Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist mit mehreren neuen Angriffswellen weitergegangen. Nach ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffen auf russisches Gebiet meldete der Gouverneur der Region Tula, Dmitri Miljajew, mindestens zwei Tote und drei Verletzte; getroffen wurden zudem ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Ozon in Saratow und Ziele in der Region Wolgograd. Auf ukrainischer Seite waren zuvor bei russischen Angriffen auf Kiew mindestens fünf Menschen getötet und mindestens 35 verletzt worden, kurz darauf tötete ein russischer Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in Pawlohrad nach Angaben von Präsident Selenskyj mindestens vier Menschen und verletzte mehr als 60; die Staatsanwaltschaft Dnipropetrowsk ermittelt wegen eines möglichen Kriegsverbrechens.
In der Nacht auf 17. September 2026 griff Russland erneut mit ballistischen Raketen an – diesmal Kiew, Dnipro, Saporischschja und Odessa. Die Zahl der Verletzten in der Hauptstadt wurde im Tagesverlauf von elf auf mindestens 18 nach oben korrigiert, in Odessa wurden drei Menschen verletzt und ein 19-stöckiges Wohnhaus getroffen. Ein ziviles Schiff unter tansanischer Flagge wurde von einer Drohne getroffen, der Kapitän starb. Die Ukraine meldete im Gegenzug Angriffe auf eine Ölraffinerie in Jaroslawl und einen Militärflugplatz bei Rostow; der Gouverneur von Jaroslawl bestätigte Schäden und einen gelöschten Brand, nannte aber keine Opfer.
Nur wenige Tage später, am 18. und 19. September 2026, folgten weitere tödliche Angriffe: Im Landkreis Fastiw südwestlich von Kiew starben laut Militärverwaltungschef Tymur Tkatschenko mindestens drei Menschen – eine Mutter mit ihren zwei kleinen Kindern –, mehrere Häuser und ein Auto wurden beschädigt. Im Gebiet Schytomyr wurden nach Angaben der dortigen Militärverwaltung mindestens zwei Menschen getötet und zwei verletzt, in der Stadt Balaklija in der Region Charkiw kamen laut Militärverwaltungschef Witalij Karabanow mindestens zwei weitere Menschen ums Leben; er warf Russland vor, gezielt Zivilisten angegriffen zu haben. Während die Kernfakten der Angriffswelle auf Kiew, Dnipro, Saporischschja und Odessa von mehreren unabhängigen Medien übereinstimmend berichtet werden und auch die neuen Todesfälle in Schytomyr und Balaklija durch Medien- und Agenturmeldungen gestützt sind, beruht die Opferzahl aus Fastiw bislang auf einer einzigen ursprünglichen Quelle. Angaben zu Angriffen auf russisches Gebiet – Tula ebenso wie Jaroslawl und Rostow – bleiben weiterhin unabhängig unbestätigt, ebenso der Vorwurf gezielter Zivilistenangriffe in Balaklija und die Ermittlungsergebnisse zu Pawlohrad.
Was passiert ist
Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine geht mit wiederkehrenden schweren Angriffswellen auf beiden Seiten der Front weiter. Nach einer Serie ukrainischer Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Gebiet um die Region Tula und einem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der ukrainischen Stadt Pawlohrad Mitte September hat Russland in der Nacht auf 17. September 2026 erneut mit ballistischen Raketen die Hauptstadt Kiew sowie Dnipro, Saporischschja und die Hafenstadt Odessa angegriffen. Die Ukraine meldete ihrerseits Gegenangriffe auf eine Ölraffinerie in Jaroslawl und einen Militärflugplatz bei Rostow. Am 18. und 19. September 2026 folgten weitere tödliche russische Angriffe auf den Landkreis Fastiw im Kiewer Umland, das Gebiet Schytomyr und die Stadt Balaklija in der Region Charkiw.
Angriffe auf russisches Gebiet (Mitte September)
Laut Gouverneur Miljajew wurden bei ukrainischen Angriffen auf die südlich von Moskau gelegene Region Tula 26 Drohnen abgeschossen, mindestens zwei Menschen kamen dabei ums Leben, drei wurden verletzt. Getroffen wurde außerdem ein Logistikzentrum des Internethändlers Ozon in Saratow an der Wolga; auch in der Region Wolgograd griff das ukrainische Militär nach russischen Angaben Ziele mit Raketen an, wobei zwei Menschen in der Regionalhauptstadt verletzt worden sein sollen. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, in derselben Nacht seien landesweit 777 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Alle diese Angaben stammen von russischen Behörden und Militärstellen; eine ukrainische Stellungnahme dazu liegt bislang nicht vor, ebenso wenig eine unabhängige Überprüfung der genannten Zahlen.
