Am Flughafen Wien-Schwechat ist die Zahl der Passagiere im Sommer 2026 deutlich gesunken. Laut einem Bericht von noe.ORF.at wurden im Juli und August rund 6,3 Millionen Menschen abgefertigt, 5,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Im August allein lag das Minus bei 6,9 Prozent, bei Nahost-Verbindungen sogar bei knapp 13 Prozent. Als Ursachen nennt der Flughafen reduzierte Angebote von Billigfluglinien wie Ryanair und Wizz Air sowie die Situation im Nahen Osten. Innerhalb der Flughafen-Wien-Gruppe entwickelten sich Malta und Košice gegenläufig positiv.
Ein Kurier-Bericht spricht zusätzlich von rund 2 Millionen Passagieren weniger und einer Forderung von Flughafen-Verantwortlichen an die Regierung, die Ticketsteuer zu halbieren. Wer genau diese Forderung erhoben hat und auf welchen Zeitraum sich die genannte Zahl bezieht, lässt sich aus der vorliegenden Kurzmeldung nicht klären. Die Forderung passt zu einer bereits länger laufenden Debatte: Der Flughafenverband AÖV hatte schon im Sommer 2026 wegen sinkender Passagierzahlen eine Senkung der Flugabgabe verlangt.
Offen bleibt vor allem, wie die Regierung auf eine mögliche neue Forderung reagiert und wie sich die Entwicklung auf Streckenangebot und Standort mittelfristig auswirkt.
Was passiert ist
Die Hauptreisezeit am Flughafen Wien-Schwechat ist mit spürbar weniger Passagieren zu Ende gegangen als im Vorjahr. Laut einem Bericht von noe.ORF.at wurden im Juli und August 2026 insgesamt rund 6,3 Millionen Menschen abgefertigt – ein Rückgang von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahressommer. Besonders deutlich fiel der Einbruch im August aus: Mit rund 3,17 Millionen Passagieren lag das Aufkommen um 6,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Parallel dazu berichtete der Kurier unter dem Titel “Flughafen-Chefs schlagen Alarm” von einem Rückgang um rund 2 Millionen Passagiere und einer Forderung der Flughafenverantwortlichen an die Regierung, die Ticketsteuer zu halbieren.
Die Zahlen im Detail
Besonders stark gingen laut dem ORF-Bericht die Passagierzahlen bei Flügen in den Nahen und Mittleren Osten zurück – um knapp 13 Prozent. Auch Verbindungen nach Ost- und Westeuropa verzeichneten weniger Reisende. Zulegen konnten hingegen Strecken nach Afrika und in den Fernen Osten. Als Ursachen für den Gesamtrückgang nennt der Flughafen unter anderem die reduzierten Flugverbindungen infolge der Situation im Nahen Osten sowie ein geringeres Angebot von Billigfluglinien: Ryanair und Wizz Air haben ihre Kapazitäten in Wien-Schwechat zuletzt zurückgefahren. Innerhalb der gesamten Flughafen-Wien-Gruppe, zu der neben Wien auch die Flughäfen Malta und Košice zählen, verlief die Entwicklung uneinheitlich: Während Wien im August ein Minus verzeichnete, stiegen die Passagierzahlen in Malta um 12,3 Prozent und in Košice um 18,8 Prozent. Insgesamt zählte die Gruppe im August rund 4,5 Millionen Reisende, 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Von Jänner bis August wurden in Wien rund 20,6 Millionen Passagiere gezählt, ein Minus von vier Prozent – während die gesamte Gruppe mit knapp 29 Millionen Reisenden im selben Zeitraum ein Plus von 1,1 Prozent verbuchte. Trotz der rückläufigen Zahlen blieb das Aufkommen an einzelnen Tagen hoch: Der stärkste Reisetag des Sommers war der 1. August mit mehr als 110.000 Passagieren.
Forderung nach niedrigerer Ticketsteuer
Der Kurier berichtet, Flughafen-Verantwortliche würden angesichts der sinkenden Passagierzahlen eine Halbierung der Ticketsteuer fordern. Aus der vorliegenden Kurzzusammenfassung geht jedoch nicht hervor, wer genau diese Forderung erhoben hat, in welchem Rahmen dies geschah und auf welchen Zeitraum sich die genannten “2 Millionen Passagiere weniger” beziehen. Eine solche Forderung würde sich in eine bereits länger laufende Debatte einfügen: Der Verband der österreichischen Verkehrsflughäfen (AÖV) hatte laut einem Bericht von Austrian Wings bereits im Sommer 2026 nach einem Passagierrückgang von 2,6 Prozent an den sechs heimischen Verkehrsflughäfen im ersten Halbjahr eine Senkung der Flugabgabe gefordert und ein von der Regierung angekündigtes Förderpaket von 30 Millionen Euro pro Jahr für die Doppelbudgets 2027/28 als ersten Schritt begrüßt, der nun für eine Abgabensenkung genutzt werden solle. Ob die im Kurier zitierte Forderung nach einer “Halbierung” der Ticketsteuer mit dieser älteren Position identisch ist oder eine neue, konkretere Zuspitzung darstellt, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend beurteilen.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, auf welche Berechnungsgrundlage sich die Kurier-Zahl von rund 2 Millionen Passagieren weniger stützt und ob sie sich auf den Sommer, das laufende Jahr oder einen anderen Zeitraum bezieht. Ebenso unklar ist, welche Institution oder Personen konkret hinter der Forderung nach einer Ticketsteuer-Halbierung stehen und ob es dazu bereits eine Reaktion von Regierung oder Finanzministerium gibt. Auch der genaue Grad einer solchen Halbierung – bezogen auf welchen bestehenden Steuersatz – ist aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich.
Einordnung
Der Rückgang bei Wien-Schwechat reiht sich in einen bereits breiter dokumentierten Trend ein: Österreichs Verkehrsflughäfen verzeichneten laut Branchenangaben im ersten Halbjahr 2026 insgesamt einen Passagierrückgang von 2,6 Prozent, während europäische Flughäfen im selben Zeitraum im Schnitt wuchsen. Auch beim Flughafen Linz, dessen Eigentümerstruktur sich laut einem eigenen Artikel dieser Seite zuletzt änderte, wurde vermerkt, dass schwächelnde Passagierzahlen und eine von der FPÖ geforderte strategische Neuausrichtung den weiteren Kurs beeinflussen könnten. Ob und wie stark hohe Abgaben tatsächlich Ursache für die Verlagerung von Fluglinien wie Ryanair und Wizz Air in Richtung anderer Standorte sind, bleibt Gegenstand der politischen Debatte, die sich aus den hier vorliegenden Quellen nicht abschließend beurteilen lässt.


