Textlänge

Batteriebetriebene Elektroautos waren 2025 in der EU im laufenden Betrieb rund ein Drittel günstiger als vergleichbare Benziner. Das zeigt ein Bericht des International Council on Clean Transportation (ICCT), der am Montag in Brüssel vorgestellt wurde. Als Gründe nennt die Organisation sinkende Batteriekosten und gestiegene Treibstoffpreise – Letztere verteuerten Verbrenner seit Ende Februar 2026 laut Bericht um 12 bis 36 Prozent.

Auch bei der Anschaffung nähern sich die Preise an: Einer Auswertung von rund 100.000 Fahrzeugpreisen in Deutschland zufolge lagen E-Autos 2025 in den drei größten Segmenten etwa gleichauf mit Benzinern. Die EU-weite Fahrzeugproduktion verschob sich zwischen 2020 und 2025 spürbar: Der Verbrenner-Anteil sank von 91 auf 72 Prozent, jener batteriebetriebener E-Autos stieg auf 19 Prozent.

Die vorliegenden Quellen geben bislang nur die Perspektive der Studienautoren wieder; Reaktionen der Autobranche und eine unabhängige Prüfung der Methodik stehen noch aus. Ein zusätzlich genannter Neuzulassungsanteil von 22 Prozent für das erste Halbjahr 2026 ließ sich nur über eine Zusammenfassung der Pressemitteilung nachvollziehen.

Was passiert ist

Batteriebetriebene Elektroautos waren in der Europäischen Union im Jahr 2025 im laufenden Betrieb rund ein Drittel günstiger als vergleichbare Benziner. Das geht aus einem Bericht des International Council on Clean Transportation (ICCT) hervor, der am Montag in Brüssel vorgestellt wurde. Als Ursachen nennt die Organisation sinkende Batteriekosten sowie gestiegene Treibstoffpreise. Der zugrunde liegende Bericht trägt den Titel „EV Transition Check 2026“ und wurde von ICCT als eigene Pressemitteilung veröffentlicht. Golem.de, Kurier und futurezone griffen die Zahlen am selben Tag auf.

Was die Zahlen zeigen

Laut dem Bericht lagen die Betriebskosten batteriebetriebener Pkw 2025 in der EU rund 33 Prozent unter jenen von Benzinern, wenn eine Mischung aus privatem und öffentlichem Laden zugrunde gelegt wird; ausschließlich öffentlich geladene E-Autos kamen demnach noch auf einen Kostenvorteil von rund 28 Prozent. Der seit Ende Februar 2026 gestiegene Ölpreis habe die Verbrauchskosten von Verbrennern zusätzlich um 12 bis 36 Prozent erhöht, während sie bei batteriebetriebenen Fahrzeugen laut Bericht weitgehend stabil geblieben seien. Einer Auswertung von Preisdaten von rund 100.000 Fahrzeugen in Deutschland, dem größten europäischen Automarkt, zufolge lagen zudem die Anschaffungskosten für batteriebetriebene E-Autos in den drei größten Fahrzeugsegmenten 2025 etwa auf dem Niveau von Benzinern. Global seien die Batteriekosten zwischen 2020 und 2025 um rund 35 Prozent gesunken, was laut Bericht zu einem Rückgang der Anschaffungskosten von E-Autos in Deutschland um 18 Prozent im selben Zeitraum beigetragen habe.

Produktion und Marktanteile

Die Verschiebung zeigt sich laut Bericht auch in der Fahrzeugproduktion: Der Anteil von Verbrennern an der gesamten EU-Fahrzeugproduktion sei von 2020 bis 2025 von 91 auf 72 Prozent gefallen, während batteriebetriebene E-Autos im selben Zeitraum einen Produktionsanteil von 19 Prozent erreicht hätten. Die Zahl batteriebetriebener Elektroautos in Deutschland habe sich von 2020 bis 2025 vervierfacht. Der eigenen Pressemitteilung von ICCT zufolge lag der Anteil batteriebetriebener Pkw an den EU-weiten Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2026 bei 22 Prozent – dieser Wert ließ sich bei der Recherche nur über eine Zusammenfassung der Pressemitteilung nachvollziehen, nicht über eine vollständige Lektüre des Originalberichts oder eine zweite unabhängige Quelle.

Einordnung

Laut Kurier, der sich auf den Bericht beruft, geht die leitende Autorin Marie Rajon Bernard davon aus, dass sich batterieelektrische Fahrzeuge europaweit weiter verbreiten werden, sofern die derzeitige Politik beibehalten wird. Der Europa-Direktor der Organisation, Peter Mock, wird mit der Einschätzung zitiert, europäische Automobilhersteller müssten ihre Investitionen in die Elektrifizierung fortsetzen statt den Kurs zu ändern, da sich der Marktwettbewerb verschärfe. Die vorliegenden Quellen bilden damit bislang ausschließlich die Perspektive der Studienautoren ab; Stellungnahmen von Automobilherstellern, der Mineralölbranche oder unabhängigen Fachleuten zur Methodik liegen nicht vor.

Was unklar bleibt

Offen ist unter anderem, wie sich die 33-Prozent-Ersparnis im Detail auf einzelne Kostenfaktoren wie Strompreise, Wartung, Versicherung oder Wertverlust aufschlüsselt. Ebenso unklar ist, wie belastbar der nur über eine Zusammenfassung zugängliche Wert zum Neuzulassungsanteil von 22 Prozent im ersten Halbjahr 2026 ist, und ob Automobilhersteller, Ölindustrie oder unabhängige Fachleute methodische Einwände gegen die ICCT-Berechnung vorbringen. Der vollständige Bericht „EV Transition Check 2026“ war zum Zeitpunkt der Recherche nur in Auszügen über die Pressemitteilung und Sekundärberichte zugänglich.