Nach neuen gegenseitigen Angriffen zwischen den USA und dem Iran rund um die Straße von Hormus ist der Brent-Ölpreis am 9. September 2026 wieder über 100 US-Dollar je Barrel gestiegen, der Gaspreis an der Börse in Amsterdam näherte sich mit 78,50 Euro je Megawattstunde der 80-Euro-Marke – laut einer Quelle der höchste Stand seit Kriegsbeginn, nur 2022 war er noch höher. Damit bleibt der Ölpreis zwar unter dem bisherigen Jahreshoch von rund 126 Dollar aus dem April 2026, markiert aber einen der höchsten Werte seither.
Auslöser der jüngsten Eskalation: Das US-Militär erklärte, in der Nacht auf Mittwoch fünf iranische Öltanker zerstört zu haben, der Iran gab an, aus Vergeltung Raketen auf mit den USA verbündete Ziele in Jordanien abgefeuert zu haben. Jordanien meldete die Abwehr ballistischer Raketen, wobei Berichte über die genaue Zahl der abgefangenen Geschoße auseinandergehen. Wichtig: Sowohl die US- als auch die iranischen Angaben zu den Kampfhandlungen sind bislang vor allem Eigenauskünfte der jeweiligen Konfliktpartei und nicht unabhängig bestätigt.
Wie im bisherigen Bericht zur Debatte um die Spritpreisbremse dargestellt, hatte bereits der Preisschub im Juli 2026 eine politische Diskussion über deren Ausweitung und eine mögliche Margenbegrenzung ausgelöst. Ob die neuerliche Verteuerung diese Debatte wiederbelebt und wie stark sie letztlich bei Tanken, Heizen und Strom in Österreich ankommt, ist derzeit offen.
Erneute Eskalation treibt Ölpreis über 100 Dollar
Der Brent-Ölpreis ist am 9. September 2026 wieder über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel gestiegen, Erdgas an der Börse in Amsterdam näherte sich der 80-Euro-Marke je Megawattstunde. Auslöser sind neue gegenseitige Angriffe zwischen den USA und dem Iran rund um die Straße von Hormus, einen zentralen Transportweg für Öl, Flüssiggas und Dünger. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die eng an den militärischen Verlauf des seit Monaten schwelenden Konflikts zwischen den beiden Ländern gekoppelt ist.
Der aktuelle Kurs bleibt zwar unter dem bisherigen Jahreshoch von rund 126 US-Dollar, das Ende April 2026 zu Kriegsbeginn erreicht wurde, markiert aber einen der höchsten Stände seit damals. Beim Gaspreis wird laut einer Quelle sogar der höchste Stand seit Kriegsbeginn erreicht – nur 2022 lag der Preis noch höher.
Vergeltungsschläge zwischen USA und Iran
Konkreter Anlass der jüngsten Preissprünge waren nach übereinstimmenden Berichten neue Kampfhandlungen in der Nacht auf Mittwoch: Das US-Militär erklärte, als Reaktion auf iranische Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker zerstört zu haben, einen davon habe man versenkt. Die iranischen Revolutionsgarden wiederum gaben an, aus Vergeltung Raketen auf mit den USA verbündete Ziele in Jordanien abgefeuert zu haben.
Wichtig ist dabei: Beides sind bislang vor allem Eigenangaben der jeweiligen Konfliktpartei – weder die US-Militärangaben zu Zahl und Schicksal der Tanker noch die iranischen Angaben zu getroffenen Zielen sind derzeit unabhängig verifiziert. Auch bei der jordanischen Raketenabwehr gehen die Zahlen in der Berichterstattung auseinander: Manche Quellen sprechen von 20 abgefangenen Raketen, andere von 18 abgefangenen und zwei weiteren, die unbeschadet in unbewohnten Gebieten niedergingen. Welche Version zutrifft, lässt sich derzeit nicht klären.
Was das für Sprit, Heizen und Strom bedeutet
Ein höherer Rohölpreis verteuert tendenziell Tanken und Heizen mit Öl, ein höherer Gaspreis wirkt sich über Gaskraftwerke zusätzlich auf die Strompreise aus. Wie im bisherigen Bericht zur Debatte um die Spritpreisbremse dargestellt, hatte bereits der Preisschub im Juli 2026 – als Diesel und Benzin in Österreich laut E-Control-Median spürbar teurer wurden – eine politische Diskussion über eine Ausweitung der Spritpreisbremse und eine mögliche neuerliche Margenbegrenzung ausgelöst. Ob die erneute Verteuerung diese Debatte nun neu befeuert, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen; eine konkrete Reaktion der Regierung auf die aktuelle Preisdynamik liegt bislang nicht vor.
Wie stark und wie schnell sich der aktuelle Öl- und Gaspreis auf die Endkundenpreise in Österreich niederschlägt, hängt zudem davon ab, wie lange die Eskalation anhält. Analysten- oder Energieversorger-Einschätzungen zu möglichen Preisszenarien liegen für diese neue Eskalationsstufe noch nicht vor.


