut wurde – die Stadt geht hier bislang von einer Vermutung aus, nicht von einem gesicherten Befund.