Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat sich weiter beschleunigt: Laut kongolesischen Gesundheitsbehörden sind seit Ende April 2026 1.556 Menschen an dem Virus gestorben, die Zahl der laborbestätigten Infektionen ist auf 3.532 gestiegen – eine Sterblichkeitsrate von rund 44 Prozent. Damit übersteigt die Fallzahl erstmals die des bisher schwersten kongolesischen Ausbruchs (2018–2020: rund 3.500 Fälle); die Zahl der Todesfälle (1.556) liegt aber weiterhin klar unter der damaligen Opferzahl von fast 2.300 – beide Vergleiche sollten nicht vermischt werden. Mehrere internationale Medien (Al Jazeera, CNN, Daily Sabah) bezeichnen den Ausbruch unter Berufung auf das kongolesische Kommunikationsministerium inzwischen als den weltweit zweitgrößten Ebola-Ausbruch aller Zeiten, hinter dem Ausbruch 2014–2016 in Westafrika (rund 28.616 Fälle, 11.310 Tote) – eine Einstufung, die bislang nicht durch eine von uns eingesehene offizielle WHO-Rangliste belegt ist. Auslöser bleibt die seltene Bundibugyo-Variante, für die es weiterhin keinen zugelassenen Impfstoff gibt.
Zugleich hat Uganda seinen eigenen, mit dem kongolesischen Ausbruch verbundenen Ebola-Fall am 28. Juli 2026 offiziell für beendet erklärt – erstmals belegt durch eine tatsächlich eingesehene offizielle Pressemitteilung des ugandischen Gesundheitsministeriums. Die Erklärung folgte auf eine 42-tägige Überwachungsphase seit der Entlassung des letzten Patienten am 16. Juni 2026; insgesamt wurden dort 20 Fälle registriert, 18 Personen genasen, zwei starben. UN-Ebola-Koordinator Julien Harneis hatte kurz zuvor gewarnt, die Fallzahlen in der DR Kongo verdoppelten sich derzeit etwa alle 20 Tage – schneller als der Ausbau der Hilfsmaßnahmen; WFP-Vizechef Carl Skau nannte den Ausbruch bereits zuvor den am schnellsten wachsenden aller Zeiten.
Offen bleibt, ob eine frühere WHO-Schätzung eines zwei- bis vierfach höheren tatsächlichen Ausmaßes weiterhin zutrifft, auf welcher Zählweise die Einstufung als zweitgrößter Ausbruch aller Zeiten beruht, wie groß die reale Dunkelziffer nicht erfasster Fälle ist, und ob Uganda angesichts der anhaltenden Ausbreitung im Nachbarland dauerhaft frei von neuen Fällen bleibt.
Was passiert ist
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik (DR) Kongo hat sich weiter beschleunigt und in zwei Aspekten neue Marken erreicht. Nach Angaben der kongolesischen Gesundheitsbehörden sind seit Ende April 2026 1.556 Menschen an dem Virus gestorben, die Zahl der im Labor bestätigten Infektionen ist auf 3.532 gestiegen – eine Sterblichkeitsrate von rund 44 Prozent. Die Zahlen setzen einen bereits zuvor dokumentierten, raschen Anstieg fort: Mitte Juli lag die Fallzahl noch bei gut 2.000, am 22. Juli waren es 2.905 Fälle mit 1.269 Todesfällen, am 26. Juli 3.200/1.405, am 30. Juli 3.442/1.521. Damit übersteigt die aktuelle Fallzahl erstmals die des bisher schwersten Ebola-Ausbruchs in der DR Kongo (2018–2020: rund 3.500 Fälle) – die Zahl der Todesfälle (1.556) liegt allerdings weiterhin klar unter der damaligen Opferzahl von fast 2.300. Auslöser bleibt die seltene Bundibugyo-Variante des Ebolavirus. Es ist der 17. Ebola-Ausbruch in der Geschichte der DR Kongo, betroffen sind fünf Provinzen im von jahrzehntelanger Gewalt geprägten Osten des Landes; die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte ihn im Mai 2026 gemeinsam mit der kongolesischen Regierung zur gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite erklärt.
Zugleich hat Uganda den eigenen, mit dem kongolesischen Ausbruch verbundenen Ebola-Fall offiziell für beendet erklärt. Nach Angaben des ugandischen Gesundheitsministeriums vom 28. Juli 2026 folgte die Erklärung auf eine 42-tägige Überwachungsphase seit der Entlassung des letzten Patienten am 16. Juni 2026, während der landesweit keine neuen Fälle mehr registriert wurden. Insgesamt wurden in Uganda 20 bestätigte Fälle gezählt, 18 Personen genasen, zwei starben.
Was die Quellen zeigen
Der aktuellste Fallzahlenstand vom 31. Juli 2026 stammt aus einem tatsächlich eingesehenen ORF-Artikeltext-Auszug, der sich auf neue Behördenangaben beruft; dass die neuen Zahlen die des bisher schwersten Ausbruchs 2018–2020 übersteigen, wird darin explizit als Vergleich genannt. Ein WHO-Disease-Outbreak-News-Eintrag (2026-DON613) sowie ein wöchentlicher Lagebericht des WHO-Regionalbüros für Afrika hatten für den 26./27. Juli 2026 noch 3.262 bestätigte Fälle und 1.437 Todesfälle genannt – nahe am damaligen Behördenstand. Eine tagesgleiche WHO-Publikation zum jetzigen Stand (3.532/1.556) liegt uns nicht vor; die zuvor dokumentierte Lücke zwischen offizieller WHO-Berichterstattung und tagesaktuellen Regierungsangaben dürfte sich damit wieder leicht vergrößert haben.
