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Die Apple-TV+-Serie „Widow’s Bay“ hat die 78. Emmy-Verleihung dominiert: Mit 14 Auszeichnungen – darunter beste Comedy-Serie, bestes Drehbuch und beste Regie – stellte sie einen neuen Rekord für die meisten Emmys einer Comedy-Serie in einem Jahr auf und übertraf damit die Bestmarke von „The Studio“ aus dem Vorjahr. Hauptdarsteller Matthew Rhys gewann in derselben Nacht sowohl als bester Hauptdarsteller einer Comedy-Serie als auch einer Miniserie („The Beast in Me“) – laut der vergebenden Television Academy der erste Darsteller mit zwei Hauptdarsteller-Preisen im selben Jahr.

Als beste Dramaserie wurde erneut „The Pitt“ ausgezeichnet, dessen Hauptdarsteller Noah Wyle seinen Vorjahrestitel verteidigte. Jean Smart holte für „Hacks“ ihren achten Schauspiel-Emmy und zog damit mit dem bisherigen Rekord gleich, „DTF St. Louis“ gewann als beste Miniserie. Apple TV+ kam über alle Kategorien hinweg auf 28 Preise und führte damit erstmals die Anbieter-Wertung an. Zu „The Pitt“ heißt es in Medienberichten zudem, die Dreharbeiten zur dritten Staffel liefen bereits; wie viele Emmys die Serie insgesamt gewann, wird allerdings uneinheitlich beziffert – ein Bericht spricht von elf, andere unabhängige Quellen nennen für dieselbe Gala deutlich niedrigere Zahlen.

Offen bleibt, wie genau sich die Auszeichnungen für „Widow’s Bay“ auf Haupt-Gala und vorab vergebene Creative-Arts-Emmys verteilen, wie stark sich das Ergebnis auf konkurrierende Anbieter ausgewirkt hat und welche Gesamtzahl an Emmys für „The Pitt“ tatsächlich zutrifft.

Was passiert ist

Bei der Verleihung der 78. Primetime Emmy Awards, der wichtigsten US-Fernsehpreise, hat die Horror-Comedy-Serie „Widow’s Bay“ von Apple TV+ die Gala dominiert. Die Serie gewann insgesamt 14 Auszeichnungen – darunter die Hauptkategorien beste Comedy-Serie, bestes Drehbuch und beste Regie – und übertraf damit den erst im Vorjahr von der Hollywood-Satire „The Studio“ mit 13 Preisen aufgestellten Rekord für die meisten Emmys einer Comedy-Serie in einem Jahr. „Widow’s Bay“ erzählt von einer abgelegenen Insel in Neuengland, ihren abergläubischen Bewohnerinnen und Bewohnern und einem exzentrischen Bürgermeister, gespielt von Hauptdarsteller Matthew Rhys.

Rhys sorgte selbst für ein Novum: Der Waliser gewann in derselben Nacht sowohl den Hauptdarsteller-Emmy für eine Comedy-Serie („Widow’s Bay“) als auch jenen für eine Miniserie („The Beast in Me“) – laut der Television Academy, die die Emmys vergibt, der erste Darsteller in der Geschichte der Auszeichnung mit zwei Hauptdarsteller-Preisen im selben Jahr. Neben Rhys wurden auch Stephen Root und Kate O’Flynn aus dem „Widow’s Bay“-Ensemble als beste Nebendarsteller geehrt.

Weitere Gewinner des Abends

Als beste Dramaserie wurde wie schon im Vorjahr das Krankenhausdrama „The Pitt“ ausgezeichnet, das in Echtzeit in der Notaufnahme eines fiktiven Spitals in Pittsburgh spielt. Hauptdarsteller Noah Wyle, bekannt auch aus „Emergency Room – Die Notaufnahme“, wiederholte seinen Vorjahressieg als bester Hauptdarsteller einer Dramaserie. „The Pitt“ war mit 25 Nominierungen ins Rennen gegangen.

Jean Smart gewann für ihre Rolle als Stand-up-Komikerin Deborah Vance in der fünften und letzten „Hacks“-Staffel ihren insgesamt achten Primetime-Schauspiel-Emmy und zog damit mit dem bisherigen Rekord für die meisten Schauspiel-Emmys überhaupt gleich. Die Trophäe für die beste Miniserie ging an „DTF St. Louis“. Über alle Kategorien hinweg kam Apple TV+ auf 28 Preise und führte damit erstmals seit dem Start des Streamingdienstes 2019 die Wertung aller Sender und Plattformen an.

„The Pitt“: Erfolgsrezept und laufende dritte Staffel

Jenseits der Trophäenzahl wird in der Berichterstattung vor allem erklärt, warum „The Pitt“ inzwischen zwei Jahre in Folge als beste Dramaserie reüssiert: Jede der bisher zwei Staffeln bildet einen einzigen Tag im Ausnahmezustand der Notaufnahme ab, wodurch die Serie eine höhere Verdichtung erreicht als klassische Krankenhausserien. Die Notaufnahme wird dabei nicht als isoliertes Labor gezeigt, sondern die Patientinnen und Patienten stehen zugleich für gesellschaftliche Themen wie Armut oder politische Konflikte – auf dem Behandlungstisch aber sind, so die Lesart mehrerer Medien, alle gleich. Zur Verleihung war laut Kleine Zeitung bereits die Rede davon, dass die Dreharbeiten zur dritten „The Pitt“-Staffel liefen; dies deckt sich mit unabhängiger Berichterstattung über einen Produktionsstart im Sommer 2026.

Wie viele Emmy-Auszeichnungen „The Pitt“ am Ende über alle Kategorien hinweg – inklusive der vorab vergebenen Creative-Arts-Emmys – tatsächlich einsammelte, wird uneinheitlich beziffert: Während ein Bericht von insgesamt elf Preisen spricht, nennen andere, davon unabhängige Quellen für dieselbe Verleihung deutlich niedrigere Zahlen. Diese Diskrepanz lässt sich anhand der bislang vorliegenden Berichte nicht auflösen.

Einordnung

Der Rekord von „Widow’s Bay“ reiht sich in eine Serie ungewöhnlich konzentrierter Erfolge einzelner Produktionen bei den Emmys der vergangenen Jahre ein – im Vorjahr hatte „The Studio“ die bisherige Bestmarke aufgestellt, die nun bereits wieder überboten wurde. Für Apple TV+ ist der Abend der bislang größte Erfolg des Streamingdienstes bei den Emmys und ein Signal, dass sich der Anbieter im Wettbewerb um Prestigeproduktionen gegenüber etablierten Konkurrenten wie HBO Max, das mit „The Pitt“ und „Hacks“ ebenfalls prämierte Serien im Programm hat, deutlich behauptet.

Was unklar bleibt

Öffentlich nicht im Detail aufgeschlüsselt ist, wie sich die 14 Auszeichnungen für „Widow’s Bay“ auf die Haupt-Gala und die vorab vergebenen, weniger im Rampenlicht stehenden Creative-Arts-Emmys verteilen. Ebenso liegt keine vollständige Übersicht vor, wie genau sich das Rekordergebnis auf das Abschneiden der übrigen Streaminganbieter und Sender im Gesamtranking ausgewirkt hat. Neu hinzugekommen ist die offene Frage nach der exakten Gesamtzahl der „The Pitt“-Auszeichnungen, zu der derzeit widersprüchliche Angaben kursieren.