Angriffe auf die Ukraine (Anfang bis Mitte September)
Auf ukrainischer Seite hatte es zuvor mehrere folgenreiche russische Angriffe gegeben. In Kiew wurden nach einer nächtlichen Serie von Attacken mindestens fünf Menschen getötet und mindestens 35 verletzt, mehrere Wohnhäuser wurden beschädigt. Im selben Zeitraum wurde laut örtlichen Behörden ein Mensch bei einem Luftangriff auf die Hafenstadt Mykolajiw getötet, und an einem Grenzübergang zu Moldau in der Region Odessa kamen nach Angaben von Gouverneur Oleh Kiper zwei Zivilisten ums Leben. In der Region Sumy wurden zehn Menschen in einem Regionalzug durch einen Drohnenangriff verletzt, zudem fiel laut dem Energiekonzern DTEK ein Wärmekraftwerk komplett aus. Kurz darauf traf ein russischer Drohnenangriff ein Einkaufszentrum in der südostukrainischen Stadt Pawlohrad, rund 80 Kilometer von der Front entfernt: Nach Angaben Selenskyjs starben mindestens vier Menschen, mehr als 60 wurden verletzt, mehrere Geschäfte und Fahrzeuge wurden beschädigt. Die Staatsanwaltschaft der Region Dnipropetrowsk leitete Ermittlungen wegen eines möglichen Kriegsverbrechens ein.
Neue Angriffswelle auf Kiew, Dnipro, Saporischschja und Odessa (17. September)
Nach einigen ruhigeren Nächten griff Russland in der Nacht auf 17. September 2026 erneut mit ballistischen Raketen an. Gegen Kiew wurden nach Angaben militärnaher Telegram-Kanäle bis zu sechs umfunktionierte Anti-Schiffs-Raketen vom Typ Zirkon eingesetzt. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von Schäden an einem Bürogebäude und einem Wohnhaus; die Zahl der Verletzten wurde im Tagesverlauf mehrfach nach oben korrigiert, von zunächst mindestens elf auf zuletzt mindestens 18, darunter Kinder. Auch die Großstädte Dnipro und Saporischschja wurden nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte mit ballistischen Raketen angegriffen. In der Hafenstadt Odessa wurden laut Behörden drei Menschen verletzt, darunter ein Kind, ein 19-stöckiges Wohnhaus wurde getroffen. Zudem wurde nach ukrainischen Angaben ein ziviles, unter tansanischer Flagge fahrendes Schiff im Schwarzen Meer von einer Drohne getroffen; der Kapitän starb, weitere Besatzungsmitglieder wurden verletzt. Russlands Verteidigungsministerium erklärte unbestätigt, das Schiff habe Fracht für die ukrainischen Streitkräfte transportiert.
Präsident Selenskyj bestätigte für dieselbe Nacht ukrainische Gegenangriffe auf russisches Gebiet: Getroffen worden seien eine Ölraffinerie in Jaroslawl sowie ein Militärflugplatz bei Rostow, wobei mehrere Flugzeuge und Hubschrauber beschädigt worden seien. Der Gouverneur der Region Jaroslawl, Michail Jewrajew, bestätigte auf Telegram Schäden an der Raffinerie und einen Brand, der habe gelöscht werden können; er sprach von einem großen Angriff mit 65 abgewehrten Drohnen und nannte keine Toten oder Verletzten. Laut Berichten von Telegram-Kanälen soll die Ukraine zudem mit Kampfdrohnen weitere Ziele in Rostow und Jaroslawl angegriffen haben, wonach mehrere russische Flughäfen den Betrieb zeitweise einschränken mussten.
Neue tödliche Angriffe auf Kiewer Umland, Schytomyr und Charkiw (18./19. September)
Nur wenige Tage nach der Raketenwelle vom 17. September meldeten ukrainische Regionalbehörden weitere tödliche Angriffe. In der Nacht auf den 19. September 2026 wurden im Landkreis Fastiw südwestlich von Kiew nach Angaben von Militärverwaltungschef Tymur Tkatschenko mindestens drei Menschen getötet – eine Mutter mit ihren zwei kleinen Kindern. Mehrere Wohnhäuser und ein Auto wurden beschädigt, ein ausgebrochener Brand konnte gelöscht werden. Die Angabe stammt aus einem Telegram-Post Tkatschenkos und wurde von ORF sowie über eine Agenturmeldung von mehreren deutschen Regionalzeitungen übernommen; eine von dieser Quelle unabhängige Bestätigung liegt nicht vor.
