Die Europäische Kommission hat ChatGPT, Reddit und Roblox als besonders große Online-Dienste im Sinne des Digital Services Act (DSA) eingestuft. Die drei Anbieter haben ab sofort vier Monate Zeit, ihre Dienste an schärfere Vorgaben anzupassen, etwa beim Kinder- und Jugendschutz und bei der Bekämpfung rechtswidriger Inhalte. Die Meldung wurde am Montag unter anderem von Der Standard, Golem, ORF und Kurier aufgegriffen, die sich erkennbar auf dieselbe Kommissionsmitteilung stützen, aber eigenständig formulieren.
Internationale Berichte ergänzen ein Detail, das in der deutschsprachigen Berichterstattung des Clusters nicht vorkommt: ChatGPT wird demnach nicht wie Reddit und Roblox als Online-Plattform, sondern als Online-Suchmaschine geführt, weil der Dienst auch Web-Anfragen beantworten kann. Als Schwellenwert für die Einstufung nennen dieselben Quellen rund 45 Millionen monatlich aktive Nutzerinnen und Nutzer in der EU – eine Angabe, die nicht aus einem direkt eingesehenen Originaldokument stammt.
Offen bleibt, wie viele Dienste insgesamt unter die strengste DSA-Kategorie fallen, was bei einer Nichteinhaltung der Frist droht und wie OpenAI, Reddit und Roblox auf die Einstufung reagieren.
Was passiert ist
Die Europäische Kommission hat ChatGPT, Reddit und Roblox als besonders große Online-Dienste im Sinne des Digital Services Act (DSA) eingestuft. Damit gilt für alle drei Angebote künftig ein deutlich strengeres Regelwerk als bisher, wie die Kommission laut übereinstimmenden Berichten mitteilte. Die betroffenen Unternehmen haben ab der Einstufung vier Monate Zeit, ihre Dienste an die neuen Vorgaben anzupassen.
Die Meldung wurde am Montag zeitgleich von mehreren Redaktionen aufgegriffen, unter anderem von Der Standard, Golem, ORF und Kurier. Alle Berichte stützen sich erkennbar auf dieselbe Kommissionsmitteilung, kommen aber zu eigenständigen Formulierungen und decken sich in den Kernpunkten.
Was die Quellen zeigen
Laut einem Auszug von Der Standard betreffen die neuen Pflichten vor allem den Kinder- und Jugendschutz sowie die Bekämpfung rechtswidriger Inhalte – Bereiche, die im DSA für als „sehr groß“ eingestufte Dienste besonders streng geregelt sind. Internationale Berichte, darunter Euronews, ergänzen ein technisches Detail, das in der deutschsprachigen Berichterstattung des Clusters nicht auftaucht: ChatGPT wird demnach nicht wie Reddit und Roblox als „sehr große Online-Plattform“ (VLOP), sondern als „sehr große Online-Suchmaschine“ (VLOSE) geführt, weil der Chatbot auch Web-Anfragen beantworten kann. Als Auslöser für die Einstufung nennen dieselben Berichte das Überschreiten einer Nutzerschwelle von durchschnittlich 45 Millionen monatlich aktiven Personen in der EU – eine Zahl, die sich mit dem bekannten DSA-Schwellenwert deckt, aber nicht aus einem direkt eingesehenen Originaldokument stammt.
Die Kommission selbst hat die Einstufung nach vorliegenden Angaben in einer eigenen Mitteilung bekanntgegeben, was den Vorgang als von der handelnden Institution selbst bestätigt gelten lässt.
Was unklar bleibt
Offen ist, wie viele Plattformen und Suchmaschinen insgesamt aktuell unter die strengste DSA-Kategorie fallen – in Berichten kursiert eine Gesamtzahl, die sich anhand der vorliegenden Quellenlage nicht abschließend verifizieren lässt. Ebenso unklar ist, welche konkreten Schritte die Kommission einleiten würde, sollten ChatGPT, Reddit oder Roblox die Vier-Monats-Frist nicht einhalten. Reaktionen von OpenAI, Reddit oder Roblox auf die Einstufung liegen in den vorliegenden Quellen nicht vor.
Einordnung
Der Digital Services Act sieht für als „sehr groß“ eingestufte Online-Dienste zusätzliche Transparenz- und Sorgfaltspflichten vor, etwa regelmäßige Risikobewertungen und schärfere Vorgaben zum Schutz Minderjähriger. Dass nun erstmals ein KI-Chatbot wie ChatGPT unter dieses Regelwerk fällt, wird von mehreren Beobachtern als Novum eingeordnet, weil die Kommission den Dienst technisch als Suchmaschine behandelt. Für Roblox, das insbesondere bei jungen Nutzerinnen und Nutzern beliebt ist, dürfte der Jugendschutz-Aspekt der Vorgaben besonders im Fokus stehen. Der Vorgang ist zum jetzigen Zeitpunkt eine regulatorische Einstufung mit Anpassungsfrist, keine Sanktion – ob und wie die Anbieter die Vorgaben umsetzen, ist noch offen.

