BTS reicht bei den kommenden Grammy Awards keine Musik ein. Die südkoreanische Band teilte diese Entscheidung in einem Statement auf ihren Social-Media-Kanälen mit: „Wir hoffen, dass Musik unabhängig von Region oder Sprache gehört und geliebt werden kann – einfach als Musik selbst.“ Ein konkreter Grund wurde darin nicht genannt.
Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der die Recording Academy im Juni 2026 fünf neue Grammy-Kategorien eingeführt hat, darunter „Best Asian Pop Music Performance“ für Darbietungen aus asiatischen Musikmärkten. Laut internationaler Berichterstattung hätte BTS mit dem im März veröffentlichten Comeback-Album „Arirang“ für diese Kategorie infrage kommen können, reichte es aber nicht ein. Ob der Verzicht tatsächlich als Protest gegen die Kategorie zu verstehen ist, ist nicht offiziell bestätigt; auch von der Recording Academy liegt bislang keine Reaktion vor.
BTS feierte heuer nach dem für alle sieben Mitglieder verpflichtenden Militärdienst ein Comeback und gehört seit ihrem Debüt 2013 zu den international erfolgreichsten Popbands.
Was passiert ist
BTS steigt bei den kommenden Grammy Awards nicht ins Rennen ein. Die siebenköpfige südkoreanische Band teilte am 30. Juli 2026 in einem Statement auf ihren Social-Media-Kanälen mit, dass sie heuer keinen Beitrag einreiche. Wörtlich hieß es: „Wir haben uns entschieden, dieses Jahr keinen Beitrag für die Grammys einzureichen.“ Weiter erklärte die Band: „Wir hoffen, dass Musik unabhängig von Region oder Sprache gehört und geliebt werden kann – einfach als Musik selbst.“ DER STANDARD und Die Presse, die sich in ihrer Berichterstattung auf APA/dpa stützen, geben den Wortlaut des Statements übereinstimmend wieder; auch der ORF berichtete über die Entscheidung.
Hintergrund: die neue Grammy-Kategorie
Die Ankündigung fällt in eine laufende Debatte um das Preisformat der Grammys. Die Recording Academy hatte im Juni 2026 fünf neue Kategorien eingeführt, darunter „Best Asian Pop Music Performance“, mit der Darbietungen aus asiatischen Musikmärkten ausgezeichnet werden sollen. Laut Die Presse gab es an dieser neuen Kategorie Kritik, wobei die Zeitung selbst nur „Medienberichten zufolge“ formuliert und keine Details zu Urheberschaft oder Ausmaß nennt. Internationale Berichterstattung, etwa das Musikportal Goldderby, ordnet BTS’ Verzicht in den Kontext dieser Kontroverse ein und nennt das im März 2026 veröffentlichte Comeback-Album „Arirang“ als jenes Werk, das für eine Einreichung infrage gekommen wäre. Die Bewerbungsphase für die Grammys läuft laut Die Presse noch bis 21. August 2026, die Verleihung ist für den 7. Februar 2027 geplant.
Was unklar bleibt
Ob BTS’ Entscheidung als gezielter Protest gegen die neue Kategorie zu verstehen ist, bestätigt weder die Band noch eine andere Quelle ausdrücklich – die vorliegenden Berichte formulieren dies als naheliegende, aber offene Frage. Eine Reaktion der Recording Academy auf die Entscheidung von BTS liegt bislang nicht vor. Ebenso wenig bestätigt ist, ob tatsächlich das Album „Arirang“ jenes Werk ist, das von der Einreichung ausgeschlossen wurde, oder ob BTS grundsätzlich auf jede Grammy-Bewerbung in dieser Saison verzichtet. Auch Reaktionen anderer K-Pop-Acts oder asiatischer Musikschaffender auf die neue Kategorie sind aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich.
Einordnung
BTS gehört seit ihrem Debüt 2013 zu den kommerziell erfolgreichsten Popbands weltweit und feierte heuer, nach dem für alle sieben Mitglieder verpflichtenden Militärdienst in Südkorea, ein viel beachtetes Comeback. Der Verzicht auf eine Grammy-Einreichung einer Band dieser Größenordnung ist ein ungewöhnlicher Schritt und dürfte die Debatte um Sinn und Wirkung eigener Kategorien für nicht-westliche Popmusik weiter befeuern – zumal die Band selbst betont, Musik solle unabhängig von Herkunft oder Sprache wahrgenommen werden.

