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Die Wiener Gastronomiefamilien Plachutta und Friese übernehmen das Café Engländer in der Postgasse. Das berichten DER STANDARD, Die Presse und der Kurier übereinstimmend. Vorausgegangen waren der überraschende Tod von Betreiber Christian Wukonigg im Juli 2026 und die im August bekanntgewordene Insolvenz des Unternehmens. Gegenüber Die Presse kündigte Peter Friese an, das Lokal im Kern zu erhalten und nur behutsam zu modernisieren – „alles unverändert“, mit kleinen Verschönerungen.

Es ist bereits die zweite Rettung eines traditionsreichen Wiener Kaffeehauses durch die beiden Familien: Zuvor hatten sie den insolventen Bräunerhof übernommen und wiedereröffnet. Die Engländer-Filiale am Praterstern, die wirtschaftlich schlecht lief, ist laut Friese nicht Teil der aktuellen Übernahme.

Offen bleiben Details wie der Kaufpreis, der genaue Zeitplan der Übergabe sowie eine offizielle Bestätigung des zitierten Bieterverfahrens durch Insolvenzverwalter oder Gericht. Auch die Zukunft der Praterstern-Filiale und des Lokals Paul & Vitos ist derzeit nicht geklärt.

Was passiert ist

Die Wiener Gastronomiefamilien Plachutta und Friese übernehmen das Café Engländer in der Postgasse. Das berichten DER STANDARD, Die Presse und der Kurier übereinstimmend. Die Presse hat dazu mit Peter Friese gesprochen, der das Vorhaben so beschreibt: Man wolle „alles unverändert“ lassen, das Lokal „ein bisschen adaptieren, ein bisschen verschönern“, es aber im Kern erhalten. Geplant sei die Übernahme ursprünglich nicht gewesen, sie habe sich erst nach dem Tod des bisherigen Betreibers ergeben.

Vorgeschichte: Tod des Betreibers und Insolvenz

Café-Engländer-Patron Christian Wukonigg war im Juli 2026 überraschend verstorben. Im August wurde bekannt, dass die Betreibergesellschaft des Lokals insolvent ist. Wukonigg hatte das Café Engländer 1990 gemeinsam mit Attila Corbacci an der Adresse des früheren Café Windhaag eröffnet, wenig später ging das Unternehmen zunächst in Konkurs. Ein zweiter Anlauf ab 2002 etablierte das Lokal dauerhaft als Fixpunkt der Wiener Kaffeehausszene. 2023 kam eine Dependance am Praterstern dazu, die laut Berichterstattung wirtschaftlich nicht gut lief.

Zweite Rettung nach dem Bräunerhof

Für Plachutta und Friese ist es bereits die zweite Übernahme eines in Schieflage geratenen, traditionsreichen Wiener Kaffeehauses: Zuvor hatten Peter Friese und Christoph Plachutta den insolventen Bräunerhof in der Stallburggasse übernommen, behutsam modernisiert und wiedereröffnet – jenes denkmalgeschützte Lokal, das unter anderem durch seinen langjährigen Stammgast Thomas Bernhard bekannt wurde. Ob eine weitere Kaffeehaus-Übernahme folgt, ließ Friese gegenüber Die Presse offen: Konkrete Pläne gebe es derzeit nicht, „aber ich bin nicht suchend“, so seine Formulierung sinngemäß.

Was unklar bleibt

Zu finanziellen Details der Übernahme, etwa dem Kaufpreis, liegen keine Angaben vor. Eine offizielle Bestätigung durch einen Insolvenzverwalter oder eine gerichtliche Entscheidung zum Ausgang des von der Presse unter Berufung auf den Falter genannten Bieterverfahrens wurde bislang nicht eingesehen. Auch der genaue Zeitplan für Übergabe und etwaige Wiedereröffnung ist offen. Unklar bleibt zudem die Zukunft zweier weiterer mit dem Café Engländer verbundener Lokale: der Filiale am Praterstern, die nach Angaben Frieses nicht Teil der Übernahme ist und deren künftiger Betrieb offen bleibt, sowie des nach Wukoniggs Söhnen benannten Lokals Paul & Vitos, dessen Website derzeit offline ist.

Einordnung

Das Café Engländer reiht sich in eine Reihe traditionsreicher Wiener Kaffeehäuser, die zuletzt insolvenzbedingt vor dem Aus standen und von Gastronomieunternehmern übernommen wurden. Die Wiener Kaffeehauskultur gilt als immaterielles Kulturerbe, entsprechend groß ist das öffentliche Interesse an Kontinuität statt Schließung solcher Institutionen. Die Berichterstattung stützt sich derzeit primär auf Aussagen der neuen Betreiber selbst; wie sich das Bieterverfahren im Detail gestaltete oder welche weiteren Interessenten es gab, ist über die vorliegenden Medienberichte hinaus nicht dokumentiert.