Laut einem Bericht von Die Presse verzeichnete das europäische Überwachungsnetzwerk EuroMOMO im Juni 2026 eine ungewöhnlich hohe Übersterblichkeit in Europa – die Rede ist von rund 10.000 zusätzlichen Todesfällen innerhalb einer Woche. Ein Vertreter des dänischen Statens Serum Institut, Lasse Vestergaard, wird mit den Worten zitiert, es sei schwierig, einen derart hohen Wert für diese Jahreszeit mit etwas anderem als der extremen Hitze zu erklären. Laut ORF hält die extreme Hitze in weiten Teilen Europas weiterhin an.
Unabhängig bestätigt ist die konkrete Zahl im vorliegenden Cluster bislang nicht: Der ORF-Beitrag stützt die allgemeine Hitzelage, nicht die genaue Sterblichkeitsangabe, und eine Primärquelle wie das EuroMOMO-Bulletin wurde nicht eingesehen. Offen bleiben zudem die Aufschlüsselung nach einzelnen Ländern, etwa Österreich, sowie der genaue Anteil des menschengemachten Klimawandels an dieser Hitzewelle. Die Angaben sind daher als vorläufig und nicht abschließend verifiziert zu verstehen.
Was passiert ist
Laut einem Bericht von Die Presse verzeichnete das europäische Überwachungsnetzwerk EuroMOMO im Juni 2026 eine deutlich erhöhte Übersterblichkeit in Europa – die Rede ist von in etwa 10.000 zusätzlichen Todesfällen innerhalb einer Woche. Parallel berichtet ORF, dass extreme Hitze weite Teile Europas erneut im Griff habe. Beide Beiträge fallen zeitlich zusammen und legen nahe, dass die ungewöhnlich hohe Sterblichkeit mit der anhaltenden Hitzeperiode in Zusammenhang steht.
Was die Quellen zeigen
Zentral für den Bericht von Die Presse ist ein Zitat von Lasse Vestergaard vom dänischen Statens Serum Institut, das am EuroMOMO-Netzwerk beteiligt ist. Er wird mit den Worten zitiert, eine derartige Übersterblichkeit zu dieser Jahreszeit sei ungewöhnlich und wirklich hoch, und es sei schwierig, den Wert mit etwas anderem als der extremen Hitze zu erklären. Diese Einschätzung stammt von einer Fachperson mit direktem Bezug zur Datenquelle, ist aber die Einschätzung einer einzelnen Institution und keine unabhängig bestätigte Ursachenanalyse. Der ORF-Beitrag liegt im Cluster nur mit Titel vor und bestätigt die allgemeine Hitzelage in Europa, enthält aber keine eigene Angabe zur Höhe der Übersterblichkeit.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, wie sich die gemeldete Zahl auf einzelne Länder aufschlüsselt – insbesondere, welche Größenordnung für Österreich gilt, dazu liegen im vorliegenden Cluster keine Angaben vor. Ebenso wenig lässt sich anhand der beiden Quellen sagen, auf welcher genauen Methodik und welchem exakten Beobachtungszeitraum die EuroMOMO-Auswertung beruht, da das zugrunde liegende Bulletin nicht direkt eingesehen wurde. Auch der vielfach diskutierte Zusammenhang zwischen dieser konkreten Hitzewelle und dem menschengemachten Klimawandel wird in den beiden Berichten angedeutet, aber nicht mit einer eigenständigen, unabhängig geprüften Attributionsstudie belegt.
Einordnung
Die Datenlage deutet auf ein ernstzunehmendes Übersterblichkeitsgeschehen im Zusammenhang mit der Hitzeperiode 2026 hin, sie beruht in diesem Cluster aber im Kern auf einem Medienbericht mit Zitat einer Fachperson, nicht auf einer selbst eingesehenen Primärquelle oder mehreren unabhängig übereinstimmenden Berichten mit identischer Zahl. Angesichts der Sensibilität von Gesundheits- und Sterblichkeitsdaten sind die genannten Zahlen als vorläufig und nicht abschließend verifiziert zu behandeln, bis weitere Quellen – etwa nationale Statistikämter oder das EuroMOMO-Bulletin selbst – vorliegen.

