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Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat eine Direktive vorgeschlagen, die Inspektionen an 453 in den USA registrierten Boeing-737-MAX-Jets (Modelle 737-8, 737-9, 737-8200) vorschreiben soll. Grund ist laut FAA, dass bei bestimmten Passagiersitzen sogenannte Aft-Fitting-Sperrbolzen nicht korrekt in die Sitzschiene eingerastet waren – ein solcher Sitz könnte sich bei Turbulenzen oder einer Notlandung lösen, Passagiere verletzen oder den Gang blockieren.

Die FAA verlangt eine detaillierte Prüfung der Sitzbefestigungen und hat eine öffentliche Kommentierungsfrist bis 10. September 2026 eröffnet, bevor eine endgültige Anordnung feststeht. Ein Boeing-Sprecher erklärte, der Konzern habe die Fluggesellschaften bereits im Dezember 2025 informiert und unterstütze die Maßnahme.

Die Direktive reiht sich in eine Serie von Produktionspannen bei der 737-MAX-Baureihe ein, die seit dem Ausbruch eines Rumpfteils im Flug Anfang 2024 unter verschärfter Beobachtung steht. Offen bleiben unter anderem die betroffenen Fluggesellschaften, mögliche bereits eingetretene Zwischenfälle sowie der Ausgang der laufenden Kommentierungsfrist.

Was passiert ist

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat eine Lufttüchtigkeitsdirektive vorgeschlagen, die Inspektionen an 453 in den USA registrierten Boeing-737-MAX-Jets vorschreiben soll. Betroffen sind laut der im Federal Register veröffentlichten Direktive die Modelle 737-8, 737-9 und 737-8200. Grund ist ein Bericht, wonach bei bestimmten schienenmontierten Passagiersitzen sogenannte Aft-Fitting-Sperrbolzen nicht korrekt abgesenkt und nicht in die Sitzschiene eingerastet waren. Ein derart fehlerhaft montierter Sitz könnte sich laut FAA bei erhöhter Belastung, starken Turbulenzen oder einer Notlandung aus der Verankerung lösen – mit der Gefahr, Passagiere und Besatzung zu verletzen oder den Gang zu blockieren.

Was die FAA-Direktive vorsieht

Die Direktive verlangt eine detaillierte Sichtprüfung der Befestigungen jedes schienenmontierten Sitzes an der linken und rechten Sitzschiene sowie gegebenenfalls Nachbesserungsmaßnahmen. Je nach Kabinenkonfiguration kann ein Flugzeug nach FAA-Schätzung bis zu 69 solcher Sitzbaugruppen haben. Die Behörde beziffert den Aufwand pro Sitz mit rund einer Arbeitsstunde und Kosten von etwa 85 US-Dollar, ohne dass Ersatzteile nötig wären. Bislang handelt es sich um einen Vorschlag: Die FAA hat eine öffentliche Kommentierungsfrist bis 10. September 2026 eröffnet, bevor über eine endgültige, verbindliche Anordnung entschieden wird.

Boeings Reaktion und Kontext

Ein Boeing-Sprecher erklärte laut ORF und Kurier, der Konzern habe die Fluggesellschaften bereits im Dezember 2025 über das Problem informiert und unterstütze die Anordnung der FAA. Eine unabhängige Bestätigung dieses Zeitpunkts liegt nicht vor, die Aussage stammt allein von Boeing selbst. Der Flugzeugbauer steht seit einer Reihe von Produktionspannen unter verschärfter behördlicher Beobachtung, insbesondere seit Anfang 2024 im Flug ein Rumpfteil einer 737 MAX herausgebrochen war. Die nun vorgeschlagene Sitz-Direktive reiht sich in diese Serie von Sicherheitsproblemen bei dem Modell ein.

Was unklar bleibt

Aus den vorliegenden Quellen geht nicht hervor, welche Fluggesellschaften konkret die 453 betroffenen Flugzeuge betreiben, und ob es im laufenden Passagierbetrieb bereits zu tatsächlichen Vorfällen mit gelösten Sitzen gekommen ist. Ebenso offen ist, wie es überhaupt zu der fehlerhaften Montage der Sitzschienen-Verriegelungen kam und ob andere Luftfahrtbehörden außerhalb der USA, etwa die europäische EASA, ähnliche Prüfungen für in ihrem Zuständigkeitsbereich registrierte Maschinen anordnen könnten. Auch der Ausgang der bis 10. September 2026 laufenden Kommentierungsfrist und der endgültige Wortlaut einer möglichen verbindlichen Direktive stehen noch aus.

Einordnung

Für Boeing ist die vorgeschlagene Direktive ein weiterer Rückschlag in einer längeren Serie von Qualitäts- und Sicherheitsproblemen rund um die 737-MAX-Baureihe, die seit dem Zwischenfall mit einem herausgebrochenen Rumpfteil Anfang 2024 unter besonders strenger behördlicher Beobachtung steht. Anders als bei akuten Störfällen handelt es sich hier jedoch um eine vorsorgliche, vorgeschlagene Maßnahme der FAA auf Basis eines Montageberichts – nicht um die Folge eines bereits eingetretenen Unfalls mit Verletzten. Wie gravierend das Problem in der Praxis ist, dürfte sich erst mit den angeordneten Inspektionen und der endgültigen Fassung der Direktive zeigen.