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Die Sorge vor einem teuren Winter wächst in Österreich: Der Ölpreis ist auf über 100 US-Dollar pro Fass gestiegen, den höchsten Stand seit vier Monaten. Auslöser ist neue Unsicherheit im Nahen Osten – Kurier verweist auf Aktivitäten der Huthi-Miliz nahe der Meerenge Bab al-Mandab, Der Standard auf Spannungen zwischen den USA und dem Iran rund um die Straße von Hormus. Parallel dazu hat Trockenheit die heimische Wasserkraftproduktion laut Kurier um rund 10 Prozent gedrückt, was mehr teuren Gaskraftwerk-Strom nötig macht.

Belegt ist: Die Großhandelspreise für Strom lagen im September laut Energieagentur um 68,12 Prozent über dem Vorjahreswert, und Gas kostet rund 80 Euro pro Megawattstunde. Bei der Steigerung des Gaspreisindex selbst weichen die Angaben aber deutlich auseinander: Kurier nennt 71,1 Prozent, die Energieagentur-Daten rund 43,3 Prozent. Auch zu den September-Füllständen der Gasspeicher liegt bislang nur eine Einzelquelle vor.

Die Grünen werfen der Regierung in einer Presseaussendung Untätigkeit vor und fordern neue Förderprogramme; eine Reaktion der Regierung liegt nicht vor. Laut Fachleuten handelt es sich um eine Preis-, keine Versorgungskrise – Österreich dürfte das Gas nicht ausgehen.

Was passiert ist

Die Sorge vor einem teuren Winter wächst in Österreich: Rohöl kostet an den Weltmärkten wieder mehr als 100 US-Dollar pro Fass – der höchste Stand seit vier Monaten. Hintergrund ist neue Unsicherheit im Nahen Osten. Kurier berichtet unter Berufung auf den früheren E-Control-Vorstand Walter Boltz von Aktivitäten der Huthi-Miliz im Jemen, die die Meerenge Bab al-Mandab bedrohen; Der Standard verortet das Epizentrum der Unruhe an der Straße von Hormus im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Beide Meerengen sind für den globalen Öl- und Gastransport bedeutend, welche der beiden aktuell ausschlaggebender ist, lässt sich aus den vorliegenden Berichten nicht abschließend klären.

Parallel dazu hat die für Österreichs Stromversorgung wichtige Wasserkraft laut Kurier heuer wegen Trockenheit spürbar weniger produziert – der Verbund habe rund 10 Prozent weniger Strom erzeugt. Das treibt den Bedarf an teureren Gaskraftwerken in die Höhe.

Was die Quellen zeigen

Die Großhandelspreise für Strom in Österreich lagen im September 2026 laut dem monatlichen Strompreisindex der Österreichischen Energieagentur um 68,12 Prozent über dem Vorjahreswert – eine Zahl, die sich mit den auf der Website der Energieagentur einsehbaren Indexdaten deckt. Der Ölpreis über 100 Dollar pro Fass wird sowohl von Kurier als auch von Der Standard unabhängig berichtet, ebenso die grundsätzliche Richtung bei Gas: Der Standard beziffert den aktuellen Gaspreis mit rund 80 Euro pro Megawattstunde, knapp unter einem Dreijahreshoch.

Bei einer zentralen Zahl zeigt sich allerdings eine Diskrepanz: Kurier nennt für den Österreichischen Gaspreisindex einen Anstieg von 71,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die von der Energieagentur selbst veröffentlichten Indexdaten für September 2026 einen Jahresvergleichswert von rund 43,3 Prozent ausweisen. Welche der beiden Angaben zutrifft oder ob unterschiedliche Berechnungsgrundlagen zugrunde liegen, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht klären.

Auch bei den Gasspeichern nennt Kurier konkrete, aber nur einfach belegte Zahlen: EU-weit seien die Speicher zu 67 Prozent gefüllt, in Österreich zu 67,36 Prozent – vor einem Jahr habe der Wert noch bei 82,7 Prozent gelegen. Verfügbare, unabhängig auffindbare Daten zu einem ähnlichen Zeitpunkt im August wiesen einen österreichischen Füllstand von rund 65,7 Prozent aus, was die grundsätzliche Größenordnung stützt, ohne die genannten September-Werte exakt zu bestätigen.

Politische Reaktionen

Die Grünen kritisierten die steigenden Öl- und Gaspreise in einer Presseaussendung ihres Energiesprechers Lukas Hammer scharf und werfen der Bundesregierung Untätigkeit vor. Die Partei verweist darauf, dass seit Februar keine Förderungen für thermische Sanierung und seit Juli keine Förderungen für den Heizkesseltausch mehr verfügbar seien, und fordert ein Programm, um fossile Heizungen in Österreich zu beenden. Die Aussendung dokumentiert die eigene Position der Partei; eine Stellungnahme der Bundesregierung dazu liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, warum sich die von Kurier genannte Steigerungsrate des Gaspreisindex so deutlich von den auf der Energieagentur-Website ausgewiesenen Werten unterscheidet. Ebenso unklar ist, welcher der beiden geopolitischen Krisenherde – Bab al-Mandab oder Straße von Hormus – für die aktuelle Preisentwicklung tatsächlich ausschlaggebender ist, und wie belastbar die kolportierte Verbund-Zahl zur gesunkenen Wasserkraftproduktion ist. Auch die exakten September-Füllstände der Gasspeicher lassen sich mit den vorliegenden Quellen nicht unabhängig bestätigen. Schließlich ist offen, ob sich der Preisanstieg bei Sprit, Gas und Strom in den kommenden Wochen fortsetzt und wie die Bundesregierung auf die Kritik der Grünen reagiert.

Einordnung

Fachleute betonen laut Kurier, dass es sich derzeit nicht um eine Versorgungskrise, sondern um eine Preiskrise handelt: Die heimische Speicherkapazität gelte als groß genug, um auch einen kühleren Winter zu bewältigen, sodass Österreich das Erdgas nach dieser Einschätzung nicht ausgehen dürfte. Für Verbraucher:innen mit bestehenden Fixtarifen bei Strom ändert sich laut Kurier vorerst nichts, während Neukunden bereits höhere Preise spüren. Die aktuelle Entwicklung reiht sich in eine Serie von Berichten über steigende Energiekosten in Österreich ein, die zuletzt auch die allgemeine Teuerung nach oben getrieben haben.