Die US-Umweltbehörde EPA hat die zentrale Klimaschutzvorschrift der Regierung Biden für Kohle- und Gaskraftwerke aufgehoben. Die 2024 erlassene Regel hätte den Kohlendioxid-Ausstoß von Kohlekraftwerken und neuen Gasanlagen schrittweise um bis zu 90 Prozent senken sollen. EPA-Chef Lee Zeldin begründete den Schritt damit, die Auflagen seien nicht erfüllbar und die Fristen zu knapp gewesen; die Behörde sieht sich zudem grundsätzlich nicht zuständig, der Strombranche Klimavorgaben zu machen, und schlägt vor, sämtliche verbleibenden Treibhausgas-Standards für den Sektor zurückzunehmen.
Die Ankündigung erfolgte laut EPA-Angaben am 14. September 2026 bei einem G20-Energieministertreffen in Houston, verbunden mit einer behördeneigenen Schätzung von rund 310 Milliarden Dollar an erwarteten Einsparungen. Die Umweltrechtsorganisation NRDC kündigte an, gegen die Entscheidung zu klagen.
Der Schritt reiht sich in eine Serie klimapolitischer Kurswechsel der Trump-Regierung ein, darunter der erneute Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen 2025 und die Aufhebung der Gefährdungseinstufung von Treibhausgasen 2026. Ob das angekündigte Gerichtsverfahren Erfolg hat und wie belastbar die genannte Einsparsumme tatsächlich ist, bleibt offen.
Was passiert ist
Die US-Umweltbehörde EPA hat die zentrale Klimaschutzvorschrift der Vorgängerregierung für Kraftwerke zurückgenommen. Betroffen ist eine 2024 unter Präsident Joe Biden erlassene Regel, die Kohlekraftwerke und neue Gasanlagen verpflichtet hätte, ihren Kohlendioxid-Ausstoß schrittweise um bis zu 90 Prozent zu senken. EPA-Chef Lee Zeldin erklärte dazu, die Trump-Regierung sei angetreten, um „die amerikanische Energie zu schützen und sicherzustellen, dass man es sich leisten kann, das Licht anzulassen“. Die Behörde begründet die Aufhebung damit, die Auflagen seien praktisch nicht erfüllbar gewesen und die vorgesehenen Fristen zu knapp bemessen.
Was die Quellen zeigen
Die Aufhebung geht über die reine Rücknahme der 2024er-Regel hinaus: Die EPA hat zugleich vorgeschlagen, sämtliche verbleibenden Treibhausgas-Standards für die Strombranche zurückzunehmen, und vertritt die Position, ihr fehle grundsätzlich die gesetzliche Zuständigkeit, dem Sektor Klimaschutz-Vorschriften zu machen. Die Ankündigung erfolgte laut EPA-Mitteilung am 14. September 2026 am Rande eines G20-Energieministertreffens in Houston; die Behörde beziffert die dadurch erwarteten Einsparungen auf rund 310 Milliarden Dollar – eine eigene Schätzung, die unabhängig nicht überprüft vorliegt. Auf Widerstand stößt der Schritt bei Umweltschützern: Die Rechtsexpertin Meredith Hankins von der Lobbygruppe Natural Resources Defense Council (NRDC) kündigte laut Agenturberichten an, die Verantwortlichen „vor Gericht zu sehen“; auch in einer eigenen Stellungnahme kündigt die Organisation rechtliche Schritte gegen die Entscheidung an.
Einordnung
Die Entscheidung reiht sich in eine Serie klimapolitischer Kurswechsel der zweiten Trump-Regierung ein: Nach seinem Amtsantritt im Jänner 2025 ordnete Präsident Trump den erneuten Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen an, im Februar 2026 erklärten EPA und Regierung eine Einstufung aus dem Jahr 2009 für ungültig, wonach Treibhausgase als gesundheitsschädlich gelten. Trump selbst bezeichnet Klimaschutz wiederholt als „den größten Betrug“ weltweit. Ein Kurier-Bericht verweist zudem – unter Berufung auf die Klimaforschungsbehörde NOAA – darauf, dass die USA 2026 den heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund 130 Jahren erlebt hätten; diese Angabe stammt aus einer einzelnen Mediendarstellung und ist mit den vorliegenden Quellen nicht unabhängig bestätigt.
Was unklar bleibt
Offen ist, wie das von der NRDC angekündigte Gerichtsverfahren ausgeht und ob die vorgeschlagene vollständige Rücknahme aller verbleibenden Treibhausgas-Standards für die Strombranche final umgesetzt wird. Auch die von der EPA genannte Einsparsumme von rund 310 Milliarden Dollar ist eine Eigenschätzung der Behörde, zu der keine unabhängigen ökonomischen Analysen vorliegen. Unklar bleibt zudem, ob und wie sich weitere Umweltorganisationen, Bundesstaaten oder die Energiewirtschaft über die bisher bekannten Stimmen hinaus positionieren.


