In Schwechat hat der Kunststoffkonzern Borouge International eine neue Compounding-Anlage für Polypropylen in Betrieb genommen und dafür mehr als 100 Millionen Euro investiert. Die Anlage liegt neben der bestehenden Raffinerie und war bereits seit 2023 in Bau - lange vor der Fusion, aus der im März 2026 der heutige Konzern entstand: Zusammengeschlossen wurden die OMV-Tochter Borealis, das Unternehmen Borouge aus Abu Dhabi und das kanadische Unternehmen Nova Chemicals, mit neuem Sitz in Wien.
In der Anlage werden Polypropylen-Harze mit recyceltem Material und leistungssteigernden Additiven veredelt; der Recyclinganteil soll laut Unternehmensangaben je nach Auftrag bis zu 40 Prozent erreichen. Bei der Eröffnung würdigten Konzernchef Roger Kearns, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner den Ausbau des Standorts.
Unklar bleibt, wie sich die von einer Einzelquelle genannte Konzernbewertung von rund 60 Milliarden US-Dollar sowie die Marktposition als viertgrößter Polyolefin-Produzent unabhängig einordnen lassen; ebenso offen ist die genaue Eigentümerstruktur zwischen OMV und ADNOC.
Was passiert ist
In Schwechat im Bezirk Bruck an der Leitha hat der Kunststoffkonzern Borouge International eine neue Anlage für die Veredelung von Kunststoff in Betrieb genommen. Wie der Konzern und mehrere Medien übereinstimmend berichten, investierte das Unternehmen mehr als 100 Millionen Euro in die neue Compounding-Anlage, die neben der bestehenden Raffinerie am Standort liegt. Die feierliche Eröffnung fand am Montag statt, bei der laut ORF-Berichterstattung auch Konzernchef Roger Kearns sowie Vertreter der österreichischen Politik anwesend waren. Geplant und gebaut wurde die Anlage bereits seit 2023 - also lange vor der Fusion, die den heutigen Konzern hervorbrachte.
Der neue Konzern Borouge International
Die Anlage ist Teil eines größeren Konzernumbaus: Im März 2026 wurde die Fusion aus der OMV-Tochter Borealis, dem Unternehmen Borouge mit Sitz in Abu Dhabi und dem kanadischen Unternehmen Nova Chemicals abgeschlossen. Aus dem Zusammenschluss entstand Borouge International mit Konzernsitz in Wien - ein Schritt, den auch eine offizielle Mitteilung von Borealis bestätigt, die von der Erweiterung der Polymer-Compounding-Fähigkeiten am Standort Schwechat im Zuge der Fusion spricht. Laut ORF-Berichterstattung halten die OMV und der Energiekonzern ADNOC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten je 50 Prozent an dem neuen Konzern; unabhängig bestätigt ist diese Aufteilung bislang nicht. Ebenfalls nur aus einer Quelle stammt die Angabe, wonach der Konzern mit rund 60 Milliarden US-Dollar bewertet wird, weltweit rund 10.000 Menschen beschäftigt - davon etwa 700 am Standort Schwechat - und als viertgrößter Produzent von Polyolefin-Kunststoffen weltweit gilt.
Was die Anlage leistet
In der neuen Compounding-Anlage werden Polypropylen-Harze mit recyceltem Propylen sowie leistungssteigernden Additiven vermischt und veredelt. Der daraus entstehende Kunststoff dient als Grundstoff für unterschiedlichste Produkte, von Autoteilen bis zu Haushaltsgeräten. Laut Angaben des Standortleiters vor Ort liegt der Anteil an recyceltem Material je nach Auftrag bei bis zu 40 Prozent - ein Wert, den bislang nur eine Quelle nennt und der unabhängig nicht überprüft ist. Die Borealis-eigene Ankündigung spricht allgemeiner von Materiallösungen, die Leichtbau, optimierte Leistung und höhere Kreislauffähigkeit verbinden sollen, und nennt Automobilindustrie, Haushaltsgeräte und Infrastruktur als wichtige Zielbranchen.
Reaktionen und Einordnung
Beim symbolischen Bandschnitt betonte Konzernchef Roger Kearns laut ORF ein Bekenntnis zum Standort Schwechat. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) hob hervor, dass die Produktion trotz hoher heimischer Personalkosten in Österreich stattfinde, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) verwies auf den steigenden Recyclinganteil als Beitrag zur Kreislaufwirtschaft des Landes. Auffällig ist, dass in der bisherigen Berichterstattung ausschließlich Unternehmens- und Regierungsvertreter zu Wort kommen; eine kritische oder unabhängige Einordnung der Investition, etwa zu Umweltauswirkungen der Kunststoffproduktion oder zur tatsächlichen Kreislaufquote, liegt bislang nicht vor.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, wie sich die von einer Einzelquelle genannte Konzernbewertung von rund 60 Milliarden US-Dollar sowie die Einstufung als viertgrößter Polyolefin-Produzent weltweit unabhängig einordnen lassen. Ebenso unklar ist die genaue Aufteilung der Eigentumsanteile zwischen OMV und ADNOC sowie mögliche Auswirkungen der neuen Anlage auf die künftige Beschäftigtenzahl am Standort Schwechat über die bereits genannten rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinaus.

