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Die Energieagentur Tirol verweist auf den kühlenden Effekt von Bäumen in Städten während Hitzephasen. Grundlage ist eine Studie im Rahmen des EU-Projekts „MountResilience“, laut der einzelne Bäume die gefühlte Temperatur um bis zu zehn Grad senken, geschlossene Baumreihen um 15 bis 18 Grad. Als Beispiele nennt die Agentur den Bozner Platz in der Innsbrucker Innenstadt und den DDr.-Alois-Lugger-Platz im Olympischen Dorf.

Der einst versiegelte Alois-Lugger-Platz wurde zu einer Begegnungszone mit 23 Bäumen und Sträuchern umgestaltet. Für den mit Jungbäumen bepflanzten Bozner Platz erwartet die Energieagentur in 20 Jahren eine um 18 Grad niedrigere gefühlte Temperatur; zusätzlich soll dort das Schwammstadtprinzip zur Kühlung beitragen, indem gespeichertes Regenwasser verdunstet.

Die genannten Zahlen stammen bislang ausschließlich aus Aussagen von Energieagentur-Tirol-Vertreterinnen gegenüber einem einzigen Medium. Die vollständige Studie, methodische Details und eine unabhängige Prüfung der Simulationsergebnisse liegen nicht vor.

Was passiert ist

Die Energieagentur Tirol verweist auf den kühlenden Effekt von Bäumen in Städten während Hitzephasen. Grundlage ist eine Studie im Rahmen des EU-Projekts „MountResilience“, bei der unter anderem die Wirkung grüner Infrastruktur auf einem Dorfplatz untersucht und der Einfluss verschiedener Begrünungsmaßnahmen auf die gefühlte Temperatur simuliert wurde. Laut Valerie Mense und Sophie Puchner von der Energieagentur Tirol senken einzelne Bäume die gefühlte Temperatur um bis zu zehn Grad Celsius, geschlossene Baumreihen je nach Situation sogar um 15 bis 18 Grad. Als Begründung nennt die Energieagentur den doppelten Kühleffekt von Bäumen: Sie spenden Schatten und kühlen zusätzlich durch Verdunstung, wodurch sie wirksamer seien als reine Grünflächen ohne Bäume.

Die Innsbrucker Beispiele

Als konkrete Beispiele nennt die Energieagentur Tirol zwei Plätze in Innsbruck. Der über 4.000 Quadratmeter große DDr.-Alois-Lugger-Platz im Olympischen Dorf war laut Bericht über Jahre ein voll versiegelter, kaum genutzter Betonplatz. Durch eine Umgestaltung entstand daraus eine Begegnungszone mit Grünflächen, Sitzgelegenheiten sowie Spiel- und Bewegungsangeboten, die auch Raum für Veranstaltungen bietet. Weil sich unter dem Platz eine Tiefgarage befindet, musste das Areal für die Begrünung teilweise angehoben werden – dadurch konnten Grünflächen mit 23 Bäumen und Sträuchern geschaffen werden. Die damalige Projektleiterin Christine Schermer bezeichnet das Ergebnis als „grünes Wohnzimmer“. Der zweite Beispielort ist der Bozner Platz in der Innsbrucker Innenstadt, der mit Jungbäumen bepflanzt wurde.

Was die Simulationen zeigen

Für den Bozner Platz rechnet Projektleiter Christian Müller vor, dass die gefühlte Temperatur in 20 Jahren um 18 Grad unter dem heutigen Wert liegen soll, sobald die gepflanzten Bäume gewachsen sind. Ein weiteres zentrales Element am Bozner Platz ist demnach das sogenannte Schwammstadtprinzip: Regenwasser wird dabei nicht in die Kanalisation abgeleitet, sondern in einer speziellen Bodenschicht vor Ort gespeichert. Verdunstet dieses Wasser später, entzieht es der Umgebung Wärme und trägt so zusätzlich zur Kühlung bei.

Was unklar bleibt

Die genannten Zahlen – etwa die 10 bis 18 Grad Unterschied bei der gefühlten Temperatur oder die Prognose für den Bozner Platz in 20 Jahren – stammen ausschließlich aus Aussagen von Energieagentur-Tirol-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern gegenüber einem einzigen Medium. Die vollständige Studie des Projekts „MountResilience“ liegt nicht vor, ebenso wenig Angaben zur genauen Simulationsmethodik oder zu einer unabhängigen fachlichen Prüfung der Ergebnisse. Auch ist offen, wie sich die real gemessenen Temperaturen an beiden Plätzen in den kommenden Jahren tatsächlich entwickeln werden.

Einordnung

Die Rolle von Stadtbäumen bei der Anpassung an häufigere Hitzeperioden ist international ein etabliertes Thema der Klimaanpassungsforschung, und die in Innsbruck beschriebenen Maßnahmen – Begrünung, Schwammstadtprinzip, Umgestaltung versiegelter Flächen – reihen sich in bekannte Ansätze der Stadtplanung ein. Da die konkreten Zahlen aus diesem Bericht bislang aber nur von der Energieagentur Tirol selbst stammen und nicht unabhängig bestätigt sind, sind sie als Einschätzung der Projektbeteiligten und nicht als abschließend geprüfter Befund zu lesen.