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Der Schweizer Strafrechtsexperte und langjährige FIFA-Kritiker Mark Pieth hat laut übereinstimmenden Berichten von derStandard und der Kleinen Zeitung Mechanismen beschrieben, mit denen FIFA-Präsident Gianni Infantino theoretisch aus dem Amt gedrängt werden könnte. Er wirft Infantino vor, das System seines Vorgängers Sepp Blatter perfektioniert zu haben, und wird mit dem Satz zitiert: “Unabhängigkeit gibt es in der FIFA nicht.”

Zwei unabhängige Medien stimmen in den Kernaussagen überein, was zumindest bestätigt, dass Pieth sich so geäußert hat. Das zugrunde liegende Gespräch selbst wurde jedoch nicht eingesehen, ebenso fehlen Details dazu, wie konkret angesprochene Mechanismen wie eine Abwahl oder ein Gerichtsverfahren rechtlich verankert sind.

Eine Stellungnahme von Infantino oder der FIFA liegt bislang nicht vor. Da nur die Perspektive des Kritikers Pieth dokumentiert ist, sollte die Einordnung mit Vorsicht gelesen werden.

Was passiert ist

Der Schweizer Strafrechtsexperte Mark Pieth, ein langjähriger Kritiker der FIFA-Führung, hat laut übereinstimmenden Berichten von derStandard und der Kleinen Zeitung Mechanismen skizziert, mit denen FIFA-Präsident Gianni Infantino theoretisch aus dem Amt gedrängt werden könnte. Pieth wird mit der Aussage zitiert, Infantino habe das System seines Vorgängers Sepp Blatter perfektioniert. Wörtlich soll er gesagt haben: “Unabhängigkeit gibt es in der FIFA nicht.” Beide Medien berichten inhaltlich sehr ähnlich, was auf ein gemeinsames zugrunde liegendes Gespräch schließen lässt, dessen genauer Ursprung aus den vorliegenden Kurzfassungen aber nicht hervorgeht.

Was die Quellen zeigen

Zwei voneinander unabhängige österreichische Medienhäuser greifen die Aussagen Piths auf und stimmen in den zentralen Kernaussagen überein: Infantino habe das “System Blatter” fortgeführt beziehungsweise perfektioniert, und echte institutionelle Unabhängigkeit existiere innerhalb der FIFA nicht. Damit ist zumindest gesichert, dass Pieth diese Einschätzungen öffentlich vertreten hat. Nicht eingesehen wurde hingegen das ursprüngliche Gespräch selbst, auf das sich beide Berichte offenbar stützen – die vorliegende Einordnung beruht also auf Sekundärberichterstattung.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, wie konkret die von Pieth angesprochenen Mechanismen – etwa eine Abwahl durch Mitgliedsverbände oder die Möglichkeit, Infantino vor Gericht zu bringen – tatsächlich in den FIFA-Statuten verankert sind. Ebenso unklar ist, welche konkreten europäischen oder anderen Verbände als mögliche Akteure eines solchen Schritts in Frage kämen. Eine Stellungnahme Infantinos oder der FIFA zu dieser Kritik liegt in den vorliegenden Quellen nicht vor, ebenso wenig Angaben dazu, in welchem genauen Format und Kontext sich Pieth geäußert hat.

Einordnung

Pieth zählt seit Jahren zu den prominentesten externen Kritikern der FIFA-Führungsstrukturen und hat sich wiederholt zu Governance-Fragen des Fußball-Weltverbands geäußert. Die hier wiedergegebenen Aussagen sind daher als Einschätzung eines ausgewiesenen, aber auch klar positionierten Kritikers zu lesen, nicht als neutrale juristische Analyse. Da in den verfügbaren Quellen ausschließlich diese eine Perspektive auftaucht und eine Reaktion der Gegenseite fehlt, ist bei der Einordnung Zurückhaltung geboten.