Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat am 28. Juli 2026 die Präfektur Kumamoto auf der japanischen Insel Kyushu erschüttert und dabei die höchste Stufe der japanischen Erdbebenskala erreicht. Laut japanischer Regierung ist die Zahl der Toten bis zum 30. Juli auf 28 gestiegen, nachdem frühere Meldungen zunächst von 13 beziehungsweise 18 Opfern ausgegangen waren. Mehrere Todesfälle stehen im Zusammenhang mit einer Explosion im Einkaufszentrum Aeon Mall in Kashima und dem Einsturz eines Fabrikschornsteins in Yatsushiro; genaue Zahlen zu diesen beiden Unglücksorten schwanken je nach Quelle.
Rund 300.000 Menschen wurden zur Evakuierung aufgefordert, etwa 3.600 Soldaten unterstützen die Bergungsarbeiten. Zehntausende Haushalte waren zeitweise ohne Strom, Bahn- und Flugverkehr in der Region wurden eingestellt. Die Chip- und Elektronikkonzerne TSMC, Sony und Fujifilm evakuierten vorsorglich Werke in der Region, an Kernkraftwerken wurden keine Unregelmäßigkeiten gemeldet.
Da die Such- und Bergungsarbeiten andauern, rechnen Behörden mit einem weiteren Anstieg der Opferzahl; eine abschließend bestätigte Gesamtbilanz liegt bislang nicht vor.
Was passiert ist
Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat am Dienstag, den 28. Juli 2026, am Nachmittag Ortszeit die Insel Kyushu im Südwesten Japans erschüttert. Laut der japanischen Behörde für Wetter- und Geowissenschaften lag das Epizentrum in der Präfektur Kumamoto, die Erschütterung erreichte in Teilen die höchste Stufe sieben der japanischen Erdbebenskala. Mehrere Nachbeben folgten, darunter eines der Stärke 6,1. Die Behörden gaben zunächst eine Tsunami-Warnung aus, hoben sie aber kurz darauf wieder auf. In der betroffenen Region stürzten zahlreiche Gebäude ein, Straßen und Brücken wurden beschädigt, mehrere Brände brachen aus. Auch an der historischen Burg von Kumamoto sollen laut Burgverwaltung Teile der Steinmauern eingestürzt sein.
Die Opferzahlen im Detail
Die Zahl der Toten ist seit dem Beben mehrfach nach oben korrigiert worden. Erste Meldungen sprachen von einzelnen Toten, dann von 13 und 18 Opfern; am Donnerstag, den 30. Juli, nannte die japanische Regierung laut einer Pressekonferenz eine Zahl von 28 Toten, wobei darin auch Fälle enthalten sind, deren Zusammenhang mit der Katastrophe noch geprüft wird. Ein Schwerpunkt der Opferzahlen liegt an zwei Unglücksorten: Im Einkaufszentrum Aeon Mall in der Gemeinde Kashima ereignete sich nach dem Beben eine Explosion, mutmaßlich durch eine Gasleckage, bei der ein Teil des Gebäudes einstürzte; Rettungskräfte und Medien berichten von mehreren Toten, wobei die genannten Zahlen zwischen einzelnen Berichten schwanken. In einer Papierfabrik in Yatsushiro brach zudem ein Schornstein ab und begrub mehrere Beschäftigte unter sich. Die Such- und Bergungsarbeiten an beiden Orten dauerten auch am Donnerstag noch an, weshalb Behörden und Einsatzkräfte mit einem weiteren Anstieg der Opferzahl rechnen. Mehr als 10.000 Menschen mussten laut Berichten in Notunterkünften ausharren, Dutzende weitere wurden verletzt.
Evakuierungen und wirtschaftliche Folgen
Die Behörden forderten nach dem Beben rund 300.000 Menschen auf, Evakuierungszentren aufzusuchen. Regierungschefin Sanae Takaichi kündigte an, rund 3.600 Soldaten zur Unterstützung der Bergungsarbeiten zu entsenden. In der Region fielen in rund 48.000 Haushalten Strom und Wasser aus, der Bahnbetreiber JR Kyushu stellte den gesamten Zugverkehr einschließlich der Hochgeschwindigkeitszüge ein, auch der Flughafen Kumamoto blieb zeitweise geschlossen. Mehrere internationale Unternehmen evakuierten vorsorglich ihre Werke in der Region, darunter der Chip-Auftragsfertiger TSMC sowie die Elektronikkonzerne Sony und Fujifilm; nach Medienberichten war insbesondere Sonys Bildsensor-Werk in Kumamoto betroffen, dessen Betrieb ausgesetzt wurde, während mögliche Gebäudeschäden noch geprüft werden. Die japanische Atomaufsichtsbehörde teilte mit, an Kernkraftwerken in der Region seien keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden.
Was unklar bleibt
Eine amtlich abschließend bestätigte Gesamtzahl der Toten und Vermissten liegt nach vorliegenden Quellen nicht vor; die Zahl dürfte angesichts laufender Bergungsarbeiten weiter steigen. Wie viele Menschen konkret im Aeon-Einkaufszentrum und in der Papierfabrik in Yatsushiro ums Leben kamen, wird in Berichten unterschiedlich beziffert. Offen ist zudem, wie lange die betroffenen Werke von TSMC, Sony und Fujifilm stillstehen und welche Schäden an Infrastruktur und historischen Bauten wie der Burg Kumamoto tatsächlich entstanden sind. Die japanische Wetterbehörde warnte, dass in der Region noch etwa eine Woche lang mit starken Nachbeben und Erdrutschen zu rechnen sei.
Einordnung
Die Präfektur Kumamoto war bereits 2016 von einer schweren Erdbebenserie betroffen, bei der nach damaligen Angaben rund 275 Menschen ums Leben kamen und zahlreiche Gebäude, darunter die Burg der Stadt, beschädigt wurden. Japan zählt zu den erdbebengefährdetsten Ländern der Welt; die Konzentration von Chip- und Elektronikwerken auf Kyushu macht das aktuelle Beben zusätzlich zu einem Thema für globale Lieferketten, deren tatsächliches Ausmaß sich derzeit aber noch nicht abschließend abschätzen lässt.

