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US-Präsident Donald Trump hat sich laut übereinstimmenden Berichten öffentlich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino für die zur Bewährung ausgesetzte Rotsperre des US-Stürmers Folarin Balogun bedankt und ihm eine „großartige Entscheidung“ attestiert. FIFA und Weißes Haus bestätigten laut Berichten ein Telefonat der beiden zu dem Fall, betonen aber, dieses habe die Entscheidung nicht beeinflusst. Neueren Recherchen zufolge wurde die Aussetzung zudem nicht vom gesamten Disziplinargremium, sondern allein von dessen Vorsitzendem unter Berufung auf Artikel 27 des FIFA-Reglements entschieden.

Neu hinzugekommen ist scharfe Kritik aus Österreich: ÖFB-Chef Josef Pröll fordert laut mehreren heimischen Medien eine „lupenreine Aufarbeitung“ von der FIFA und stellt eine künftige Unterstützung Infantinos, etwa bei dessen Wiederwahl 2027, ohne belastbare Fakten in Frage. Parallel berichten Medien unter Berufung auf eine Guardian-Recherche, dass mehr als 200 der 211 FIFA-Mitgliedsverbände trotz der Causa Unterstützerschreiben für Infantino unterzeichnet haben sollen, teils nach Kontaktaufnahme durch FIFA-Mitarbeiter. Der DFB unterzeichnete laut Berichten nicht; ob der ÖFB unterschrieben hat, ist unklar.

Offen bleibt weiterhin, wie stark Trumps Einfluss tatsächlich war, welche Fakten die FIFA nun vorlegt, wie sie auf Prölls Forderung reagiert und wie genau die Unterstützerschreiben zustande kamen. Eine im Wortlaut vorliegende offizielle FIFA-Erklärung sowie Infantinos Antwort auf die österreichische Kritik fehlen bislang.

Was passiert ist

Der US-amerikanische Stürmer Folarin Balogun hatte im Sechzehntelfinale der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft gegen Bosnien-Herzegowina laut Berichten nach einer VAR-Überprüfung wegen groben Foulspiels die Rote Karte gesehen. Die daraus resultierende Sperre wurde in der Folge nicht vollständig aufgehoben, sondern laut Recherchen zur Bewährung ausgesetzt – wodurch Balogun im Achtelfinale gegen Belgien spielberechtigt war. US-Präsident Donald Trump bedankte sich laut übereinstimmenden Medienberichten öffentlich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino für diesen Schritt und soll ihm dabei sinngemäß gesagt haben, er habe „eine großartige Entscheidung getroffen“. Laut Berichten bestätigten sowohl die FIFA als auch das Weiße Haus, dass Trump und Infantino zuvor telefonisch über die Sperre gesprochen hatten – beide Seiten betonen jedoch, das Gespräch habe die Entscheidung nicht beeinflusst.

Neu: Kritik aus Österreich – ÖFB-Chef Pröll fordert Aufklärung

ÖFB-Chef Josef Pröll hat sich laut mehreren österreichischen Medien (Der Standard, Kleine Zeitung, Die Presse) kritisch zur Causa geäußert. Er spricht von einem „extrem bedenklichen Bild“ und fordert von der FIFA eine „lupenreine Aufarbeitung“ des Vorgangs. Pröll stellt dabei explizit eine künftige Unterstützung Infantinos durch den ÖFB in Frage: Ohne belastbare Fakten zur Balogun-Entscheidung werde es „schwierig für uns, Infantino zu unterstützen“ – eine Anspielung auf Infantinos angestrebte Wiederwahl als FIFA-Präsident beim Kongress 2027. Diese Aussage wird von drei voneinander unabhängigen österreichischen Redaktionen mit weitgehend übereinstimmendem Wortlaut wiedergegeben, was für ihre Verlässlichkeit als Kernaussage spricht. Ob der ÖFB damit auch ein bereits kursierendes Unterstützerschreiben für Infantino verweigert oder verweigern wird, geht aus den vorliegenden Quellen nicht hervor.

Neu: Über 200 Unterstützerschreiben für Infantino – DFB verweigert

Parallel dazu berichten mehrere Medien unter Berufung auf eine Recherche des Guardian, dass mehr als 200 der 211 FIFA-Mitgliedsverbände trotz der Balogun-Causa Unterstützerschreiben für Infantinos Wiederwahl unterzeichnet haben sollen. Berichten zufolge sollen FIFA-Mitarbeiter dabei einzelne Verbände kontaktiert und zur Unterschrift gedrängt haben – eine Darstellung, die bislang nur über die Zusammenfassung des Guardian-Berichts durch weitere Medien vorliegt und nicht am Original überprüft wurde. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat laut übereinstimmenden Berichten (ZDFheute, Sportschau) nicht unterzeichnet. Ob der ÖFB zu den Unterzeichnern zählt, ist unklar.

Neu: Wie die Entscheidung laut Recherchen zustande kam

Zur ursprünglichen FIFA-Darstellung, wonach die Entscheidung von der formal unabhängigen Disziplinarkommission als Gremium getroffen worden sei, gibt es inzwischen präzisierende Berichte: Demnach habe nicht das gesamte, 18-köpfige Gremium entschieden, sondern allein dessen Vorsitzender, unter Berufung auf Artikel 27 des FIFA-Disziplinarreglements, der es erlaubt, den Vollzug einer Sanktion ganz oder teilweise zur Bewährung auszusetzen. Auch diese Darstellung stammt aus einer Medienrecherche und wurde nicht anhand einer offiziellen FIFA-Mitteilung im Wortlaut überprüft. Sie relativiert aber die Behauptung einer kollektiven, unabhängigen Gremiumsentscheidung.

Was unklar bleibt

Offen bleibt weiterhin, ob Trump tatsächlich direkten Einfluss auf die Entscheidung genommen hat oder ob sein öffentlicher Dank lediglich eine politische Vereinnahmung einer formal unabhängig gefällten Entscheidung darstellt. Unklar ist zudem, welche konkreten Fakten die FIFA vorlegen wird, um Prölls Forderung nach einer „lupenreinen Aufarbeitung“ zu erfüllen, und ob bzw. wie Infantino oder die FIFA öffentlich auf diese Kritik reagieren. Auch das genaue Zustandekommen der mehr als 200 Unterstützerschreiben – insbesondere der berichtete Druck durch FIFA-Mitarbeiter – ist nicht abschließend geklärt, ebenso wenig wie die Position des ÖFB selbst zu diesem Schreiben.

Einordnung

Der Fall berührt eine grundsätzliche Frage der Fußball-Governance: Wie unabhängig agieren Disziplinarkommissionen internationaler Sportverbände tatsächlich, wenn ein Staatsoberhaupt öffentlich eine Entscheidung für sich reklamiert und diese zudem, wie berichtet, nicht vom vollen Gremium, sondern nur von dessen Vorsitzendem getroffen wurde? Die kritische Reaktion des ÖFB-Chefs Pröll zeigt, dass die Causa auch das politische Umfeld der FIFA – insbesondere Infantinos anstehende Wiederwahl 2027 – belastet, während laut Berichten gleichzeitig ein breiter, teils unter Druck zustande gekommener Rückhalt bei anderen Mitgliedsverbänden organisiert wurde. Ohne eine im Wortlaut vorliegende FIFA-Erklärung, ohne Infantinos Antwort auf Pröll und ohne Einsicht in den Guardian-Originalbericht lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen, wie stark politischer Druck tatsächlich auf die Entscheidung eingewirkt hat und wie belastbar die organisierte Unterstützung für Infantino ist.