Nach Angaben palästinensischer bzw. Hamas-naher Stellen wurden am 14. Juli 2026 bei israelischen Angriffen im Gazastreifen mindestens neun Menschen getötet, am 17. Juli 2026 folgten zehn weitere Tote bei einem Luftangriff auf Gaza-Stadt, darunter drei Kinder und deren Eltern, und am 30. Juli 2026 meldete die Gesundheitsbehörde im Gazastreifen erneut vier Tote in Khan Younis, Al-Bureij und bei Gaza-Stadt. Auch am 2. August 2026 setzte Israel seine Luftangriffe fort: Eine erste Meldung nannte vier Tote in Deir al-Balah und Gaza-Stadt, ein am Abend desselben Tages veröffentlichter, aktualisierter ORF-Bericht bezifferte die Gesamtzahl für diesen Tag auf mindestens 15 – nach palästinensischen Angaben der höchste Tageswert seit Wochen, darunter zwei Ehepaare und zwei Kinder in Gaza-Stadt, Deir al-Balah und der Region um Chan Junis. Das israelische Militär erklärte, ein Angriff auf eine Wohnung in Deir al-Balah habe zwei Kommandeuren der Hamas-Eliteeinheit Nuchba gegolten; auch in Gaza-Stadt und Dschabalija seien militärische Ziele angegriffen worden. Zusätzlich wird weiterhin von einem Angriff auf ein „Klinik-Lager“ bzw. ein medizinisches Vorratslager berichtet, mit widersprüchlichen Angaben von drei bzw. sieben Toten und unklarem Zeitpunkt.
Die fortgesetzten Angriffe stehen in auffälligem Kontrast zu einem parallel laufenden diplomatischen Prozess: US-Präsident Trump hatte einen Verhandlungsdurchbruch verkündet, und sein „Friedensrat“ veröffentlichte am 31. Juli 2026 einen 15-Punkte-Plan zu den letzten Schritten der Umsetzung des im Vorjahr in Ägypten geschlossenen Waffenstillstandsabkommens. Israels Energieminister Eli Cohen, Mitglied des Sicherheitskabinetts, widersprach dieser Darstellung jedoch öffentlich: Es gebe keine Vereinbarung über einen Stopp der Angriffe, er bezweifle stark, dass die Hamas sich entwaffnen werde, und sollte sie ihre Waffen nicht niederlegen, müsse Israel die vollständige Kontrolle über den Gazastreifen übernehmen. Die Hamas erklärte ihrerseits, sie werde ihre Waffen erst zur Lagerung übergeben, wenn Israel seine Militäreinsätze beendet und seine Streitkräfte wie vereinbart abzieht – Israel lehnt das bislang ab. Nach palästinensischen Angaben wurden seit der Waffenruhe vom Oktober 2025 mittlerweile mehr als 1.200 Menschen bei israelischen Angriffen im Gazastreifen getötet.
Die genannten Opferzahlen – einschließlich der im Tagesverlauf des 2. August von vier auf mindestens 15 korrigierten Zahl –, der Streit über die Reihenfolge von Entwaffnung und Abzug sowie der gemeldete Angriff auf ein Klinik-Lager bzw. medizinisches Vorratslager sind unabhängig nicht abschließend überprüfbar. Eine eigenständige Prüfung von Originalquellen wie einer ausführlichen israelischen Stellungnahme, dem vollständigen Plandokument oder einer offiziellen Erklärung der Hamas wurde für diesen Artikel nicht vorgenommen, weshalb die Darstellung als vorläufig und mit offener Quellenlage zu verstehen ist.
Was passiert ist
Nach Angaben palästinensischer bzw. Hamas-naher Stellen wurden am 14. Juli 2026 bei israelischen Angriffen im Gazastreifen mindestens neun Menschen getötet, darunter ein zehnjähriger Junge in Rafah und ein ranghoher Hamas-Polizeioffizier in Jabalia. Am 17. Juli 2026 folgte laut Kurier und DER STANDARD ein weiterer israelischer Luftangriff auf Gaza-Stadt mit zehn Toten, unter ihnen laut denselben Berichten drei Kinder und deren Eltern.
