BMW hat als letzter der vier großen deutschen Autokonzerne ein umfangreiches Sparprogramm angekündigt. Vorstand und Betriebsrat stellten die Einigung am 29. Juli 2026 auf einer Betriebsversammlung am Stammsitz München vor: BMW-Chef Milan Nedeljković und Betriebsratsvorsitzender Martin Kimmich kündigten ein freiwilliges Abfindungsprogramm an, das rund 40.000 der knapp 85.000 deutschen Beschäftigten ab Oktober 2026 ein Angebot vorlegt und bis Ende 2027 läuft. In der Berichterstattung wird die Gesamtzahl der wegfallenden Stellen mit rund 8.000 beziffert, wobei ORF.at vorsichtiger von „bis zu“ 8.000 Jobs unter Berufung auf Insider spricht. Betroffen sein sollen vor allem Verwaltungs- und Entwicklungsstellen, die Produktion soll ausgenommen bleiben. Auslöser war eine Gewinnwarnung im Juni 2026, verursacht durch den China-Einbruch, wachsende Konkurrenz und US-Zölle.
Offen bleibt, wie sich der Abbau auf das BMW-Werk in Steyr und österreichische Zulieferer auswirkt und wie viele Beschäftigte das Angebot annehmen werden. Damit folgt BMW auf VW, Mercedes, Audi und Porsche in einer branchenweiten Sparwelle der deutschen Autoindustrie.
Was passiert ist
BMW hat als letzter der vier großen deutschen Autokonzerne ein umfangreiches Sparprogramm angekündigt. Vorstand und Betriebsrat präsentierten die Einigung laut mehreren Medienberichten am 29. Juli 2026 auf einer Betriebsversammlung am Stammsitz München: BMW-Chef Milan Nedeljković und Betriebsratsvorsitzender Martin Kimmich stellten ein freiwilliges Abfindungsprogramm vor, in dessen Rahmen rund 40.000 der knapp 85.000 deutschen BMW-Beschäftigten ab Oktober 2026 ein Angebot erhalten sollen. Das Programm soll bis Ende 2027 laufen. In der Berichterstattung wird die Zahl der insgesamt wegfallenden Stellen mit rund 8.000 beziffert – mehr als jede elfte Stelle in Deutschland. Besonders betroffen sein sollen Verwaltungs- und Entwicklungsfunktionen, während die Produktion nach übereinstimmenden Berichten ausgenommen bleiben soll.
Was die Quellen zeigen
Die Zahl von rund 8.000 Stellen wird sowohl von österreichischen und deutschen Medien (Kurier, der sich auf einen Bericht der Süddeutschen Zeitung stützt, sowie Golem.de) als auch von internationalen Portalen wie The Local und Brussels Signal genannt, die unabhängig voneinander berichteten. ORF.at berichtete zunächst vorsichtiger unter Berufung auf „Insider“ von „bis zu“ 8.000 Jobs. Übereinstimmend berichten mehrere Quellen zudem, dass die Einigung nach mehrwöchigen Verhandlungen zwischen Vorstand und Betriebsrat zustande kam und jährliche Einsparungen von rund 1 Milliarde Euro ab 2028 bringen soll. Als unmittelbaren Auslöser nennen mehrere Berichte eine Gewinnwarnung, die Nedeljković im Juni 2026 aussprechen musste – nur einen Monat, nachdem er vom Produktionsvorstand zum Konzernchef aufgestiegen war.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, wie viele der rund 40.000 angeschriebenen Beschäftigten das Abfindungsangebot tatsächlich annehmen werden und wie hoch die Abfindungssummen im Einzelnen ausfallen. Eine gesonderte Stellungnahme von Gewerkschaften wie der IG Metall liegt in den vorliegenden Quellen nicht vor. Für Österreich besonders relevant: Keine der vorliegenden Meldungen konkretisiert, ob und wie sich der Abbau auf das BMW-Werk im oberösterreichischen Steyr oder auf österreichische Kfz-Zulieferer auswirkt – erwähnt wird lediglich allgemein, dass BMW dort produziert und heimische Zulieferer hat.
Einordnung
Mit dem Sparprogramm zieht BMW als letzter der vier großen deutschen Autokonzerne nach: Volkswagen hatte laut Berichten bereits den möglichen Wegfall von bis zu 50.000 Jobs weltweit angekündigt, wobei über eine zweite Streichungsrunde mit bis zu 100.000 Stellen diskutiert wird, Porsche strich erst kürzlich weitere 5.000 Stellen. Als Ursachen werden in mehreren Berichten der eingebrochene chinesische Absatzmarkt, wachsender Konkurrenz- und Preisdruck durch chinesische Hersteller wie BYD, US-Zölle sowie hohe Investitionen in die geplante „Neue Klasse“ genannt. Die Ankündigung reiht sich damit in eine branchenweite Krise der deutschen Autoindustrie ein, die zuletzt auch andere Industriezweige erfasst hat – etwa mit dem angekündigten Stellenabbau beim Faserhersteller Lenzing in Österreich.


