Die Finanzpolizei hat in einer Wohnung in Wien-Floridsdorf ein illegal betriebenes Beauty-Studio ausgehoben, wie das Finanzministerium am Freitag mitteilte. Bei einer Kontrolle Anfang September, die laut Ministerium auf eine anonyme Anzeige zurückgeht, trafen Beamte des Amtes für Betrugsbekämpfung auf eine 27-jährige Frau, die dort seit 2025 ohne medizinische Befugnis Botox-, Hyaluron- und Fettweg-Behandlungen angeboten haben soll. Zwei Kundinnen befanden sich zum Zeitpunkt der Kontrolle gerade in Behandlung. Sichergestellt wurden entsprechende Präparate und eine Behandlungsliege; die Frau soll die Mittel online bestellt und damit rund 1.200 Euro pro Woche verdient haben.
Sie wurde wegen Kurpfuscherei angezeigt, zusätzlich besteht der Verdacht auf Sozialleistungsbetrug wegen unrechtmäßig bezogener Notstandshilfe. Laut Ministerium gebe es zudem Hinweise auf Behandlungen an Minderjährigen. Eine Stellungnahme der Beschuldigten liegt bislang nicht vor, ebenso ist unklar, wie viele Kundinnen insgesamt betroffen waren und wie das Verfahren letztlich ausgeht.
Was passiert ist
Die Finanzpolizei hat in einer Wohnung in Wien-Floridsdorf ein illegal betriebenes Beauty-Studio ausgehoben. Das teilte das Finanzministerium am Freitag mit. Bei einer Kontrolle Anfang September, die laut Ministerium auf eine anonyme Anzeige zurückgeht, trafen Beamte des Amtes für Betrugsbekämpfung, Bereich Finanzpolizei, in den Privaträumen auf eine 27-jährige Frau, die dort seit 2025 ohne entsprechende medizinische Befugnis kosmetische und ärztliche Behandlungen angeboten und durchgeführt haben soll. Zum Zeitpunkt der Kontrolle befanden sich zwei Kundinnen in der Wohnung, die gerade eine Lippenbehandlung erhielten. Die Beamten stellten Botox- und Hyaluronpräparate, Mittel für sogenannte Fettwegspritzen sowie eine Behandlungsliege sicher. Nach eigenen Angaben der Frau hatte sie die Präparate über eine Onlineplattform bestellt.
Was die Quellen zeigen
Der Fall stützt sich auf eine Mitteilung des Finanzministeriums, die auch auf dessen eigener Website nachzulesen ist. ORF und Kleine Zeitung berichteten am selben Tag inhaltlich übereinstimmend über den Einsatz; die zentralen Angaben — Ort, Zeitpunkt, sichergestellte Gegenstände, mutmaßlicher Wochenverdienst von rund 1.200 Euro — gehen erkennbar auf dieselbe Behördenmitteilung zurück und stellen keine voneinander unabhängige Bestätigung im engeren Sinn dar. Die Frau wurde wegen Kurpfuscherei angezeigt. Das Amt für Betrugsbekämpfung erstattete zudem Anzeige wegen des Verdachts auf Sozialleistungsbetrug, weil sie während ihrer Tätigkeit unrechtmäßig Notstandshilfe bezogen haben soll. Aus der Mitteilung geht außerdem hervor, es gebe Hinweise, wonach die Behandlungen auch an Minderjährigen durchgeführt worden sein sollen.
Was unklar bleibt
Eine Stellungnahme der Beschuldigten liegt nicht vor, ebenso wenig eine anwaltliche Reaktion. Wie viele Kundinnen insgesamt behandelt wurden und ob und in welchem Umfang tatsächlich Minderjährige darunter waren, ist aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich — die Behörde spricht insoweit von “Hinweisen”, nicht von einem gesicherten Befund. Offen ist auch, woher genau die online bestellten Präparate stammten und ob gegen die vertreibende Plattform ermittelt wird. Der weitere Verfahrensgang — ob und wann Anklage erhoben wird und mit welchem Ausgang das Verfahren wegen Kurpfuscherei und des Verdachts auf Sozialleistungsbetrug endet — ist ebenfalls noch nicht bekannt.
Einordnung
Illegal betriebene Kosmetikstudios sind in Wien kein Einzelfall; die Finanzpolizei geht wiederholt gegen Anbieterinnen und Anbieter vor, die medizinisch-kosmetische Eingriffe ohne entsprechende Ausbildung oder Zulassung durchführen. Die gesundheitlichen Risiken unsachgemäß verabreichter Injektionen wie Botox oder Hyaluron gelten unabhängig vom konkreten Fall als nicht zu unterschätzen. Die vorliegende Berichterstattung beruht ganz überwiegend auf der Darstellung der Behörde selbst; eine unabhängige Einordnung oder Gegendarstellung zu den einzelnen Vorwürfen steht noch aus.

