Textlänge

In einer Werkshalle des Pyrotechnik-Unternehmens Astotec Pyrotechnic Solutions in Winzendorf-Muthmannsdorf im Bezirk Wiener Neustadt hat sich am Donnerstagmittag eine Explosion mit anschließendem Brand ereignet. Ein 45-jähriger Mitarbeiter aus dem Bezirk wurde schwer verletzt und mit dem Notarzthubschrauber „Christophorus 3“ ins Wiener AKH geflogen. Rund 100 Feuerwehrleute aus 13 Feuerwehren mit etwa 28 Fahrzeugen brachten den Brand am Nachmittag unter Kontrolle, das Unternehmen wurde vollständig evakuiert und rund 100 Beschäftigte sammelten sich in einer Schule in Winzendorf. Ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes war vor Ort.

Die Ursache der Explosion ist offiziell weiterhin ungeklärt. Landeskriminalamt Niederösterreich und Bundeskriminalamt ermitteln, unter anderem die Bereiche Brand- und Explosionsdelikte sowie eine Tatortgruppe. Mitarbeiter sollen dem ORF gegenüber von einer chemischen Reaktion bei der Herstellung einer pyrotechnischen Komposition in einem Labor gesprochen haben – eine einzelne, nicht amtlich bestätigte Schilderung.

Astotec ist Teil der Orasis Industries Holding, die auf das 1860 gegründete Unternehmen Hirtenberger zurückgeht und sich vor sieben Jahren vom Rüstungsgeschäft trennte. Die Gruppe produziert unter anderem Zündpillen für Sprengzünder sowie Sicherheitskomponenten für die Autoindustrie und erzielte im Vorjahr einen Gewinn von rund zwei Millionen Euro. Offen bleiben der Gesundheitszustand des Verletzten und die Dauer der Betriebsunterbrechung.

Was passiert ist

In einer Werkshalle des Pyrotechnik-Unternehmens Astotec Pyrotechnic Solutions in Winzendorf-Muthmannsdorf im Bezirk Wiener Neustadt hat sich am Donnerstagmittag eine Explosion mit anschließendem Brand ereignet. Ein 45-jähriger Mitarbeiter aus dem Bezirk Wiener Neustadt wurde dabei schwer verletzt. Der Notarzthubschrauber „Christophorus 3“ brachte ihn ins Wiener AKH. Die Explosion war einem lauten Knall vorangegangen, eine Rauchsäule war laut Berichten kilometerweit sichtbar.

Einsatz und Ausmaß

Rund 100 Feuerwehrleute aus 13 Feuerwehren mit etwa 28 Fahrzeugen rückten aus. Ein umfassender Außenangriff mit Hubrettungsgeräten und ein Innenangriff durch Atemschutztrupps brachten den Brand am Nachmittag unter Kontrolle. Bezirksfeuerwehrkommandant Karl-Heinz Greiner betonte, eine Person habe gerettet werden können. Das Unternehmen wurde vollständig evakuiert, rund 100 Beschäftigte sammelten sich in einer Schule in Winzendorf. Ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes war vor Ort, ein Unternehmenssprecher dankte den Einsatzkräften und richtete Genesungswünsche an den verletzten Mitarbeiter.

Ursachenermittlung

Was die Explosion tatsächlich ausgelöst hat, ist offiziell weiterhin ungeklärt. Das Landeskriminalamt Niederösterreich übernahm gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt die Erhebungen, zuständig sind laut Polizeisprecher Johann Baumschlager die Ermittlungsbereiche Brand- und Explosionsdelikte, auch eine Tatortgruppe ist eingebunden. Nach vorliegenden Medienberichten sollen Mitarbeiter dem ORF gegenüber von einer chemischen Reaktion bei der Herstellung einer pyrotechnischen Komposition in einem Labor gesprochen haben, die vom langsamen Abbrand bis zur Detonation reichen könne. Diese Darstellung ist eine einzelne, nicht amtlich bestätigte Schilderung und sollte entsprechend vorsichtig gelesen werden.

Das Unternehmen

Astotec Pyrotechnic Solutions ist Teil der Orasis Industries Holding, die auf das 1860 gegründete Traditionsunternehmen Hirtenberger zurückgeht und sich vor sieben Jahren vom Rüstungsgeschäft getrennt hat. Die Gruppe stellt unter anderem elektrische und pyrotechnische Zündpillen für Sprengzünder her, die in Sicherheitsanwendungen sowie in der Film- und Feuerwerksindustrie eingesetzt werden, dazu pyrotechnische Sicherheitskomponenten für die Autoindustrie wie Gurtstraffer und Airbags. Das Unternehmen mit Sitz in Winzendorf erzielte im Vorjahr einen Gewinn von rund zwei Millionen Euro.

Was unklar bleibt

Offen sind die von den Ermittlungsbehörden bestätigte technische Ursache der Explosion, der aktuelle Gesundheitszustand des verletzten Mitarbeiters sowie die Dauer einer möglichen Betriebsunterbrechung. Ebenfalls unklar ist, ob es am Standort bereits zuvor sicherheitsrelevante Vorfälle oder Beanstandungen gegeben hat. Ob sich die von Mitarbeitern kolportierte Theorie einer chemischen Reaktion im Labor bestätigt, muss das laufende Ermittlungsverfahren erst zeigen.