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Der Sanierungsplan für die insolvente Ing. H. Gradwohl Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Melk ist am 29. September 2026 im Rahmen der Sanierungsplantagsatzung am Landesgericht St. Pölten mehrheitlich von den Gläubigern angenommen worden. Vorgesehen ist eine Quote von 21 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren: vier Prozentpunkte rasch, der Rest in vier Raten zu je 4,25 Prozent. Insgesamt hatten 338 Gläubiger Forderungen von rund 10,16 Millionen Euro angemeldet, wie der Gläubigerschutzverband KSV1870 mitteilte.

Es ist bereits das zweite Sanierungsverfahren binnen vier Jahren: 2022 war ein erstes Verfahren eröffnet und 2023 beendet worden, im Mai 2026 meldete der Betrieb erneut Insolvenz an. Rund 160 Beschäftigte waren betroffen, knapp die Hälfte musste das Unternehmen verlassen. Der Geschäftsbereich Druck wurde geschlossen, künftig soll der Schwerpunkt auf Kunststoff-Tiefzieh- und Spritzgussteilen liegen.

Wie Belegschaft und einzelne Gläubigergruppen die Restrukturierung bewerten und wie tragfähig die Sanierung langfristig ist, geht aus den vorliegenden Quellen nicht hervor.

Was passiert ist

Der Sanierungsplan für die insolvente Ing. H. Gradwohl Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Melk ist im Rahmen der Sanierungsplantagsatzung am Landesgericht St. Pölten am Dienstag, den 29. September 2026, mehrheitlich von den Gläubigern angenommen worden. Vorgesehen ist eine Quote von 21 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme des Plans. Es ist bereits das zweite Sanierungsverfahren des Unternehmens innerhalb von vier Jahren.

Zahlen im Detail

Insgesamt haben 338 Gläubiger Forderungen in Höhe von rund 10,16 Millionen Euro angemeldet, wie der Gläubigerschutzverband KSV1870 nach der Tagsatzung mitteilte. Von der vereinbarten Quote sollen vier Prozentpunkte rasch ausgezahlt werden, die restlichen 17 Prozentpunkte folgen in vier Raten zu je 4,25 Prozent über die kommenden zwei Jahre. Finanziert werden soll die Sanierung aus dem laufenden Geschäftsbetrieb. KSV1870-Vertreter Jürgen Gebauer äußerte sich optimistisch, dass die bereits während des Verfahrens eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen im zweiten Anlauf zu einer dauerhaften Sanierung führen.

Vorgeschichte: zweite Insolvenz binnen vier Jahren

Es ist nicht die erste Krise des Unternehmens: Bereits 2022 war ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden, das 2023 abgeschlossen wurde. Im Mai 2026 meldete der Betrieb erneut Insolvenz an. Von der zweiten Insolvenz waren rund 160 Beschäftigte betroffen, knapp die Hälfte der Belegschaft musste das Unternehmen im Zuge des Verfahrens verlassen. Als Konsequenz aus der neuerlichen Schieflage wurde der Geschäftsbereich Druck geschlossen; der Schwerpunkt der unternehmerischen Tätigkeit soll künftig auf der Produktion von Kunststoff-Tiefzieh- und Spritzgussteilen liegen.

Was unklar bleibt

Aus den vorliegenden Quellen geht nicht hervor, wie Betriebsrat oder Arbeitnehmervertretung die neuerliche Restrukturierung und den Stellenabbau bewerten. Auch eine differenzierte Einschätzung einzelner Gläubigergruppen – etwa Hausbank, Lieferanten oder Beschäftigte mit offenen Forderungen – liegt nicht vor. Wie sich die Marktlage für Kunststoff-Tiefzieh- und Spritzgussteile 2026 darstellt und wie realistisch eine dauerhafte Sanierung nach der Schließung der Drucksparte ist, lässt sich aus der aktuellen Berichterstattung nicht beurteilen.

Einordnung

Der Fall reiht sich in eine Reihe österreichischer Restrukturierungsfälle des Jahres 2026 ein, bei denen Unternehmen nach einem ersten Sanierungsverfahren binnen weniger Jahre erneut insolvent wurden – etwa bei der Vorarlberger Fahrradmarke Simplon oder bei Christof Industries Austria in der Steiermark, wie „Neue Nachrichten“ berichtete. Anders als bei diesen zuletzt eröffneten Verfahren liegt bei Gradwohl der angenommene Sanierungsplan bereits vor; ob die angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen ausreichen, um einen dritten Anlauf zu vermeiden, lässt sich derzeit nicht abschätzen.