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Die im Burgenland geplante Lkw-Maut auf drei Landesstraßen kommt nicht: Land und Wirtschaftskammer haben sich am 8. September 2026 auf eine vollständige Absage geeinigt – weiter als die zuvor angekündigte bloße Überarbeitung des Gesetzesentwurfs. Verkehrslandesrat Heinrich Dorner sprach von einem „Schulterschluss von Land und Wirtschaftskammer“, WK-Präsident Andreas Wirth von einer „sehr guten Lösung“. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betonte zugleich, das Burgenland dürfe nicht zur Mautfluchtroute für internationalen Schwerverkehr werden; Sicherheit und Lärmschutz für Anrainerinnen und Anrainer blieben oberstes Ziel.

Anstelle der Maut sinkt die Tonnagebeschränkung auf Ost-West-Querungen von 7,5 auf 3,5 Tonnen, ergänzt um zusätzliche Fahrverbote gegen Umgehungsverkehr. Internationaler Transit soll künftig über drei Korridore laufen – A4 im Norden, die Fürstenfelder Schnellstraße S7 im Süden sowie S31 und B61a in der Mitte, wobei auf der B61a zusätzlich das bestehende ASFINAG-Mautmodell gelten soll. Voraus ging offenbar eine von der Wirtschaftskammer Burgenland selbst durchgeführte Lkw-Zählung, deren Methodik unabhängig nicht nachprüfbar ist.

Wirtschaftskammer Wien, Wirtschaftskammer Niederösterreich und die WKÖ-Spitze feierten die Absage in eigenen Aussendungen als Erfolg ihrer Kritik. Der niederösterreichische FPÖ-Verkehrslandesrat Udo Landbauer nutzte den Ausgang, um die ursprünglichen Pläne rückblickend als „wirtschaftsfeindlichen Murks“ zu bezeichnen. Offen bleibt, wann und wie die angekündigten Verordnungsänderungen konkret umgesetzt werden und ob der Landtag mit dem Thema noch befasst wird.

Einigung beendet die Mautpläne

Die im Burgenland geplante Lkw-Maut auf drei Landesstraßen kommt nicht. Land Burgenland und Wirtschaftskammer haben sich am Dienstag, dem 8. September 2026, auf eine Absage des Vorhabens geeinigt – nicht bloß auf eine Überarbeitung, wie zuvor in Aussicht gestellt, sondern auf das vollständige Ende der Maut-Pläne. Verkehrslandesrat Heinrich Dorner (SPÖ) sprach von einem „Schulterschluss von Land und Wirtschaftskammer“, Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Wirth nannte das Ergebnis eine „sehr gute Lösung“ für die regionale Wirtschaft, die zugleich Entlastung für die vom Transitverkehr betroffene Bevölkerung bringe. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betonte allerdings, das Burgenland dürfe deswegen nicht zur „kostengünstigen Abkürzung oder Mautfluchtroute“ für den internationalen Schwerverkehr werden – oberstes Anliegen bleibe der Schutz der Anrainerinnen und Anrainer vor Verkehrslärm.

Vorausgegangen war der Einigung laut Berichterstattung eine von der Wirtschaftskammer Burgenland in der Vorwoche selbst durchgeführte Lkw-Zählung, mit der der Verband belegen wollte, dass ein Großteil der im Land unterwegs gewesenen Lkw im Auftrag der lokalen Wirtschaft fuhr. Methodik und Umfang dieser Erhebung sind mit den vorliegenden Quellen nicht unabhängig nachprüfbar; sie diente aber offenbar als Verhandlungsgrundlage für das nun vereinbarte Ergebnis.

Was die Maut ersetzt

Statt einer eigenen Landesmaut setzt das Burgenland künftig auf ein Bündel anderer Maßnahmen. Die Tonnagebeschränkung auf den Ost-West-Querungen sinkt von bisher 7,5 auf 3,5 Tonnen. Ergänzend sind zusätzliche Fahrverbote geplant, die Umgehungsverkehr auf Landes- und Gemeindestraßen von vornherein verhindern sollen. Der internationale Lkw-Transitverkehr soll dafür künftig gebündelt über drei „leistungsfähige Korridore“ laufen: im Nordburgenland über die A4, im Süden über die neu errichtete Fürstenfelder Schnellstraße S7 und im Mittelburgenland über die S31 und die B61a – auf Letzterer soll zusätzlich das bereits bestehende ASFINAG-Mautmodell gelten. Die konkreten Verordnungsänderungen dafür sollen laut Ankündigung des Landes in den kommenden Wochen erfolgen; ein verbindlicher Zeitplan liegt mit den vorliegenden Quellen nicht vor.

Wirtschaft feiert, Kritik bleibt als Fußnote

Die Absage löste ein breites Echo in der Wirtschaftskammer-Organisation aus. Wirtschaftskammer Wien und Wirtschaftskammer Niederösterreich begrüßten das Ergebnis in eigenen Aussendungen: Wiener Transportbetriebe sahen damit verhinderte Zusatzkosten für regionale Transporte und in der Folge ausbleibende Preissteigerungen bestätigt, WKNÖ-Spartenobfrau Beate Färber-Venz sprach von einem „wichtigen Schritt für Betriebe, Nahversorgung und faire Wettbewerbsbedingungen“. Auch die Wirtschaftskammer Österreich wertete den Ausgang über Generalsekretär Danninger als Beleg dafür, dass sachliche Argumente und ein geschlossener Auftritt der Wirtschaft Wirkung zeigen. Aus einem anderen Bundesland kam eine politisch gefärbte Einordnung: Der niederösterreichische FPÖ-Verkehrslandesrat Udo Landbauer bezeichnete die ursprünglichen burgenländischen Mautpläne rückblickend als „von Anfang an einen wirtschaftsfeindlichen Murks“ und bekräftigte, in Niederösterreich keine vergleichbare Abgabe einzuführen – eine Positionierung, die vor allem der eigenen ablehnenden Haltung Nachdruck verleihen soll.

Vorgeschichte

Wie im bisherigen Bericht zur burgenländischen Lkw-Maut dargestellt, hatte das Land ursprünglich eine Maut auf drei Landesstraßen ab 1. Jänner 2027 geplant, bevor Landeshauptmann Doskozil nach Kritik aus Wirtschaft und Wirtschaftskammer Ende August 2026 eine Überarbeitung des Gesetzesentwurfs ankündigte. Die nun erzielte Einigung geht über die damals angekündigte bloße Nachschärfung hinaus: Die Maut selbst ist vom Tisch.

Was weiterhin offen ist

Unklar bleibt, wann und in welcher Rechtsform die angekündigten Tonnagebeschränkungen und Fahrverbote tatsächlich erlassen werden und ob der burgenländische Landtag mit dem Thema noch einmal befasst wird, nachdem die ursprünglich für Oktober 2026 vorgesehene Abstimmung über ein Maut-Gesetz durch die Einigung gegenstandslos werden dürfte. Auch wie konkret das von Land und Wirtschaftskammer angekündigte gemeinsame Auftreten gegenüber dem Bund zur Finanzierung des regionalen Straßennetzes aussehen soll, ist offen. Ob weitere Bundesländer nach dem burgenländischen Rückzieher ebenfalls von ähnlichen Vorhaben Abstand nehmen, lässt sich aus der aktuellen Quellenlage nicht ableiten – Niederösterreich hatte eine eigene Maut ohnehin bereits zuvor ausgeschlossen.