In der südfranzösischen Stadt Orange sind in der Wohnung eines Paares die Leichen von fünf Säuglingen gefunden worden. Bekannt wurde der Fund, nachdem die Frau am Sonntag, den 26. Juli 2026, zu Hause ein gesundes Kind zur Welt gebracht hatte und ins Krankenhaus von Orange kam. Ihr Lebensgefährte stieß bei eigenen Nachforschungen auf Überreste in Kartons und informierte das Spital, das die Staatsanwaltschaft einschaltete.
Die Vize-Staatsanwältin am Gericht von Carpentras eröffnete ein Ermittlungsverfahren wegen Mordverdachts an einem Minderjährigen unter 15 Jahren; die 32-jährige Mutter wurde in Polizeigewahrsam genommen. Laut Rechtsmedizinern handelt es sich um die Knochen von vier Neugeborenen sowie den Leichnam eines fünften Babys. Eine Obduktion und anthropologische Untersuchungen wurden angeordnet, Ergebnisse liegen aber noch nicht vor.
Offen bleiben Todeszeitpunkt und -ursache der Babys, der weitere Verlauf des Verfahrens gegen die Mutter sowie Details zur Unterbringung der überlebenden Kinder des Paares, zu der bislang nur einzelne Angaben vorliegen.
Was passiert ist
In der südfranzösischen Stadt Orange im Département Vaucluse sind in der Wohnung eines Paares die Leichen von fünf Säuglingen gefunden worden. Der Fund wurde bekannt, nachdem die Frau am Sonntag, den 26. Juli 2026, zu Hause ein Kind zur Welt gebracht hatte und anschließend in das Krankenhaus von Orange gebracht wurde. Weil ihr Lebensgefährte nach eigenen Angaben erst spät von der Schwangerschaft erfahren hatte, stellte er eigene Nachforschungen an und stieß dabei in der Wohnung auf Überreste in Kartons beziehungsweise Schachteln. Er informierte das Krankenhaus, das wiederum die Staatsanwaltschaft einschaltete.
Was die Ermittlungen zeigen
Die zuständige Vize-Staatsanwältin am Gericht von Carpentras erklärte laut übereinstimmenden französischen Medienberichten, dass ein Ermittlungsverfahren wegen Mordverdachts an einem minderjährigen Opfer unter 15 Jahren eröffnet wurde. Die 32-jährige Mutter wurde am Mittwoch, den 29. Juli, in Polizeigewahrsam genommen. Laut dem am Fundort eingesetzten Rechtsmediziner handelt es sich bei den Überresten um die Knochen von vier Neugeborenen sowie den Leichnam eines fünften, noch nicht vollständig verwesten Babys. Für einen der Körper wurde eine Obduktion angeordnet, die Knochen sollen zusätzlich anthropologisch untersucht werden – Ergebnisse dazu liegen noch nicht vor.
Was mit den weiteren Kindern geschieht
Laut ORF unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft soll der gesunde, am Sonntag geborene Säugling vorläufig außerhalb der Familie untergebracht werden, bis ein Jugendrichter über das weitere Vorgehen entscheidet. Zwei weitere Kinder des Paares im Alter von acht und neun Jahren befinden sich demnach in Obhut des Jugendamts. Diese Angaben stammen bislang aus einer einzelnen Quelle und wurden durch die recherchierten französischen Berichte nicht gesondert bestätigt.
Was unklar bleibt
Offen ist, wann und unter welchen Umständen die fünf Babys starben; die angeordnete Obduktion und die anthropologische Analyse der Knochen sollen dazu Aufschluss geben. Unklar ist auch, ob und wann die Mutter nach der Polizeigewahrsam förmlich angeklagt wird und welche Rolle eine mögliche verheimlichte beziehungsweise verdrängte Schwangerschaft, von der französische Medien berichten, im weiteren Verfahren spielt. Zur Vorgeschichte des Paares sowie zu etwaigen eigenen Stellungnahmen der Mutter oder des Lebensgefährten liegen keine belastbaren Angaben vor.
Einordnung
Der Fall wird in Österreich unter anderem von ORF, Der Standard, Die Presse, Kurier und Kleine Zeitung aufgegriffen, in Frankreich berichten unter anderem France Info und Euronews unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von Carpentras. Angaben zum genauen Zeitpunkt der Geburt des überlebenden Kindes gingen in einzelnen Berichten zunächst auseinander; die von der Staatsanwaltschaft bestätigte und von mehreren Medien wiedergegebene Version nennt Sonntag, den 26. Juli. Weil das Ermittlungsverfahren erst begonnen hat und zentrale Fragen zu Tathergang und Motiv offen sind, ist mit weiterer Berichterstattung und neuen Erkenntnissen zu rechnen.

