Laut einem Bericht von ORF wächst ein Reisetrend, der auf Nervenkitzel statt Erholung setzt: Höhenmarathons, mehrtägige Wüstenläufe oder Trips mit Bungee-Jumping und Wildwasser-Rafting werden demnach zunehmend anstelle klassischer Urlaube gebucht. In sozialen Netzwerken ist dafür der Begriff „Darecation“ gebräuchlich. Die Motivationspsychologin Veronika Job sieht die Suche nach Risiko sowie das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung als zentrale Antriebe.
Zur Untermauerung verweist der Bericht auf einen Anstieg von rund 182 Prozent bei Extremsport-Versicherungen des britischen Anbieters SportsCover sowie auf einen Pinterest-Trendreport mit rund 75 Prozent mehr Suchanfragen für 2026. Diese Zahlen stammen aus im Bericht zitierten Drittquellen und wurden nicht eigenständig anhand von Originaldaten geprüft.
Für Österreich fehlen eigene belastbare Zahlen; heimische Versicherer sehen laut Bericht nur einen allgemeinen Bewegungstrend, keinen eigenständigen Extremtourismus-Boom. Die Einschätzung beruht insgesamt auf einem einzelnen Medienbericht und ist nicht unabhängig bestätigt.
Was passiert ist
Laut einem Bericht von ORF wächst ein Reisetrend, der auf Nervenkitzel statt Erholung setzt: Marathons auf bis zu 6.000 Metern Seehöhe, mehrtägige Extremläufe durch die Wüste oder Trips mit Bungee-Jumping und Wildwasser-Rafting werden demnach zunehmend anstelle klassischer Luxus- oder Erholungsurlaube gebucht. In sozialen Netzwerken ist dafür laut dem Bericht der Begriff „Darecation“ gebräuchlich, eine Wortkombination aus dem englischen „dare“ (sich trauen) und „vacation“ (Urlaub). Der Bericht beschreibt dies als wachsendes, insbesondere in sozialen Netzwerken sichtbares Phänomen.
Was die Quellen zeigen
Als Erklärung für den Trend zitiert der Bericht die Motivationspsychologin Veronika Job, die vor allem die Suche nach Risiko sowie das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung als bedeutende Faktoren nennt. Zur Untermauerung des Trends verweist der Bericht zudem auf Zahlen des britischen Versicherers SportsCover, demnach Extremsport-Versicherungen in den vergangenen zwei Jahren um rund 182 Prozent zugenommen hätten, sowie auf einen Pinterest-Trendreport, der für 2026 einen Anstieg von rund 75 Prozent bei einschlägigen Suchanfragen ausweist. Auch die Österreich Werbung wird im Zusammenhang mit dem Thema genannt. Alle diese Zahlen stammen aus im Bericht zitierten Drittquellen und wurden hier nicht anhand von Originalunterlagen eigenständig geprüft.
Was unklar bleibt
Die im Bericht genannten Zahlen beziehen sich, soweit ersichtlich, ausschließlich auf Großbritannien beziehungsweise auf globale Plattformdaten von Pinterest – belastbare Zahlen für Österreich fehlen. Heimische Versicherer beobachten laut dem Bericht zwar allgemein mehr Bewegung und Sport in der Bevölkerung, sehen darin aber keinen eigenständigen, klar abgrenzbaren Extremtourismus-Trend. Auch das im Bericht wiedergegebene Zitat der Psychologin Job zur Rolle der Adoleszenz bricht in der vorliegenden Quelle unvollständig ab, weshalb die dahinterliegende Argumentation nicht vollständig nachvollzogen werden kann. Insgesamt handelt es sich um eine Einschätzung, die auf einem einzelnen Medienbericht beruht und nicht durch weitere unabhängige Berichterstattung bestätigt ist.
Einordnung
Der beschriebene Trend fügt sich in eine seit Längerem diskutierte Entwicklung ein, wonach Reiseerlebnisse zunehmend auch als Mittel zur Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken dienen. Ob „Darecations“ tatsächlich ein breites, messbares Phänomen sind oder vor allem in bestimmten, sichtbaren Nischen stattfinden, lässt sich auf Basis der vorliegenden Quellenlage nicht abschließend beurteilen. Eine unabhängige Einordnung würde zusätzliche Daten – etwa aus Österreich selbst oder aus weiteren, voneinander unabhängigen Berichten – erfordern.

