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Australiens Regierung hat am 8. September 2026 ein Gesetzespaket vorgestellt, das Social-Media-Nutzer:innen erlauben soll, personalisierte Feed-Algorithmen abzuschalten. Kern ist die Initiative „My Feed, My Way“: Plattformen müssten Nutzer:innen aktiv die Wahl zwischen einem algorithmisch personalisierten Feed und einem Feed nur selbst gewählter Konten anbieten. Premierminister Anthony Albanese sagte laut Der Standard, das Gesetz solle Nutzern die Wahl lassen und Technologiekonzerne bei Verstößen zur Verantwortung ziehen. Für unter 16-Jährige sollen personalisierte Algorithmen und Endlos-Scroll-Funktionen künftig verpflichtend deaktiviert werden.

Die Maßnahme ist Teil der umfassenderen „Digital Duty of Care“, die Plattformen zum Schutz vor schädlichen Inhalten verpflichtet und bei Verstößen mit Strafen in Höhe von rund 100 bis knapp 110 Millionen australischen Dollar droht – eine einheitliche Zahl nennen die Quellen nicht. Die Initiative folgt auf Australiens Ende 2025 eingeführtes, weltweit erstes Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige.

Wann der Gesetzesentwurf formell ins Parlament eingebracht wird, welche Strafhöhe letztlich gilt und wie Plattformen wie Meta oder TikTok reagieren, ist noch offen.

Was passiert ist

Die australische Regierung von Premierminister Anthony Albanese hat am 8. September 2026 ein neues Gesetzespaket zur Regulierung sozialer Netzwerke vorgestellt. Kernstück ist die Initiative „My Feed, My Way“: Social-Media-Plattformen sollen verpflichtet werden, neuen wie bestehenden Nutzer:innen aktiv die Wahl zu lassen, ob sie einen algorithmisch personalisierten Feed erhalten oder stattdessen nur Beiträge jener Konten sehen wollen, denen sie selbst folgen. Laut einem Zitat, das Der Standard wiedergibt, sagte Albanese, das Gesetz solle Nutzern „die Wahl lassen und die großen Technologiekonzerne bei Verstößen zur Verantwortung ziehen“. Der zugehörige Gesetzesentwurf zur sogenannten „Digital Duty of Care“ (digitale Sorgfaltspflicht) sollte laut ursprünglicher Ankündigung noch in derselben Woche im Parlament vorgelegt werden.

Was die Quellen zeigen

Die Digital Duty of Care geht über den Algorithmus-Schalter hinaus: Sie verpflichtet Anbieter digitaler Dienste – von sozialen Netzwerken über KI-Chatbots bis zu Suchmaschinen – laut der zuständigen australischen Behörde dazu, Nutzer:innen proaktiv vor schädlichen Inhalten zu schützen, etwa vor Inhalten, die Essstörungen, Frauenfeindlichkeit, Pornografie oder die Verherrlichung von Straftaten fördern. Für Nutzer:innen unter 16 Jahren sollen personalisierte Algorithmen und Endlos-Scroll-Funktionen zusätzlich zwingend abgeschaltet werden – als weitere Schutzmaßnahme neben dem bereits bestehenden australischen Social-Media-Verbot für diese Altersgruppe. Die Aufsicht über die Einhaltung soll bei der Regulierungsbehörde eSafety liegen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen, deren Höhe in den eingesehenen Quellen unterschiedlich beziffert wird: Die Rede ist von Beträgen zwischen rund 100 und knapp 110 Millionen australischen Dollar – eine einheitliche, offiziell bestätigte Zahl liegt nicht vor.

Vorgeschichte

Australien hatte bereits Ende 2025 als erstes Land weltweit ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt. Wie „Neue Nachrichten“ berichtete, fiel die bisherige Bilanz dieser Maßnahme gemischt aus, mit Berichten über sinkende Befolgungsquoten und Kritik an einer nur mangelhaften Umsetzung durch die Plattformen selbst. Die nun angekündigte Digital Duty of Care baut auf diesem Vorstoß auf, richtet sich diesmal aber an alle Nutzer:innen und nicht nur an Minderjährige. Die Kleine Zeitung ordnet die Initiative zudem in einen internationalen Kontext ein: In der EU bestünden für sehr große Online-Plattformen bereits vergleichbare Vorgaben – welche genau damit gemeint sind, bleibt in dem Bericht allerdings offen.

Was unklar bleibt

Offen ist unter anderem, wie hoch die angedrohten Strafen tatsächlich ausfallen und wann genau der Gesetzesentwurf formell ins australische Parlament eingebracht wird. Auch der konkrete Anwendungsbereich der Definition „schädlicher Inhalte“, der Zeitplan für die parlamentarische Beratung sowie Reaktionen der betroffenen Plattformen wie Meta, TikTok oder YouTube sind bislang nicht bekannt.

Einordnung

Die australische Ankündigung reiht sich in eine wachsende internationale Debatte über die Regulierung von Empfehlungsalgorithmen und den Jugendschutz auf sozialen Plattformen ein, wie sie zuletzt auch in Frankreich, Österreich und auf EU-Ebene geführt wurde. Anders als bei den dort diskutierten Alterskontrollen zielt der australische Vorstoß aber nicht auf ein Zugangsverbot, sondern auf mehr Wahlfreiheit für alle Nutzer:innen ab – ergänzt um verschärfte, spezifische Vorgaben für Minderjährige.