Am 30. Juli 2026 kamen nach Angaben der Gesundheitsbehörde im Gazastreifen erneut mindestens vier Menschen bei israelischen Angriffen ums Leben, mindestens 18 weitere wurden verletzt – in einem Flüchtlingslager in Khan Younis, in der Flüchtlingssiedlung Al-Bureij und bei einem Vertriebenenlager nahe Gaza-Stadt. Das israelische Militär erklärte laut ORF, die Angriffe hätten Kämpfern der Hamas gegolten, ohne dies für die einzelnen Vorfälle näher zu begründen.
Israel setzte seine Luftangriffe auch am 2. August 2026 fort – dem zweiten Tag in Folge mit gemeldeten Angriffen –, obwohl US-Präsident Donald Trump tags zuvor einen Durchbruch bei den Verhandlungen über eine Waffenruhe mit der Hamas verkündet hatte. Eine erste Meldung nannte für diesen Tag mindestens vier Tote, darunter ein Ehepaar bei einem Angriff auf eine Wohnung in Deir al-Balah und zwei weitere Menschen, darunter ein Kind, bei einem Luftschlag auf ein Haus in Gaza-Stadt. Ein am Abend desselben Tages veröffentlichter, aktualisierter ORF-Bericht bezifferte die Gesamtzahl der an diesem Tag Getöteten deutlich höher: auf mindestens 15 – nach palästinensischen Angaben der höchste Tageswert seit Wochen. Israelische Kampfjets bombardierten demnach Gaza-Stadt im Norden, Deir al-Balah im Zentrum sowie die südliche Region um Chan Junis (Khan Younis); unter den Toten sollen sich zwei Ehepaare und zwei Kinder befunden haben.
Das israelische Militär erklärte dazu, ein Angriff auf eine Wohnung in Deir al-Balah habe zwei Kommandeuren der Hamas-Eliteeinheit Nuchba gegolten; auch in Gaza-Stadt und Dschabalija seien militärische Ziele angegriffen worden. Zusätzlich berichten DER STANDARD und Kleine Zeitung weiterhin von einem israelischen Angriff auf ein „Klinik-Lager“ mit drei Toten, während ein anderer internationaler Bericht von der Zerstörung eines medizinischen Vorratslagers mit sieben Toten am 1. August 2026 spricht; ob es sich um denselben oder um unterschiedliche Vorfälle handelt, bleibt unklar.
Hintergrund der fortgesetzten Angriffe ist ein zugleich laufender diplomatischer Prozess: Trump hatte erklärt, die Hamas und andere bewaffnete Gruppen hätten einer Entwaffnung zugestimmt. Am Freitag, dem 31. Juli 2026, veröffentlichte Trumps „Friedensrat“ einen 15-Punkte-Plan, der die letzten Schritte zur Umsetzung des im Vorjahr in Ägypten geschlossenen Waffenstillstandsabkommens umreißt. Israels Energieminister Eli Cohen, Mitglied des Sicherheitskabinetts von Ministerpräsident Netanjahu, widersprach jedoch der Darstellung eines Durchbruchs: Gegenüber dem israelischen Armeesender erklärte er, es gebe keine Vereinbarung über einen Stopp der Angriffe auf den Gazastreifen. Er bezweifle stark, dass die Hamas sich tatsächlich entwaffnen werde – sie werde eher „Spiele spielen“ und versuchen, ihre Waffen zu verstecken, auch wenn Israel ihr „natürlich die Gelegenheit“ dazu geben werde. Sollte die Hamas ihre Waffen nicht niederlegen, müsse Israel die vollständige Kontrolle über das Küstengebiet übernehmen, forderte Cohen. Die Hamas selbst erklärte laut ORF, sie werde ihre Waffen erst zur Lagerung übergeben, wenn Israel seine Militäreinsätze beendet und seine Streitkräfte wie im Abkommen des Vorjahres vereinbart abzieht; Israel lehnt das bislang ab.