Bereits am 18. September 2026 waren nach Angaben des Chefs der Militärverwaltung des Gebiets Schytomyr westlich von Kiew, Witalij Bunetschko, bei russischen Angriffen mindestens zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt worden. Bei einem separaten Angriff auf die Stadt Balaklija in der Region Charkiw kamen laut dem dortigen Militärverwaltungschef Witalij Karabanow mindestens zwei weitere Menschen ums Leben; eine Agenturmeldung nannte zusätzlich zwei Verletzte und einen ausgebrochenen Brand. Karabanow warf Russland vor, dabei gezielt Zivilisten angegriffen zu haben – eine unabhängig überprüfbare Feststellung dazu gibt es bislang nicht. Laut derselben Agenturmeldung wurden bei den Angriffen vom 18. September auch in der Hafenstadt Odessa nach Angaben von Gouverneur Kiper mindestens zehn Menschen verletzt; diese Angabe ist bislang nur einfach belegt.
Was unklar bleibt
Zu den Vorfällen auf russischem Gebiet gibt es weiterhin ausschließlich Angaben russischer Regionalgouverneure und des russischen Verteidigungsministeriums; wie belastbar diese Zahlen sind und ob die Ukraine sich dazu äußert, bleibt offen. Unklar ist auch das genaue Schadensausmaß am Ozon-Logistikzentrum in Saratow. Zum Angriff auf Pawlohrad liegt weiterhin keine russische Stellungnahme vor, und der Ausgang der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dnipropetrowsk ist offen. Bei der Angriffswelle vom 17. September ist die endgültige Zahl der Verletzten in Kiew nicht abschließend geklärt, da Meldungen im Tagesverlauf schwankten. Ob die ukrainischen Angaben zu den Treffern auf die Raffinerie Jaroslawl und den Militärflugplatz Rostow unabhängig bestätigt werden, ist ebenso offen wie die Frage, ob das getroffene Schiff tatsächlich militärische Fracht transportierte, wie Russland behauptet, oder zivile Ladung. Zu den neuen Angriffen vom 18. und 19. September auf Fastiw, Schytomyr und Balaklija liegt bislang keine russische Stellungnahme vor; auch eine von den ursprünglichen ukrainischen Telegram- und Behördenangaben unabhängige Bestätigung der Opferzahlen steht noch aus, ebenso eine Prüfung des Vorwurfs, Russland habe in Balaklija gezielt Zivilisten angegriffen.
Einordnung
Die Ereignisse reihen sich in ein seit Wochen anhaltendes Muster wechselseitiger Angriffe ein, über das auch in früheren Artikeln von „Neue Nachrichten“ berichtet wurde – etwa zu Angriffswellen auf Kiew, Dnipro und Odessa Anfang September, zum Angriff auf ein Munitionslager bei Kiew mit zuletzt mindestens 38 Toten, zu einem Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in Krywyj Rih im August sowie zur Berliner Zuordnung des Leipzig-Drohnenvorfalls zu Russland. Wie schon in jenen Fällen liegen auch diesmal die Angaben zu Opferzahlen überwiegend einseitig vor: Für Angriffe auf russisches Gebiet sprechen ausschließlich russische Stellen, für Angriffe auf ukrainisches Gebiet ausschließlich ukrainische Stellen. Eine gegenseitige Bestätigung oder unabhängige Überprüfung findet in aller Regel nicht statt. Bei der Welle vom 17. September wurden die Kernfakten zu den Angriffen auf Kiew, Dnipro, Saporischschja und Odessa von mehreren unabhängigen Medien deckungsgleich berichtet; bei den neuen Angriffen vom 18./19. September auf Fastiw, Schytomyr und Balaklija stützt sich die jeweilige Mindestzahl an Toten zumindest auf eine Kombination aus Medienbericht und unabhängig davon verbreiteter Agenturmeldung, während Zusatzdetails wie Verletztenzahlen und der Vorwurf gezielter Zivilistenangriffe bislang nur einfach belegt sind.

