Der Ebola-Ausbruch in der DR Kongo hat laut dem kongolesischen Institut für öffentliche Gesundheit zum 2. September 2026 einen neuen Höchststand erreicht: 6.186 Infektionen und 3.007 Todesfälle, eine Fallsterblichkeit von rund 48,6 Prozent, 1.409 Genesene. Das kongolesische Informationsministerium und die WHO bestätigen mit eigenen, wenige Tage älteren Zahlen (31. beziehungsweise 26. August) denselben Aufwärtstrend; eine Ausweitung über die bisher betroffenen sechs Provinzen im Osten und Nordosten hinaus ist nicht erkennbar.
Neu ist vor allem der Beginn der Impfkampagne: Seit 27. August wird in Kisangani (Provinz Tshopo) medizinisches Personal mit dem Impfstoff Ervebo geimpft, die Kampagne soll laut WHO 14 Gesundheitszonen in drei Provinzen erfassen. Die WHO nennt 70.000 freigegebene Dosen, davon rund 20.000 für eine klinische Studie zur Wirksamkeit gegen die vorliegende Bundibugyo-Variante, gegen die Ervebo bislang nicht offiziell zugelassen ist. ORF berichtet unter Berufung auf Behördenangaben separat von 16.250 bereits eingetroffenen Dosen, ohne dass sich das Verhältnis zur WHO-Zahl aus den Quellen klären lässt.
Laut einem Kurier-Bericht hat die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC Vermutungen einer Erregermutation nicht bestätigt gesehen – eine bislang offene Frage aus der bisherigen Berichterstattung, die damit eine erste, aber nur einfach belegte Antwort erhält. Wie im bisherigen Bericht zum Ausbruch dargestellt, bleiben Fragen zu Wirksamkeitsdaten der laufenden Therapiestudien sowie zur tatsächlichen Dunkelziffer offen.
Mehr als 3.000 Tote – neue Zahlen vom 2. September
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat nach Angaben des kongolesischen Instituts für öffentliche Gesundheit einen weiteren traurigen Meilenstein erreicht: Bis zum 2. September 2026 wurden 6.186 Infektionen und 3.007 Todesfälle registriert. Die Fallsterblichkeit liegt damit bei rund 48,6 Prozent, 1.409 Menschen gelten als genesen.
Die Zahlen liegen auf einer Linie mit anderen jüngsten Meldungen. Das kongolesische Informationsministerium hatte für den 31. August 6.041 bestätigte Fälle und 2.911 Tote genannt, 619 Menschen befanden sich zu dem Zeitpunkt in Isolation oder Behandlung. Auch die WHO bestätigt in ihrem jüngsten Lagebericht den Aufwärtstrend: Zum Stichtag 26. August waren es 5.794 Fälle und 2.786 Tote bei einer Fallsterblichkeit von 48,1 Prozent, verteilt auf 60 Gesundheitszonen in sechs Provinzen im Osten und Nordosten des Landes. Eine Ausweitung auf weitere Provinzen ist demnach bislang nicht eingetreten.
Impfkampagne beginnt in Kisangani
Parallel zum steigenden Zahlenstand hat die praktische Reaktion begonnen: Laut WHO wurde am 27. August in Kisangani, der Hauptstadt der Provinz Tshopo, mit der Impfung von medizinischem Personal begonnen. Die Kampagne soll insgesamt 14 Gesundheitszonen in den Provinzen Tshopo, Bas-Uélé und Haut-Uélé abdecken. Die WHO gibt an, insgesamt 70.000 Dosen des Impfstoffs Ervebo für den Einsatz in der DR Kongo freigegeben zu haben, wovon rund 20.000 Dosen für eine begleitende klinische Studie vorgesehen sind – diese soll erst noch klären, ob der Impfstoff auch gegen die vorliegende Bundibugyo-Variante wirkt. ORF berichtete unter Berufung auf Behördenangaben separat, Ende August seien zunächst 16.250 Dosen im Land eingetroffen und würden vorrangig an medizinisches und anderes besonders gefährdetes Personal verteilt. Wie sich diese Zahl zur von der WHO genannten Gesamtmenge verhält – etwa als erste Teillieferung einer größeren freigegebenen Menge –, geht aus den vorliegenden Quellen nicht eindeutig hervor.
Ervebo ist gegen die häufigere Zaire-Variante des Ebolavirus zugelassen und wirksam. Ob der Impfstoff auch gegen die seltenere, beim aktuellen Ausbruch verantwortliche Bundibugyo-Variante schützt, ist nach WHO-Angaben nicht geklärt. Eine eigene zugelassene Impfung oder Therapie gegen die Bundibugyo-Variante gibt es weiterhin nicht.
Mutation laut Africa CDC bisher nicht bestätigt
Eine der bisher offenen Fragen zum Ausbruch betraf einen möglichen Mutationsverdacht beim Erreger. Laut einem Kurier-Bericht unter Berufung auf die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC haben sich Vermutungen, der Bundibugyo-Erreger könne mutiert sein, nicht bestätigt. Eine öffentlich zugängliche, eigenständige Stellungnahme von Africa CDC dazu ließ sich unabhängig nicht auffinden; die Angabe stützt sich damit bislang auf eine einzelne Medienquelle und ist entsprechend vorsichtig zu werten. Ebenfalls nur einfach belegt ist die im selben Bericht genannte Einschätzung von Fachleuten, wonach von einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle auszugehen sei – eine genaue Größenordnung nennt die Quelle nicht.
Vorgeschichte
Der Ausbruch war Mitte Mai 2026 offiziell festgestellt worden und hatte sich, wie im bisherigen Bericht dargestellt, bereits Mitte August zum tödlichsten in der Geschichte der DR Kongo entwickelt, mit damals 2.325 Toten und 4.945 Fällen. Verursacht wird die Epidemie durch die seltene Bundibugyo-Variante des Ebolavirus, gegen die es bislang weder zugelassenen Impfstoff noch zugelassene Therapie gibt. Der bis dahin schwerste Ausbruch in der DR Kongo (2018–2020) hatte knapp 2.300 Menschenleben gefordert.