Was die Quellen zeigen
Für die Vorfälle vom 14. Juli berichteten DER STANDARD, Die Presse und ORF übereinstimmend unter Berufung auf Behörden im Gazastreifen; Arab News und Al-Monitor lieferten zusätzliche Details. Für den Luftangriff auf Gaza-Stadt vom 17. Juli liegen Berichte von Kurier und DER STANDARD vor, die sich beide auf örtliche Behörden berufen. Für die Angriffe vom 30. Juli stützt sich die Darstellung auf übereinstimmende Berichte von DER STANDARD, ORF und Kleine Zeitung sowie eine über Websuche gefundene Al-Jazeera-Meldung zur Gesamtopferzahl und zu Gesprächen in Kairo.
Für die Ereignisse vom 2. August 2026 liegen mit ORF, DER STANDARD und Kleine Zeitung zunächst drei österreichische Medien mit einer ersten Zahl von vier Toten vor. Ein am Abend desselben Tages veröffentlichter, umfassenderer ORF-Bericht sowie mehrere über Websuche gefundene, international syndizierte Berichte (Al-Monitor, Asharq Al-Awsat) korrigierten die Gesamtzahl auf mindestens 15 nach oben und lieferten weitere Details zu Orten (Gaza-Stadt, Deir al-Balah, Chan Junis/Khan Younis) und Opfergruppen (zwei Ehepaare, zwei Kinder). Andere Agenturmeldungen zum selben Tag nannten zwischenzeitlich nur neun Tote, was zusätzlich auf eine im Tagesverlauf noch nicht abgeschlossene Zählung hindeutet. Eine israelische Stellungnahme zu den konkreten Vorfällen liegt nur in Form der pauschalen Zielangabe vor – zwei Kommandeure der Hamas-Eliteeinheit Nuchba in Deir al-Balah sowie weitere militärische Ziele in Gaza-Stadt und Dschabalija.
Die Äußerungen von Energieminister Eli Cohen wurden ursprünglich im israelischen Armeesender getätigt; eingesehen wurde davon nur die Wiedergabe durch ORF sowie durch die zusätzlich recherchierten internationalen Medien Al-Monitor und Asharq Al-Awsat, die inhaltlich übereinstimmen. Die Original-Rundfunkaufzeichnung selbst wurde nicht eingesehen. Ergänzend wurden über eine gezielte Websuche zwei internationale Medienberichte (NZZ, The Hill) herangezogen, die den Inhalt des am 31. Juli veröffentlichten 15-Punkte-Plans sowie die gegensätzlichen Positionen von Hamas und Israel zur Reihenfolge von Entwaffnung und Truppenabzug bestätigen – ohne dass das Plandokument selbst oder eine offizielle Stellungnahme des „Board of Peace“ bzw. des Weißen Hauses eigenständig eingesehen wurde.
Der zusätzlich gemeldete Angriff auf ein „Klinik-Lager“ mit drei Toten ist weiterhin ausschließlich über zwei kurze Meldungen von DER STANDARD und Kleine Zeitung belegt, die weder Datum noch nähere Ortsangaben oder Hintergründe liefern. Ein weiterer, über Websuche gefundener Bericht von Al Jazeera vom 1. August 2026 beschreibt die Zerstörung eines medizinischen Vorratslagers bei israelischen Angriffen mit sieben Toten – eine abweichende Opferzahl, die eine sichere Zuordnung zum Klinik-Lager-Bericht nicht erlaubt.
Was unklar bleibt
Offen ist, ob das israelische Militär zu den einzelnen Vorfällen vom 14., 17. und 30. Juli sowie vom 2. August 2026 noch detailliertere Stellungnahmen abgeben wird; zu den Angriffen vom 2. August liegt bislang nur die pauschale Zielangabe zu den Nuchba-Kommandeuren vor, keine Reaktion zur genannten Gesamtopferzahl. Die genannten Opferzahlen sowie die Umstände der einzelnen Vorfälle stammen überwiegend von palästinensischen bzw. Hamas-nahen Stellen und sind unabhängig nicht abschließend überprüfbar. Insbesondere ist unklar, ob die für den 2. August zunächst gemeldeten vier Toten in der später gemeldeten Gesamtzahl von mindestens 15 enthalten sind oder ob unterschiedliche Vorfälle bzw. Zählweisen vorliegen.
