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Die FIFA und ihr bisheriger Betriebsdirektor Kevin Lamour haben ihre Zusammenarbeit am 17. August 2026 beendet. Der Verband bestätigte dies in einer knappen Mitteilung, nannte aber keine Gründe. Lamour war seit November 2024 Chief Operating Officer und zuvor siebzehn Jahre bei der UEFA tätig.

Vorausgegangen war scharfe öffentliche Kritik Lamours an inzwischen verworfenen Plänen von FIFA-Präsident Gianni Infantino, Investoren an Verband oder Weltmeisterschaft zu beteiligen. Lamour warf Infantino vor, die Belegschaft hintergangen sowie eingeschüchtert zu haben, und erklärte, er nehme einen möglichen Jobverlust wegen seiner öffentlichen Äußerungen bewusst in Kauf.

Ob die Trennung von der FIFA veranlasst wurde oder einvernehmlich erfolgte, ist unklar, ebenso wie die genauen Details der verworfenen Investorenpläne. Eine inhaltliche Stellungnahme von FIFA oder Infantino zu den Vorwürfen liegt bislang nicht vor. Der Vorgang reiht sich in jüngste Debatten über Infantinos Führungsstil ein.

Was passiert ist

Der Internationale Fußball-Verband FIFA und sein bisheriger Betriebsdirektor Kevin Lamour haben ihre Zusammenarbeit beendet. Die Trennung erfolgte laut FIFA am 17. August 2026. In einer knappen Mitteilung bestätigte der Verband lediglich das Ende der Arbeitsbeziehung, ohne Gründe dafür zu nennen. Lamour war seit November 2024 als Chief Operating Officer für den operativen Betrieb der FIFA zuständig und zuvor, seit 2007, siebzehn Jahre lang beim Europäischen Fußballverband UEFA tätig.

Was die Quellen zeigen

Der Trennung war eine ungewöhnlich offene Kritik Lamours an FIFA-Präsident Gianni Infantino vorausgegangen. Ende Juli waren Pläne bekannt geworden, wonach Investoren an der FIFA beziehungsweise an der Weltmeisterschaft beteiligt werden sollten – ein Vorhaben, das inzwischen wieder verworfen wurde. Lamour bezeichnete das Projekt als Alleingang einer einzelnen Person und warf Infantino in einem Schreiben, das laut ORF der Nachrichtenagentur AP vorlag, vor, die Belegschaft hintergangen und mit Missachtung sowie Einschüchterung behandelt zu haben. Er forderte indirekt Konsequenzen und sagte, nun sei der Zeitpunkt gekommen, an dem sich politische Entscheidungsträger im Fußball die richtigen Fragen stellen müssten. Lamour erklärte zudem ausdrücklich, er sei bereit, wegen seiner öffentlichen Äußerungen seinen Job zu verlieren. Mehrere österreichische Medien – ORF, derStandard, Kurier und Kleine Zeitung – sowie internationale Agenturmedien berichten übereinstimmend über den Ablauf und den Wortlaut der FIFA-Bestätigung.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, ob die FIFA die Trennung von sich aus veranlasst hat oder ob sie einvernehmlich zustande kam – internationale Medien deuten teils auf eine von der FIFA ausgehende Entlassung hin, ohne dass dies unabhängig belegt wäre. Ebenso unklar ist, wie genau die inzwischen verworfenen Investorenpläne Infantinos im Detail aussahen und warum sie zurückgezogen wurden. Eine eigene, ausführlichere Stellungnahme der FIFA zu den inhaltlichen Vorwürfen Lamours liegt bislang nicht vor, Infantino selbst hat sich öffentlich nicht dazu geäußert. Auch Reaktionen von FIFA-Mitgliedsverbänden oder anderen Funktionären sind bislang nicht dokumentiert.

Einordnung

Der Fall reiht sich in eine Serie öffentlicher Debatten um Infantinos Führungsstil ein. Wie berichtet, hatte der Strafrechtsexperte Mark Pieth zuletzt Mechanismen skizziert, über die FIFA-Mitgliedsverbände einen Präsidenten theoretisch absetzen könnten, und Infantino vorgeworfen, das System seines Vorgängers Sepp Blatter perfektioniert zu haben. Auch ein Bericht über Infantinos ausgedehntes Reiseprogramm während der WM in Nordamerika hatte zuvor für Kritik gesorgt. Der nun bekannt gewordene Abgang eines langjährigen Spitzenmanagers, der sich öffentlich gegen den Präsidenten gestellt hatte, dürfte diese Debatte über die interne Machtverteilung in der FIFA weiter befeuern – eine Einschätzung, die sich aus dem zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang der Berichte ergibt, aber keine von der FIFA selbst bestätigte Kausalität darstellt.