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Von 10. bis 13. September 2026 zog die Solidaritätswanderung „Gehen gegen Gewalt“ durch das niederösterreichische Weinviertel. Organisiert vom Verein Frauen für Frauen Weinviertel, startete die Aktion im Mistelbacher Stadtpark und endete am Sonntag am Michelberg im Bezirk Korneuburg. Mehr als 1.000 Menschen beteiligten sich, insgesamt kamen rund elf Millionen Schritte zusammen.

Mit Renate Hofer, Nicole Dill und Renate Montigel kamen Frauen zu Wort, die selbst Gewalterfahrungen gemacht haben. Geschäftsführerin Manuela Kräuter betonte, die Aktion habe vielen Menschen die Möglichkeit gegeben, aktiv zu werden statt hinzunehmen. Der Verein fordert von der Politik nun die konsequente Umsetzung und Finanzierung des Nationalen Aktionsplans gegen Gewalt an Frauen und Mädchen 2025–2029, samt besserem Opferschutz und konsequenter Täterarbeit. Hintergrund sind laut dem Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser bereits 18 mutmaßliche Femizide und 45 Fälle schwerer Gewalt im laufenden Jahr.

Ob und wie Bund oder Land auf diese Forderungen reagieren, ist mit den vorliegenden Quellen offen.

Was passiert ist

Von 10. bis 13. September 2026 zog die Solidaritätswanderung „Gehen gegen Gewalt“ durch das niederösterreichische Weinviertel. Aufgerufen dazu hatte der Verein Frauen für Frauen Weinviertel. Den Auftakt bildeten Ansprachen im Mistelbacher Stadtpark, danach ging es vier Tage lang gemeinsam weiter, mit Raum für Gespräche entlang der Strecke. Am Sonntag, dem 13. September, erreichten mehr als 100 gemeinsam Wandernde das Ziel am Michelberg im Bezirk Korneuburg.

Mehr als 1.000 Menschen beteiligten sich zumindest zeitweise – Privatpersonen ebenso wie Vereine, Gemeinden, Pfarren, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft, Gewaltschutzorganisationen sowie Männer aus Sportvereinen. Insgesamt kamen dabei rund elf Millionen Schritte zusammen, die vor Ort und digital gesammelt wurden.

Betroffene kamen zu Wort

Ein zentrales Element der Aktion war, dass nicht über, sondern mit Betroffenen gesprochen wurde. Mit Renate Hofer und Nicole Dill, beide Überlebende von Femizidversuchen, sowie der Mitinitiatorin und selbst gewaltbetroffenen Renate Montigel traten Frauen öffentlich auf, die eigene Gewalterfahrungen gemacht haben. Ihre Botschaft: Schwere Gewalt entstehe nicht aus dem Nichts – Warnsignale müssten ernst genommen und Verantwortung klar benannt werden.

Manuela Kräuter, Geschäftsführerin von Frauen für Frauen Weinviertel, beschrieb die vier Tage als Möglichkeit für viele Menschen, „aus der Ohnmacht ins Tun“ zu kommen. Zivilcourage müsse aktiv vorgelebt und Beteiligung ermöglicht werden, so Kräuter laut den vorliegenden Quellen.

Forderungen an die Politik

Für Frauen für Frauen endet die Aktion nicht mit dem letzten Wanderschritt am Michelberg. Der Verein fordert die konsequente Umsetzung und ausreichende Finanzierung wirksamer Gewaltprävention sowie des Nationalen Aktionsplans gegen Gewalt an Frauen und Mädchen 2025–2029. Konkret genannt werden dabei Prävention von Anfang an, dauerhaft finanzierte Frauen- und Gewaltschutzeinrichtungen, ein frühes Erkennen von Hochrisikofällen, konsequente Täterarbeit, das systematische Lernen aus jedem Femizid sowie langfristige, kostenlose Unterstützung für Überlebende von Femizidversuchen und Opfer schwerer Gewalttaten.

Hintergrund der Forderungen sind aktuelle Zahlen: Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser dokumentierte mit Stand 4. September 2026 für das laufende Jahr bereits 18 mutmaßliche Femizide und 45 Fälle schwerer Gewalt gegen Frauen in Österreich.

Was unklar bleibt

Offen ist, ob und wie Bundesregierung oder das Land Niederösterreich auf die konkreten Forderungen reagieren – eine solche Stellungnahme liegt den vorliegenden Quellen nicht vor. Auch zur genauen Aufteilung der Teilnehmenden zwischen physischer Anwesenheit vor Ort und rein digitaler Teilnahme gibt es in den Quellen leicht unterschiedliche Angaben. Reaktionen weiterer Frauenschutzorganisationen oder politischer Parteien über die Presseaussendung des Vereins hinaus sind bislang nicht bekannt.