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Frankreich hat die strengen Herstellungsregeln für die Käsesorten Abondance, Beaufort und Comté mit geschützter Ursprungsbezeichnung wegen der anhaltenden Dürre vorübergehend gelockert. Bäuerinnen und Bauern dürfen ihren Kühen nun ausnahmsweise Futter geben, das weiter entfernt angebaut wurde, beziehungsweise mehr davon verwenden als normalerweise erlaubt. Darüber berichteten am 28. August übereinstimmend ORF, Kleine Zeitung und Die Presse.

Frankreichs Böden sind laut Wetterdienst Météo France so trocken wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen 1959. Seit Juni breitet sich Trockenheit aus, verstärkt durch Regenmangel und hohe Temperaturen; seit Mitte August gelten mehr als drei Viertel des Landes als betroffen. Insgesamt gibt es in Frankreich fast 50 Käsesorten mit geschützter Ursprungsbezeichnung, für die normalerweise strenge Vorgaben zu Futter und Weidedauer gelten. Französische Medien nennen zu den Lockerungen einzelne Fristen und Grenzwerte je Käsesorte, teils bis Oktober 2026, teils bis zur Weidesaison 2027 – diese Details stammen jedoch aus Sekundärberichterstattung und wurden nicht an einem offiziellen Dokument überprüft.

Offen bleibt, wie stark sich die Ausnahme wirtschaftlich auf Produktion, Qualität und Preise auswirkt und wie Erzeugerverbände oder Verbraucherschutzseite darauf reagieren.

Was passiert ist

Frankreich hat die strengen Herstellungsregeln für drei traditionsreiche Käsesorten mit geschützter Ursprungsbezeichnung wegen der anhaltenden Dürre gelockert. Betroffen sind die gekochten Presskäse aus Rohmilch Abondance, Beaufort und Comté. Bäuerinnen und Bauern dürfen ihren Kühen nun ausnahmsweise Futter geben, das weiter entfernt angebaut wurde, beziehungsweise davon mehr verwenden als normalerweise erlaubt. Über die Maßnahme berichteten am 28. August österreichische Medien wie ORF, Kleine Zeitung und Die Presse übereinstimmend.

Was die Quellen zeigen

Die drei Käsesorten tragen das europäische Gütesiegel der geschützten Ursprungsbezeichnung, das regionale Spezialitäten schützen soll. Dafür gelten normalerweise strenge Vorgaben, etwa woher das Futter der Tiere stammt und wie lange sie weiden dürfen. Laut französischen Medienberichten hat die zuständige Stelle die Vorgaben nun befristet angepasst: Für Comté soll demnach bis Ende Oktober 2026 die Pflicht entfallen, dass Grünfutter zur Gänze am eigenen Hof angebaut werden muss. Für Abondance soll der sonst deutlich höhere Mindestanteil an geweidetem Gras in der Futterration für 2026 stark abgesenkt worden sein. Für Beaufort wiederum soll der Mindestanteil an Heu und Weide aus dem geografisch festgelegten Ursprungsgebiet ab 27. Juli 2026 bis zur Weidesaison 2027 reduziert worden sein. Diese Detailangaben stammen aus französischer Sekundärberichterstattung und wurden nicht anhand eines selbst eingesehenen offiziellen Dokuments überprüft.

Hintergrund: Rekord-Dürre in Frankreich

Frankreichs Böden sind laut dem Wetterdienst Météo France so trocken wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1959. Bereits seit Juni breitet sich im Land Trockenheit aus, verstärkt durch anhaltenden Regenmangel und hohe Temperaturen. Seit Mitte August sind mehr als drei Viertel Frankreichs von Dürre betroffen, und seit Anfang Juli hat die Bodentrockenheit landesweit im Mittel einen Höchstwert erreicht. Insgesamt gibt es in Frankreich fast 50 Käsesorten mit geschützter Ursprungsbezeichnung; damit ein Produkt dieses Siegel trägt, müssen alle Herstellungsschritte im festgelegten Ursprungsgebiet und nach einem klar definierten Verfahren erfolgen.

Was unklar bleibt

Aus den vorliegenden Quellen geht nicht hervor, wie stark sich die Lockerung wirtschaftlich auf Produktionsmenge, Geschmack oder Preis der drei Käsesorten auswirken wird. Ebenso wenig liegen Stellungnahmen von Erzeugerverbänden, einzelnen Betrieben oder Verbraucherschutz- und Qualitätsorganisationen zu der Ausnahmeregelung vor. Offen ist zudem, ob die EU-Kommission als Hüterin des Systems geschützter Ursprungsbezeichnungen den nationalen Schritt kommentiert, ob die genannten Fristen bei anhaltender Trockenheit verlängert werden und ob es vergleichbare Lockerungen für weitere französische AOP-Käsesorten gibt.

Einordnung

Der Vorgang zeigt, wie eine extreme Wetterlage selbst in streng reglementierte, traditionsreiche Produktionsketten eingreift: Das EU-weite System der geschützten Ursprungsbezeichnung soll Herkunft und Herstellungsverfahren regionaler Spezialitäten eigentlich eng absichern. Dass Frankreich hier befristete Ausnahmen zulässt, verdeutlicht das Ausmaß der diesjährigen Dürre, sagt aber noch nichts darüber aus, wie oft und in welchem Umfang solche Lockerungen künftig nötig sein könnten, falls extreme Trockenperioden häufiger würden.