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Das Land Oberösterreich übernimmt den 50-Prozent-Anteil der Stadt Linz am Flughafen Linz und wird damit alleiniger Eigentümer. Landeshauptmann Thomas Stelzer und Bürgermeister Dietmar Prammer gaben die Einigung gemeinsam bekannt. Als vorläufiger Kaufpreis wurden 1,325 Millionen Euro vereinbart, die endgültige Anpassung folgt erst nach Feststehen der Kosten für eine notwendige PFAS-Sanierung. Zustimmen müssen noch Landesregierung, Landtag, Verkehrsholding und Landesholding sowie Stadtsenat und Gemeinderat von Linz.

Hintergrund ist die wirtschaftlich angespannte Lage des Flughafens: Die Passagierzahlen sollen im ersten Halbjahr 2026 um rund 15 Prozent eingebrochen sein, Land und Stadt hatten zuletzt bereits Millionenbeträge zugeschossen, und laut einem Prüfbericht des Landesrechnungshofs drohen bis 2035 weitere hohe Kosten. Als nächster Schritt ist eine Teilprivatisierung von bis zu 49 Prozent geplant. Die FPÖ forderte, die Übernahme müsse Beginn einer strategischen Neuausrichtung sein.

Offen bleiben der genaue Zeitplan der Gremienbeschlüsse, die endgültige Höhe des Kaufpreises nach Abschluss der Sanierungskostenschätzung sowie mögliche Interessenten für die angestrebte Teilprivatisierung.

Was passiert ist

Das Land Oberösterreich übernimmt den 50-Prozent-Anteil der Stadt Linz am Flughafen Linz und wird damit alleiniger Eigentümer der seit Jahren wirtschaftlich angeschlagenen Einrichtung. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und Linz’ Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) gaben die Einigung am Freitag gemeinsam bekannt. Als zweiter Schritt soll danach eine Teilprivatisierung von bis zu 49 Prozent der Anteile angestrebt werden, um private Partner an Bord zu holen.

Kaufpreis und offene Verfahrensschritte

Als vorläufiger Kaufpreis wurden 1,325 Millionen Euro vereinbart. Dieser Wert stützt sich laut Berichten auf einen von KPMG ermittelten Liquidationswert sowie eine zweite Einschätzung von Ernst & Young, ist aber noch nicht endgültig: Er soll erst angepasst werden, wenn die Kosten für eine notwendige PFAS-Sanierung des Flughafengeländes feststehen. Verkauft die Stadt Linz ihren Anteil, könnte sie zusätzlich profitieren, sollte das Land die Anteile innerhalb von fünf Jahren zu einem höheren Wert weiterveräußern. Rechtskräftig ist die Vereinbarung noch nicht: Auf Landesseite müssen Landesregierung, Landtag, Verkehrsholding und Landesholding zustimmen, auf Seiten der Stadt Stadtsenat und Gemeinderat.

Wirtschaftlicher Hintergrund

Der Flughafen kämpft seit Jahren mit schwächelnden Passagierzahlen. Im ersten Halbjahr 2026 sollen sie einem Bericht zufolge um 15,3 Prozent auf 110.627 Fliegende eingebrochen sein. Land und Stadt mussten im Vorjahr bereits gemeinsam rund 8 Millionen Euro zuschießen. Für die kommenden vier Jahre will das Land zusätzlich bis zu 36 Millionen Euro als Anschubfinanzierung in die von der Fluglinie DAT bediente Verbindung Linz-Frankfurt investieren. Einem Prüfbericht des Landesrechnungshofs zufolge wird der Flughafen bis 2035 weitere 27,6 bis 45 Millionen Euro benötigen, wobei Kosten für die Beseitigung älterer Umweltschäden darin noch nicht enthalten sein sollen. Eine Gruppe von Unternehmern hatte der Stadt zuvor ein Kaufangebot über eine Million Euro gemacht, das mit Ende Juni 2026 ausgelaufen war; stattdessen einigte man sich mit dem Land.

Reaktionen

Landeshauptmann Stelzer erklärte, man wolle den Flughafen wieder wirtschaftlich erfolgreich machen und den Turnaround gemeinsam mit Land, Stadt, Wirtschaft und künftigen privaten Partnern schaffen. Bürgermeister Prammer betonte, für Linz sei es entscheidend gewesen, die Interessen der Stadt und einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln gleichermaßen abzusichern. Die FPÖ-Politiker Manfred Haimbuchner und Michael Raml forderten in einer Aussendung, die Übernahme durch das Land dürfe nicht das Ende der Bemühungen sein, sondern müsse der Anfang einer strategischen Kurskorrektur für den Flughafen werden.

Was unklar bleibt

Offen ist, wann die zuständigen Gremien tatsächlich zustimmen und wann die Anteilsübertragung formal vollzogen wird. Auch die Höhe der endgültigen PFAS-Sanierungskosten und damit der finale Kaufpreis stehen noch nicht fest. Wer als privater Partner für die geplante Teilprivatisierung von bis zu 49 Prozent infrage kommt, ist bislang nicht bekannt. Ebenso unklar bleibt, wie stark die staatlich mitfinanzierte Verbindung Linz-Frankfurt tatsächlich ausgelastet ist – dazu liegen bislang nur unbestätigte Angaben aus Medienberichten vor.