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Eine Studie eines Forschungsteams der ÖAW und der Universität Wien zeigt, dass typisch österreichische Wörter in heimischen Printmedien über rund 23 Jahre stabil geblieben sind. Die im Fachjournal „Languages“ veröffentlichte Arbeit widerspricht damit der verbreiteten Sorge, dass Austriazismen wie „Paradeiser“, „Sackerl“ oder „Jänner“ zunehmend von bundesdeutschen Varianten verdrängt werden.

Laut übereinstimmender Berichterstattung von derStandard.at und Kleiner Zeitung geht die Untersuchung deutlich über frühere, meist auf einzelne Beispiele beschränkte Studien hinaus: Dem Publikationseintrag im Fachjournal zufolge wurden 76 Wortgruppen mit rund 200 Varianten verglichen. Als Autor:innen werden unter anderem Alexandra N. Lenz, Andreas Baumann und weitere Forschende der Universität Wien genannt — diese Angabe stammt aus der Recherche zum Publikationseintrag, nicht aus einer vollständigen Lektüre des Studientexts.

Offen bleibt, nach welcher genauen Methodik die Presseartikel ausgewählt wurden, ob es regionale Unterschiede gibt und ob sich der Befund auch auf gesprochene Sprache übertragen lässt. Eine unabhängige fachliche Einordnung der Ergebnisse liegt bislang nicht vor.

Was passiert ist

Eine Studie eines Forschungsteams der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Universität Wien belegt, dass sich typisch österreichische Wörter in heimischen Printmedien über einen Zeitraum von rund 23 Jahren erstaunlich stabil gehalten haben. Die Arbeit ist im Fachjournal „Languages“ erschienen und wurde am Wochenende unter anderem von derStandard.at und der Kleinen Zeitung aufgegriffen. Anlass der Studie ist eine in Österreich verbreitete Sorge: dass das österreichische Deutsch, geprägt durch Wörter wie „Paradeiser“ für Tomate oder „Sackerl“ für Tüte, im Alltag zunehmend von bundesdeutschen Varianten verdrängt wird.

Was die Quellen zeigen

Nach übereinstimmender Darstellung von derStandard.at und Kleiner Zeitung zeigt die Analyse, dass Austriazismen wie „Paradeiser“, „Rauchfangkehrer“ und „Jänner“ in der Verwendung in österreichischen Presseartikeln nicht zurückgehen. Die Befürchtung eines schleichenden Verschwindens des österreichischen Wortschatzes lässt sich für den untersuchten Zeitraum von rund 23 Jahren demnach nicht bestätigen. Der Eintrag der Studie im Fachjournal „Languages“ deutet zudem darauf hin, dass die Untersuchung deutlich breiter angelegt ist als frühere Arbeiten zu diesem Thema, die sich oft auf einzelne, populäre Beispiele wie Lebensmittelbezeichnungen beschränkt hatten: Laut Publikationseintrag wurden 76 Wortgruppen mit insgesamt rund 200 Varianten systematisch verglichen.

Wer hinter der Studie steht

Die Studie wird laut Angaben der beiden Medienberichte einem Forschungsteam der ÖAW und der Universität Wien zugeschrieben. Der Publikationseintrag im Fachjournal „Languages“ nennt als Autor:innen unter anderem Alexandra N. Lenz, Andreas Baumann, Wolfgang Koppensteiner, Claudia Mattes, Theresa Ziegler und Amelie Dorn. Diese Angabe stammt aus der Recherche zum Publikationseintrag und wurde nicht anhand einer vollständigen Lektüre des Studientexts gegengeprüft, gilt aber als naheliegend, da mehrere der genannten Namen eigenständigen Forschungsprofilen am Institut für Germanistik der Universität Wien zugeordnet sind.

Was unklar bleibt

Offen bleibt aus den vorliegenden Quellen, nach welcher genauen Methodik die untersuchten Presseartikel ausgewählt wurden, welcher exakte Zeitraum der Studie zugrunde liegt und ob es regionale Unterschiede etwa zwischen West- und Ostösterreich gibt. Ebenso unklar ist, ob sich der Befund der Stabilität auf gedruckte Medien beschränkt oder auch für gesprochene Sprache und digitale Kommunikation gilt. Auch zu den genauen 76 untersuchten Wortgruppen — welche besonders stabil sind und welche doch einen Rückgang zeigen — liegen keine differenzierten Angaben vor.

Einordnung

Die Debatte um ein angebliches Verschwinden des österreichischen Deutsch wird in Österreich regelmäßig geführt, oft anlässlich einzelner auffälliger Beispiele aus Handel, Gastronomie oder Verwaltung. Die vorliegende Studie ordnet dieses Alltagsgefühl mit einer breiter angelegten, mehrjährigen Sprachanalyse ein und kommt zu einem gegenteiligen Befund: Zumindest in der Pressesprache zeigt sich demnach keine Verdrängung typisch österreichischer Begriffe. Eine unabhängige Einordnung der Methodik durch weitere Fachleute liegt in den vorliegenden Quellen nicht vor.