Die Berglandmilch hat bei ihrer Generalversammlung am Freitag die Fusion mit der Milchsparte der Obersteirischen Molkerei (OM) einstimmig beschlossen. Zuvor hatten bereits die OM-Genossenschafter mit rund 92 Prozent Mehrheit zugestimmt. Damit ist der Beschluss auf beiden Seiten gefallen, offen ist nun noch die Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörde.
Die OM bringt ihre Milchsparte mit den Standorten Knittelfeld und Spielberg ein und erhält im Gegenzug rund 10 Prozent der Anteile an der Berglandmilch, die damit um eine zehnte Genossenschaft wächst. Die oberösterreichische Berglandmilch ist mit über 1,3 Milliarden Euro Umsatz und rund 8.000 Milchlieferanten bereits jetzt Österreichs größte Molkerei. Der OM-Standort Kapfenberg ist laut einer Quelle nicht Teil der Fusion und soll stattdessen an die Berglandmilch vermietet werden.
Offen bleiben Zeitplan und Ausgang der Prüfung durch die Wettbewerbsbehörde sowie mögliche Folgen für Arbeitsplätze, Standorte und den Marktauftritt der fusionierten Molkerei. Dazu liegen derzeit keine belastbaren Angaben vor.
Was passiert ist
Die Berglandmilch hat bei ihrer Generalversammlung am Freitag, dem 18. September 2026, am Standort Aschbach-Markt die Fusion mit der Milchsparte der Obersteirischen Molkerei (OM) beschlossen. Die Abstimmung der Genossenschafter fiel einstimmig aus, wie ein Mitglied der Berglandmilch-Geschäftsführung laut Berichten mitteilte. Der Zusammenschluss war der einzige Tagesordnungspunkt der Versammlung. Bereits am Dienstag zuvor hatten die OM-Genossenschafter mit rund 92 Prozent Mehrheit für den Zusammenschluss gestimmt. Damit ist der genossenschaftliche Beschlussprozess auf beiden Seiten abgeschlossen. Offen bleibt die Zustimmung der Wettbewerbsbehörde, die den Merger noch prüfen und genehmigen muss.
Die Fusion im Detail
Gegenstand des Zusammenschlusses ist die Milchsparte der Obersteirischen Molkerei mit den Standorten Knittelfeld und Spielberg. Im Gegenzug für die Einbringung erhält die OM rund 10 Prozent der Anteile an der Berglandmilch und wird als zehnte Genossenschaft in deren Eigentümerstruktur aufgenommen. Die Milchabholung bei den bäuerlichen Lieferanten soll dabei unverändert bleiben, wie der OM-Obmann laut Berichten betonte. Zugleich wurden bei der Generalversammlung personelle Weichen gestellt: Der OM-Obmann wurde zum stellvertretenden Obmann der Berglandmilch gewählt. Nicht Teil der Einbringung ist laut einer der ausgewerteten Quellen die Molkerei am Standort Kapfenberg mit rund 34 Mitarbeitern; sie soll im Fall eines Abschlusses an die Berglandmilch vermietet werden. Auch andere OM-Tochterfirmen außerhalb der Milchsparte bleiben von dem Zusammenschluss unberührt und sollen von der Obersteirischen Molkerei selbst weitergeführt werden.
Größte Molkerei Österreichs wächst weiter
Die oberösterreichische Berglandmilch ist mit einem Umsatz von zuletzt über 1,3 Milliarden Euro und rund 8.000 Milchlieferanten mit deutlichem Abstand die größte Molkerei Österreichs. Sie gehörte bislang neun Muttergenossenschaften, deren operative Tochtergesellschaft sie ist; mit der OM-Milchsparte kommt nun eine zehnte hinzu. Die Obersteirische Molkerei selbst setzte 2025 mit Milchprodukten rund 162 Millionen Euro um und wird von rund 1.200 größtenteils steirischen Bauern beliefert; der Konzernumsatz der OM und ihrer Töchter lag 2025 bei rund 390 Millionen Euro. Als Motiv für den Zusammenschluss wurde laut Berichten unter anderem angeführt, dass eine kleinere Molkerei es am Markt zunehmend schwer habe, langfristig faire Preise an ihre Mitglieder zu zahlen, während die Berglandmilch als Vollsortimenter breiter aufgestellt sei.
Was unklar bleibt
Wie lange die Prüfung durch die Wettbewerbsbehörde dauern und ob sie tatsächlich zu einer Genehmigung führen wird, ist derzeit offen. Ebenso unklar sind mögliche Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Standorte über die berichtete Vermietung des Kapfenberger Standorts hinaus, konkrete Synergiepläne sowie Reaktionen von Bauernvertretungen oder Betriebsräten. Auch eine Einordnung, wie sich die fusionierte Berglandmilch künftig im europäischen Wettbewerb positionieren würde, liegt bislang nicht vor. Diese Punkte sind in der vorliegenden Berichterstattung nicht behandelt und bleiben Gegenstand möglicher Folgeberichte.

