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Das Untere Belvedere zeigt seit 18. September 2026 mit „Alles ist Bewegung“ eine große Retrospektive zu Erika Giovanna Klien, kuratiert von Verena Gamper. Laut Presseaussendung des Hauses läuft die Schau bis 31. Januar 2027. Es ist zugleich die letzte Ausstellung, die die scheidende Belvedere-Chefin Stella Rollig im Unteren Belvedere eröffnet hat, bevor Nina Zimmer die Leitung übernimmt.

Klien, 1900 in Südtirol geboren und 1957 in New York gestorben, gilt als Hauptvertreterin des Wiener Kinetismus, einer um 1920 an der Wiener Kunstgewerbeschule unter Franz Čižek entstandenen Stilrichtung, die Bewegung in Bilder übersetzte. Kurier und Die Presse loben die materialreiche Schau, die neben Gemälden wie „Tango“ auch Kliens gezeichnete Tagebücher aus ihrer Salzburger Lehrzeit zeigt.

Offen bleibt die genaue Zahl der gezeigten Werke – Angaben schwanken zwischen rund 325 und 340 –, ebenso Details zu Öffnungszeiten und Eintritt. Der Standard würdigt die Ausstellung laut eigener Überschrift ebenfalls, ein Artikeltext lag dazu aber nicht vor.

Was passiert ist

Das Untere Belvedere in Wien zeigt seit 18. September 2026 eine umfangreiche Personale zu Erika Giovanna Klien unter dem Titel „Alles ist Bewegung“. Kuratiert wird die Schau von Verena Gamper, laut Presseaussendung des Hauses bis 31. Januar 2027. Es ist zugleich die letzte Ausstellung, die Stella Rollig in ihrer Amtszeit als Belvedere-Chefin im Unteren Belvedere eröffnet hat, bevor sie das Haus verlässt – die künftige Leitung übernimmt Nina Zimmer. Sowohl Kurier als auch Die Presse ordnen die Schau ausdrücklich als programmatisches Schlusskapitel von Rolligs Direktion ein.

Wer war Erika Giovanna Klien

Erika Giovanna Klien wurde 1900 im damals österreichischen, heute italienischen Südtirol geboren, übersiedelte 1919 nach Wien und später, um 1929, weiter nach New York, wo sie 1957 starb. In Wien wurde sie Meisterschülerin von Franz Čižek an der Abteilung für ornamentale Formenlehre der Wiener Kunstgewerbeschule und gilt heute als Hauptvertreterin des sogenannten Wiener Kinetismus – einer um 1920 entstandenen Stilrichtung, die Elemente von Kubismus, Futurismus und Expressionismus verband, um Bewegung ins Bild zu übersetzen. Motive wie Vogelflug, Tanz und rotierende Maschinen ziehen sich durch ihr Werk.

Was die Kritiken zeigen

Kurier und Die Presse beschreiben eine materialreiche Schau, die große Gemälde wie „Tango“ (1925) neben kleinformatigen Archivalien zeigt – darunter Kliens gezeichnete Tagebücher, die sie unter dem Titel „Kleßheimer Sendbote“ von ihrer Lehrtätigkeit an einer Salzburger Reformschule an Čižek und Freunde schickte. Beide Medien heben hervor, dass Kuratorin Gamper bewusst nicht chronologisch entlang der bewegten Biografie erzählt, sondern entlang wiederkehrender Motivfelder wie Stadt, Bühne, Tanz und Bewegung. Der Standard würdigt die Ausstellung laut eigener Überschrift ebenfalls als große Bühne für die Künstlerin, ein Artikeltext lag dafür jedoch nicht vor.

Was unklar bleibt

Zur genauen Zahl der gezeigten Werke gibt es widersprüchliche Angaben: Die Presse spricht von 340 Werken, eine Zusammenfassung der Belvedere-Presseaussendung nennt rund 325 Objekte. Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Vermittlungsangebote wurden in den vorliegenden Quellen nicht im Detail dargestellt. Auch die inhaltliche Ausrichtung der Standard-Kritik lässt sich mangels vorliegendem Artikeltext nicht eigenständig zusammenfassen.

Einordnung

Der Wiener Kinetismus fristete lange ein Nischendasein neben der dominanten Rezeption von Klimt, Schiele und Kokoschka und wurde bisher nur punktuell gezeigt, etwa 2006 im Wien Museum oder 2011 im Unteren Belvedere. Die aktuelle Retrospektive wird von mehreren Kulturmedien als möglicher internationaler Durchbruch für Kliens bislang unterschätztes Werk gewertet und markiert zugleich einen symbolischen Schlusspunkt der Rollig-Ära am Belvedere vor dem Führungswechsel zu Nina Zimmer.