Die Speicherung der strategischen Gasreserve Österreichs wird in den kommenden Jahren deutlich günstiger. Laut einer Aussendung des Wirtschaftsministeriums vom Sonntag sinken die Kosten für die Speicherjahre 2027/28 und 2028/29 auf je 38,75 Millionen Euro – bisher waren je 94 Millionen Euro veranschlagt. Für das laufende Speicherjahr 2026/27 gilt weiterhin der alte Kostenrahmen.
Als Gründe nennt das Ministerium neue Ausschreibungsbedingungen, ein eigens zugeschnittenes Speicherprodukt sowie eine geringere Nachfrage nach Speicherkapazitäten. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) spricht von langfristiger Absicherung der Gasversorgung bei sparsamerem Umgang mit Steuergeld, Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) von einem sehr guten Ergebnis. Die 20-TWh-Reserve ist bis 1. April 2029 gesichert und soll im Notfall bis zu zwei Wintermonate Verbrauch abdecken; Österreichs Gasspeicher sind derzeit zu 67 Prozent gefüllt.
Offen bleibt, welche Marktfaktoren genau hinter der geringeren Nachfrage nach Speicherkapazität stehen und wie sich die Kosten im Vergleich zu früheren Perioden oder anderen EU-Ländern entwickelt haben. Eine unabhängige Einordnung abseits der Ministeriumsangaben liegt bislang nicht vor.
Was passiert ist
Die Speicherung der strategischen Gasreserve Österreichs wird in den kommenden Speicherjahren deutlich günstiger als bisher geplant. Wie das Wirtschaftsministerium am Sonntag mitteilte, sinken die Kosten für die Speicherjahre 2027/28 und 2028/29 auf je 38,75 Millionen Euro. Bisher waren dafür jeweils 94 Millionen Euro veranschlagt. Für das laufende Speicherjahr 2026/27 gilt weiterhin der alte Kostenrahmen von 94 Millionen Euro. Die Meldung wurde am 7. September 2026 unter anderem von Kurier, ORF und Die Presse aufgegriffen, die sich auf die Aussendung des Ministeriums beziehen.
Warum die Kosten sinken
Laut Wirtschaftsministerium sind mehrere Faktoren für die Einsparung verantwortlich: neue Ausschreibungsbedingungen, ein eigens auf die strategische Gasreserve zugeschnittenes Speicherprodukt sowie eine geringere Nachfrage nach Speicherkapazitäten. Beim neuen Speicherprodukt wurde laut Ministerium auf die zusätzliche Buchung separater Ein- und Ausspeicherkapazitäten verzichtet, weil die Reserve ohnehin nur für den Krisenfall vorgesehen ist. Zudem hätten die Ausschreibungsbedingungen für wirksamen Wettbewerb unter den Anbietern gesorgt. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) wird mit den Worten zitiert, man sichere damit die Gasversorgung Österreichs langfristig ab und gehe gleichzeitig sparsam mit Steuergeld um. Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) bezeichnete das Ergebnis als sehr gut für die Versorgungssicherheit.
Was die Reserve leisten soll
Die strategische Gasreserve umfasst 20 Terawattstunden und ist auf mehrere Speicher in Österreich verteilt; verantwortlich für die Speicherung ist die Austrian Strategic Gas Storage Management GmbH (ASGM). Laut Ministerium ist die Reserve bis zum 1. April 2029 gesichert und könnte im Notfall den Gasverbrauch von bis zu zwei Wintermonaten abdecken. Insgesamt sind Österreichs Gasspeicher derzeit zu 67 Prozent gefüllt, was 87 Prozent des durchschnittlichen Jahresbedarfs entspricht – die Gesamtkapazität der heimischen Speicher liegt damit über dem Jahresbedarf.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, worauf die vom Ministerium genannte geringere Nachfrage nach Speicherkapazitäten konkret zurückzuführen ist – etwa auf allgemeine Entwicklungen am europäischen Gasmarkt oder auf unternehmensspezifische Faktoren. Auch ein Vergleich mit den Speicherkosten früherer Perioden sowie Angaben dazu, ob andere EU-Länder bei vergleichbaren Reserven ähnliche Einsparungen erzielen, liegen aus den vorliegenden Quellen nicht vor. Eine Einschätzung unabhängiger Energiemarkt-Beobachter oder eine Reaktion der parlamentarischen Opposition zu der Kostensenkung ist in den bisherigen Berichten nicht enthalten.