Für die Beendigung des Ausbruchs in Uganda liegt erstmals eine tatsächlich eingesehene offizielle Quelle vor: die Pressemitteilung des ugandischen Gesundheitsministeriums über die Uganda Media Centre-Website. Sie benennt das genaue Entlassungsdatum des letzten Patienten (16. Juni 2026) und die 42-tägige Überwachungsfrist – Angaben, die zuvor nur vage mit „Mitte Juli“ kursierten. Al Jazeera und ein Der-Standard-Bericht aus dem aktuellen Cluster bestätigen die Erklärung inhaltlich.
Mehrere internationale Medien – Al Jazeera, CNN und Daily Sabah – berichten zudem unter Berufung auf das kongolesische Kommunikationsministerium, der Ausbruch sei nun der weltweit zweitgrößte Ebola-Ausbruch aller Zeiten, hinter dem Ausbruch 2014–2016 in Westafrika mit rund 28.616 Fällen und 11.310 Toten. Diese Einordnung ist bislang nicht durch eine von uns eingesehene offizielle WHO-Rangliste unterlegt, sondern beruht auf einer Regierungsangabe, die von internationalen Medien übereinstimmend aufgegriffen wird. Wie von Neue Nachrichten bereits berichtet, war zuvor auch ein für eine humanitäre Organisation tätiger US-Bürger im Kongo positiv getestet und zur Behandlung nach Deutschland ausgeflogen worden.
Einordnung
Die aus den aktuellen Behördenzahlen errechnete Sterblichkeitsrate von rund 44 Prozent bestätigt, dass die Bundibugyo-Variante des Ebolavirus weiterhin sehr tödlich verläuft; ein zugelassener Impfstoff oder eine spezifische Therapie fehlen laut WHO nach wie vor. Wichtig für eine nüchterne Einordnung ist die Unterscheidung zwischen zwei unterschiedlichen Vergleichen: In der reinen Fallzahl hat der aktuelle Ausbruch den bisher schwersten kongolesischen Ausbruch (2018–2020) knapp überholt, bei den Todesfällen liegt er weiterhin deutlich darunter – die international kursierende Einstufung als „zweitgrößter Ausbruch aller Zeiten“ bezieht sich, soweit erkennbar, auf die Fallzahl, nicht auf die Opferzahl.
Dass Uganda seinen Ausbruch nach 42 Tagen ohne neue Fälle offiziell für beendet erklärt hat, zeigt, dass die eingeleiteten Eindämmungsmaßnahmen – intensive Überwachung, Kontaktverfolgung, Labortests – dort erfolgreich waren, während sich die Lage im Nachbarland DR Kongo weiter zuspitzt. UN-Ebola-Koordinator Julien Harneis hatte erst wenige Tage zuvor gewarnt, die Fallzahlen verdoppelten sich derzeit etwa alle 20 Tage – ein weitaus schnelleres Wachstum als der Ausbau der internationalen Hilfsmaßnahmen. Die jetzt gemeldete Steigerung von 3.442 auf 3.532 Fälle innerhalb weniger Tage ist mit dieser Beschreibung konsistent, auch wenn sich daraus keine exakte Verdopplungsrate ableiten lässt. Unverändert gehen Fachleute laut den vorliegenden Berichten von einer relevanten Dunkelziffer nicht erfasster Fälle aus, insbesondere in von Konflikten betroffenen Regionen Ituris und Nord-Kivus; der Tropenmediziner Martin Grobusch geht laut Medienberichten weiterhin davon aus, dass der Ausbruch bis ins kommende Jahr andauern könnte.
Was unklar bleibt
Offen bleibt weiterhin, worauf genau eine frühere WHO-Schätzung beruhte, wonach das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchs zwei- bis viermal so groß sein könnte wie die offiziellen Zahlen; eine zugängliche Primärquelle mit der Berechnungsgrundlage liegt uns nicht vor. Neu hinzugekommen ist die Frage, auf welcher Zählweise und Datengrundlage die international kursierende Einstufung als weltweit zweitgrößter Ebola-Ausbruch aller Zeiten beruht und ob sie von der WHO offiziell bestätigt wird – bislang stammt sie nur aus internationalen Medienberichten unter Berufung auf eine Regierungsstelle. Unklar bleibt zudem weiterhin, warum die Todesfallzählung der Behörden bereits Ende April beginnt, obwohl der Ausbruch erst Mitte Mai offiziell ausgerufen wurde, sowie auf welcher konkreten Datengrundlage die von Harneis genannte 20-Tage-Verdopplungsrate beruht. Schließlich lässt sich aus den vorliegenden Quellen weiterhin nicht beziffern, wie groß die tatsächliche Dunkelziffer nicht erfasster Fälle in den betroffenen Regionen ist, und ob Uganda nach der offiziellen Beendigung seines Ausbruchs angesichts der anhaltenden Ausbreitung im Nachbarland dauerhaft frei von neuen Fällen bleibt.

