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Der bisherige Bitpanda-Chef Lukas Enzersdorfer-Konrad wechselt zur Erste Group. Wie die Bank mitteilte, verlässt der 36-Jährige die Wiener Krypto-Plattform im ersten Quartal 2027 und übernimmt die neu geschaffene, gruppenweite Funktion des Executive Director Group Asset Management. Er berichtet künftig direkt an Konzernchef Peter Bosek, der den Schritt mit einem grundlegenden Wandel im Investmentverhalten begründet – jüngere Generationen, Mainstream-ETFs, sich öffnende Privatmärkte. Ziel sei ein einfacheres, digitaleres Investmentangebot für rund 23 Millionen Kund:innen in acht Kernmärkten. Ab 1. Dezember übernimmt zudem Robert Kubin die Leitung der Erste Asset Management.

Bemerkenswert: Direkter Kryptowerte-Handel bleibt für die Erste-Group-App George nach Angaben der Bank vorerst kein Thema – indirekt lässt sich über Bitcoin- und Ethereum-ETPs sowie einen eigenen Fonds bereits investieren. Bitpanda selbst zählt nach eigenen, bislang nur einzelquellig berichteten Angaben rund sieben Millionen Kund:innen und bietet neben rund 650 Kryptowerten auch Aktien, ETFs und Edelmetalle an; im B2B-Geschäft kooperiert das Unternehmen unter anderem mit mehreren Raiffeisen-Landesbanken. Bei Bitpanda rückt Mitgründer Christian Trummer als Co-Vorstandsvorsitzender nach, während der Verwaltungsrat eine dauerhafte Nachfolge sucht. Enzersdorfer-Konrad war seit 2018 bei Bitpanda, zuletzt seit August 2025 als CEO, und erklärte laut Reuters-Interview, er habe nicht aktiv nach einer neuen Stelle gesucht, das Angebot aber nicht ausschlagen können.

Offen bleiben der genaue Zeitplan des Übergangs, die konkrete Kandidat:innenliste für die Bitpanda-Nachfolge sowie eine unabhängige Einordnung der strategischen Bedeutung des Schritts – dazu liegen bislang nur die Stellungnahmen der beiden beteiligten Unternehmen und einzelne Medienberichte vor.

Was passiert ist

Der bisherige Bitpanda-Chef Lukas Enzersdorfer-Konrad wechselt zur Erste Group. Wie die Erste Group am Dienstag per Aussendung mitteilte, verlässt der 36-Jährige die Wiener Krypto-Plattform im ersten Quartal 2027 und übernimmt bei der Großbank die neu geschaffene, gruppenweite Funktion des Executive Director Group Asset Management. In dieser Rolle berichtet er künftig direkt an Erste-Group-Konzernchef Peter Bosek. Dieser begründete den Schritt auf LinkedIn ausführlich mit einem grundlegenden Wandel im Investmentverhalten: Menschen begännen früher zu investieren, ETFs seien im Mainstream angekommen, Privatmärkte öffneten sich, und eine Generation, die fast alles am Smartphone erledige, werde kein Investment-Erlebnis akzeptieren, das für eine andere Ära entwickelt wurde. Ziel sei es, Asset Management und Digital Investing enger zu verzahnen und das Angebot „in allen Märkten noch intuitiver und attraktiver“ zu gestalten – für die nach Angaben der Bank rund 23 Millionen Kund:innen in acht Kernmärkten.

Kryptohandel vorerst kein Thema für George

Obwohl die Erste Group mit Enzersdorfer-Konrad einen ausgewiesenen Krypto-Manager holt, bleibt direkter Kryptowerte-Handel für die hauseigene App George nach Angaben der Bank vorerst kein Thema, wie sie auf Nachfrage von Die Presse mitteilte. Wer über George bereits heute indirekt in Kryptowerte investieren will, kann das über Bitcoin- oder Ethereum-basierte Wertpapiere (ETPs) sowie über den Fonds „Erste Digital Assets“ tun, der sowohl in Aktien als auch in Krypto-ETPs anlegt. Enzersdorfer-Konrads Erfahrung soll der Bank vor allem beim App-Design und bei der Ansprache junger Zielgruppen helfen, für die Bitpanda inzwischen weit mehr als ein reiner Kryptobroker ist: Das Unternehmen bietet nach eigenen, bislang nur einzelquellig belegten Angaben rund sieben Millionen Kund:innen neben rund 650 Kryptowerten auch den Handel mit rund 10.000 Aktien und ETFs, Teilaktien sowie Edelmetallen an und ist zudem im B2B-Geschäft aktiv – unter anderem kooperieren mehrere Raiffeisen-Landesbanken mit Bitpanda, damit ihre Kund:innen über die Mein-Elba-App in Krypto-Assets investieren können.

Neue Struktur bei der Erste Group

Mit dem Wechsel ordnet die Erste Group auch die Asset-Management-Sparte neu: Ab 1. Dezember übernimmt Robert Kubin die Leitung der Erste Asset Management. Enzersdorfer-Konrads neue Position soll den Angaben zufolge dazu beitragen, mehr Menschen den Übergang vom Sparen zum Investieren zu erleichtern. Konkrete Details zum Zeitplan der Übergabe zwischen jetzt und dem tatsächlichen Amtsantritt im ersten Quartal 2027 liegen in den vorliegenden Quellen weiterhin nicht vor.

Wechsel an der Bitpanda-Spitze

Bei Bitpanda übernimmt als Übergangslösung Mitgründer und bisheriger Chefentwickler Christian Trummer das Amt des Co-Vorstandsvorsitzenden. Der Verwaltungsrat der Plattform hat laut übereinstimmenden Medienberichten eine Nachfolgesuche eingeleitet und will dabei sowohl interne als auch externe Kandidat:innen prüfen. In der Bitpanda-Aussendung wird Enzersdorfer-Konrad selbst zitiert: Die Entscheidung, im kommenden Jahr zurückzutreten, sei ihm nicht leichtgefallen; er sei stolz auf das gemeinsam Aufgebaute und werde Bitpanda bis zu seinem Ausscheiden weiterhin mit vollem Einsatz führen. Enzersdorfer-Konrad war seit 2018 bei Bitpanda tätig, unter anderem als Chief Operating Officer, Chief Product Officer und Deputy CEO, bevor er im August 2025 zum alleinigen CEO aufstieg. Zuvor arbeitete er unter anderem für Raiffeisen, zeb consulting und bereits einmal für die Erste Group. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters betonte er laut Die Presse zudem, er habe nicht aktiv nach einer neuen Stelle gesucht, das Angebot der Erste Group aber nicht ausschlagen können.

Was unklar bleibt

Offen ist, welche internen oder externen Kandidat:innen für die dauerhafte CEO-Nachfolge bei Bitpanda infrage kommen und wann der Verwaltungsrat eine Entscheidung treffen will. Auch eine unabhängige Einordnung der Personalie – etwa durch Finanzmarkt-Expert:innen zur strategischen Bedeutung der engeren Verzahnung von Asset Management und Digital Investing, oder Reaktionen von Wettbewerbern wie Trade Republic oder Scalable Capital – liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Die Angaben zu Bitpandas Kundenzahlen und B2B-Kooperationen stammen bislang aus nur einer Medienquelle; eine eigene, direkt eingesehene Stellungnahme von Bitpanda zum Auswahlprozess der Nachfolge fehlt ebenfalls.