Unklar bleibt zudem, ob und wie der am 31. Juli veröffentlichte 15-Punkte-Plan trotz der fortgesetzten israelischen Angriffe und der öffentlichen Skepsis von Minister Cohen tatsächlich umgesetzt wird. Hamas und Israel vertreten offenbar gegensätzliche Positionen zur Reihenfolge: Während die Hamas einen israelischen Truppenabzug zur Bedingung für die Waffenübergabe macht, lehnt Israel dies bislang ab, und Cohen erklärte sogar, es gebe seit 72 Stunden keine Kabinettssitzung zu dem Thema. Wie sich dieser Konflikt auflöst und ob es zu konkreten Umsetzungsschritten oder – wie von Cohen ins Spiel gebracht – zu einer vollständigen israelischen Kontrolle über den gesamten Gazastreifen kommt, ist derzeit offen. Ebenso unklar bleiben Zeitpunkt und Hergang des gemeldeten Angriffs auf ein Klinik-Lager bzw. medizinisches Vorratslager, die widersprüchliche Opferzahl dieses Vorfalls (drei oder sieben Tote) sowie die genaue, aktuell gültige Gesamtzahl der Getöteten seit der Waffenruhe vom Oktober 2025.
Einordnung
Die Ereignisse vom 2. August 2026 verschärfen ein bereits seit Wochen erkennbares Muster: Am selben Wochenende, an dem Trumps „Friedensrat“ einen detaillierten 15-Punkte-Plan zur Umsetzung der Waffenruhe veröffentlichte, meldeten palästinensische Stellen den höchsten Tagestotenwert seit Wochen, und ein Mitglied des israelischen Sicherheitskabinetts stellte öffentlich infrage, dass es überhaupt eine Vereinbarung zur Beendigung der Angriffe gebe. Damit tritt neben die wiederkehrende Kluft zwischen diplomatischer Ankündigung und Geschehen vor Ort ein zweiter Widerspruch: zwischen Trumps öffentlicher Erzählung eines Durchbruchs und der deutlich zurückhaltenderen, teils widersprechenden Einschätzung eines israelischen Regierungsmitglieds.
Der von Cohen skizzierte Ausblick – vollständige israelische Kontrolle über den Gazastreifen, sollte die Hamas nicht entwaffnen – zeigt zudem, dass die im Oktober 2025 vereinbarte Waffenruhe strukturell fragil bleibt: Sie hat großangelegte Kampfhandlungen beendet, nicht aber nahezu tägliche israelische Angriffe mit zivilen Todesopfern, und die zentrale Streitfrage von Entwaffnung versus Truppenabzug ist weiterhin ungelöst. Das seit Monaten wiederkehrende Muster bei den Opferzahlen bleibt ebenfalls bestehen: Sie stammen regelmäßig von den Gesundheits- bzw. Sicherheitsbehörden im von der Hamas kontrollierten Gebiet und werden, wie am 2. August sichtbar, im Tagesverlauf teils erheblich nach oben korrigiert, während israelische Stellungnahmen meist nur pauschal oder gar nicht vorliegen. Nach palästinensischen Angaben ist die Gesamtzahl der seit der Waffenruhe Getöteten auf über 1.200 gestiegen; eine aktuellere Gesamtzahl liegt nicht vor. Angesichts der schwierigen Quellenlage in einem Gebiet mit stark eingeschränkter unabhängiger Berichterstattung ist bei allen Angaben zu Opferzahlen, Zielbegründungen und Verhandlungsständen weiterhin besondere Vorsicht geboten. Die Darstellung in diesem Artikel beruht auf Sekundärberichten österreichischer und internationaler Medien und erhebt keinen Anspruch auf abschließende Klärung der Ereignisse.


