Die FPÖ hat am Samstag, 12. September 2026, im Innsbrucker Congress an die Wahl Jörg Haiders zum Bundesparteiobmann vor 40 Jahren erinnert. Unter dem Titel „Aufbruch zur Spitze“ kamen laut übereinstimmenden Medienberichten rund 1.000 Funktionäre und Mitglieder zusammen; Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger und Bundesparteiobmann Herbert Kickl traten auf. Kickl wird in einer Parteiaussendung mit dem Satz zitiert, man wolle vollenden, „was Jörg Haider begonnen hat“.
Haider hatte am 13. September 1986 beim FPÖ-Parteitag in Innsbruck den damaligen Parteichef Norbert Steger abgelöst, was in der Folge zum Bruch der rot-blauen Koalition und zum Aufstieg der FPÖ zur dritten politischen Kraft führte. 2005 kam es zum Bruch Haiders mit der Partei, er gründete das BZÖ und starb 2008 bei einem Autounfall. Kritische Medien wie profil und Der Standard deuteten die Innsbrucker Feier als Selbstinszenierung der FPÖ und ordneten den historischen Parteitag als „Geburtsstunde des Rechtspopulismus“ ein; parallel protestierten laut Berichten rund 100 Menschen in der Innenstadt.
ORF III widmet dem Jahrestag am 19. September 2026 einen eigenen „zeit.geschichte“-Programmschwerpunkt. Wie andere Parteien und der Sender selbst die Deutung des Haider-Erbes bewerten und was genau Hintergrund der Gegendemonstration war, ist aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich.
Was passiert ist
Die FPÖ hat am Samstag, 12. September 2026, im Innsbrucker Congress an die Wahl Jörg Haiders zum Bundesparteiobmann vor 40 Jahren erinnert. Unter dem Titel „Aufbruch zur Spitze“ kamen nach übereinstimmenden Medienberichten rund 1.000 Parteifunktionäre und Mitglieder zusammen. Tirols FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger würdigte in seiner Rede die Ereignisse von 1986 als „Wendepunkt der österreichischen Innenpolitik“. Bundesparteiobmann Herbert Kickl trat ebenfalls auf; in einer Aussendung der Partei wird er mit dem Satz zitiert, man wolle „gemeinsam mit der Bevölkerung“ vollenden, „was Jörg Haider begonnen hat“. Die Feier bildete zugleich den Abschluss einer FPÖ-Klubklausur in Innsbruck, bei der laut Polizeiangaben ein größeres Aufgebot im Einsatz war.
Der historische Bezugspunkt
Haider hatte am 13. September 1986 beim FPÖ-Parteitag im Innsbrucker Kongresshaus dem amtierenden Parteiobmann und Vizekanzler Norbert Steger mit 57,7 Prozent der Delegiertenstimmen die Führung der Partei entrissen. Am Tag darauf kündigte der damalige SPÖ-Kanzler Franz Vranitzky die rot-blaue Koalition auf, es folgte eine Neuwahl, bei der die FPÖ unter Haider ihr Ergebnis auf 9,7 Prozent verdoppelte. In den folgenden Jahren wuchs die Partei zur dritten politischen Kraft neben ÖVP und SPÖ und wurde unter Haider politisch nach rechts geführt. 2005 kam es nach innerparteilichen Konflikten zum Bruch: Haider gründete das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) und wurde daraufhin aus der FPÖ ausgeschlossen. Er starb 2008 bei einem Autounfall.
Reaktionen, Kritik und Gegendemonstration
Mehrere Parteifunktionäre betonten bei der Veranstaltung, der aktuelle Erfolg der FPÖ sei vor allem Kickl zu verdanken; dieser zeigte sich laut Berichten überzeugt, die Partei könne auch über die 40-Prozent-Marke hinauswachsen. Kritische Medien wie profil und Der Standard beschrieben die Feier demgegenüber als eine Art Selbstbeweihräucherung der Partei und ordneten den 13. September 1986 als „Geburtsstunde des Rechtspopulismus“ in Österreich ein. Parallel zur FPÖ-Veranstaltung fand laut ORF Tirol eine Protestkundgebung mit rund 100 Teilnehmenden in der Maria-Theresien-Straße statt; Hintergrund und konkrete Forderungen der Demonstration liegen mit den vorliegenden Quellen nicht vor. Stellungnahmen anderer Parteien zur Veranstaltung selbst sind in der aktuellen Quellenlage nicht enthalten.
ORF-III-Programmschwerpunkt
Der Sender ORF III kündigte in einer eigenen Presseaussendung an, dem Jahrestag am 19. September 2026 einen „zeit.geschichte“-Programmschwerpunkt unter dem Titel „40 Jahre nach Innsbruck – Jörg Haider, die FPÖ und der politische Wandel“ zu widmen, der auch auf ORF ON abrufbar sein soll. Inhaltliche Details zur Sendung selbst liegen bislang nicht vor.
Was unklar bleibt
Offen ist, wie andere Parteien auf die FPÖ-Gedenkfeier reagieren und ob es dazu offizielle Stellungnahmen gibt. Auch der genaue Hintergrund der Protestkundgebung, der vollständige Wortlaut der Reden von Kickl und Abwerzger sowie der konkrete Inhalt des ORF-III-Schwerpunkts sind mit den vorliegenden Quellen nicht abschließend zu klären.


