In der sudanesischen Region Westkordofan ist die Al-Saraa-Mine nahe der Stadt al-Nahud eingestürzt. Nach Überlebendenberichten gegenüber der Nachrichtenagentur AFP begannen die Schächte bereits am Wochenende einzubrechen; bis zum nächsten Morgen waren mindestens 60 Leichen geborgen. Die Suche nach Verschütteten läuft demnach mit einfachsten Mitteln weiter, da es an schwerem Bergungsgerät fehlt.
Österreichische Medien wie ORF, Kleine Zeitung, Der Standard, Die Presse und Kurier berichten übereinstimmend von mindestens 60 Toten. Die Hilfsorganisation Dar Hamar nennt 64 Tote und 55 Verletzte, internationale Portale wie Al Jazeera und France24 zitieren eine RSF-Quelle mit Zahlen von über 70 beziehungsweise mehr als 80 Toten – eine einheitliche, unabhängig geprüfte Zählung fehlt bislang.
Die Region liegt in einem seit 2023 umkämpften Landesteil, in dem sich beide Kriegsparteien laut Berichten auch über den Goldhandel finanzieren. Offen bleiben die endgültige Opferzahl, die genaue Unglücksursache und ob es noch Verschüttete gibt.
Was passiert ist
In der sudanesischen Region Westkordofan ist eine Goldmine eingestürzt. Nach Angaben von Überlebenden gegenüber der Nachrichtenagentur AFP begannen die Schächte der Al-Saraa-Mine nahe der Stadt al-Nahud bereits am Wochenende einzubrechen. Bis zum Morgen danach waren nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Medien mindestens 60 Leichen geborgen worden. Die Suche nach weiteren Verschütteten dauerte den Berichten zufolge die ganze Nacht über an, verlief aber mit einfachsten Mitteln, da es an schwerem Gerät zum Wegräumen von Erde und Gestein fehlte.
Was die Quellen zeigen
Mehrere österreichische Medien – ORF, Kleine Zeitung, Der Standard, Die Presse und Kurier – berichteten übereinstimmend von mindestens 60 Toten und stützten sich dabei erkennbar auf dieselbe Grundlage: Aussagen von Überlebenden gegenüber AFP. Die lokale medizinische Hilfsorganisation Dar Hamar bezifferte die Zahl der Toten separat mit 64 und sprach zusätzlich von 55 Verletzten – eine Einzelquelle, die bislang nicht unabhängig bestätigt ist. Internationale Portale wie Al Jazeera und France24 nannten unter Berufung auf eine Quelle der paramilitärischen RSF-Miliz, die das Gebiet kontrolliert, sogar Zahlen von deutlich über 70 beziehungsweise mehr als 80 Toten. Diese Spannbreite zeigt, dass noch keine einheitliche, offiziell geprüfte Zählung vorliegt.
Hintergrund: Goldabbau in einem Kriegsgebiet
Die Region Westkordofan liegt in einem Landesteil, der seit dem Ausbruch des sudanesischen Bürgerkriegs im April 2023 zwischen der Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und der RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohammed Hamdan Daglo umkämpft ist. Berichten zufolge finanzieren sich beide Kriegsparteien unter anderem über den Handel mit Gold; der Sudan zählt zu den größten Goldförderländern Afrikas. Der wirtschaftliche Druck durch den Krieg treibt laut Medienberichten viele Menschen dazu, auch in informell oder unter mangelhaften Sicherheitsstandards betriebenen Minen wie der betroffenen nach Gold zu suchen.
Was unklar bleibt
Offen ist vor allem, wie hoch die endgültige Zahl der Toten und Vermissten am Ende sein wird – die bisherigen Angaben reichen von rund 60 bis über 80 und stammen ausschließlich von Überlebenden, einer Hilfsorganisation oder einer der Kriegsparteien selbst. Eine unabhängige oder behördliche Bestätigung der Opferzahlen liegt nicht vor, ebenso wenig eine Stellungnahme zur genauen Unglücksursache. Unklar bleibt zudem, wie viele Menschen sich weiterhin unter den Erdmassen befinden und ob spezialisierte Rettungskräfte oder schweres Gerät zum Einsatz kommen werden.

