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Die Grünen haben am 22. September 2026 im Wiener Marx-Palast ihre Herbstkampagne gestartet. Bundessprecherin Leonore Gewessler positionierte die Partei darin als „einzige Alternative“ zu einer Regierungsbeteiligung der FPÖ und warf der Bundesregierung vor, den „Niedergang“ zu verwalten, während das Umfeld von FPÖ-Chef Herbert Kickl „offenbar gewaltbereit“ sei. Die Grünen wollen laut Kurier-Berichterstattung fünf Wochen lang mit Hausbesuchen in ganz Österreich Präsenz zeigen.

Laut aktuellem APA-Wahltrend liegen die Grünen bei 12,9 Prozent, nach 8,2 Prozent bei der Nationalratswahl 2024 – ein deutlicher Zuwachs, mit dem die Partei aber weiterhin nur Platz vier hinter der SPÖ belegt. ORF, Kurier und Kleine Zeitung berichten übereinstimmend über den Kampagnenauftakt und Gewesslers Zitate.

Offen bleiben Reaktionen der anderen Parteien, Details zu Budget und Mediaplan der Kampagne sowie die Frage, wann tatsächlich gewählt wird und welche Koalitionsoptionen die Grünen für die Zeit danach in Betracht ziehen.

Was passiert ist

Die Grünen haben am 22. September 2026 ihre Herbstkampagne gestartet. Bundessprecherin Leonore Gewessler stimmte die Partei bei einer Rede im Wiener Marx-Palast darauf ein, sich als „einzige Alternative“ zu einer Regierungsbeteiligung der FPÖ zu präsentieren. Bereits im Vorfeld hatte sie das gegenüber der APA so formuliert: Sie wolle nicht, dass die Menschen im Land nur die Wahl zwischen „der Verwaltung des Niedergangs“ und „den rechten Zerstörern der liberalen Demokratie“ hätten. Das „weltoffene Lager“ wollten die Grünen anführen.

Bei der Auftaktveranstaltung richtete sich Gewessler an Parteiunterstützerinnen und -unterstützer, die für die Kampagne neu eingekleidet wurden und laut Kurier-Berichterstattung in den kommenden Wochen auf Hausbesuche gehen sollen. Sie erinnerte dabei an die Gründungsgeschichte der Grünen im Widerstand gegen das Kernkraftwerk Zwentendorf und die geplante Au-Zerstörung in Hainburg.

Was die Quellen zeigen

ORF und Kurier zitieren Gewessler mit teils wortgleichen, teils sinngemäß übereinstimmenden Aussagen: Die Bundesregierung „verwaltet den Niedergang“, während die FPÖ und ihr Umfeld eine Gefahr für die liberale Demokratie darstellten. Gewessler sprach laut Kurier von einem „offenbar gewaltbereiten Umfeld“ von FPÖ-Chef Herbert Kickl und begründete den wachsenden Zuspruch für die FPÖ unter anderem mit einer verbreiteten „Epidemie der Einsamkeit“.

Der ORF-Bericht verweist zudem auf konkrete Umfragezahlen: Nach dem aktuellen APA-Wahltrend liegen die Grünen bei 12,9 Prozent, nach 8,2 Prozent beim Wahlergebnis 2024 – ein Zuwachs, den Gewessler selbst als „50 Prozent über unserem Wahlergebnis vom letzten Mal“ einordnete. Trotz des Anstiegs liegt die Partei damit weiterhin nur auf Platz vier hinter der SPÖ. Kurier und Kleine Zeitung berichten inhaltlich übereinstimmend über den Kampagnenstart, ohne die Umfragedaten im Detail zu nennen.

Was unklar bleibt

Keine der vorliegenden Quellen enthält Reaktionen von SPÖ, ÖVP, FPÖ oder NEOS auf die Kampagnenansage der Grünen. Auch Angaben zu Kampagnenbudget oder Mediaplan fehlen. Gewessler selbst wollte sich laut ORF nicht dazu äußern, wann tatsächlich gewählt wird, ob die Regierung bis zum regulären Wahltermin 2029 durchhält, oder in welcher Koalitionsvariante sich die Grünen eine künftige Regierungsbeteiligung gegen die FPÖ vorstellen könnten. Der vollständige APA-Interviewtext, aus dem Gewesslers Zitate stammen, liegt nicht vor.

Einordnung

Der Kampagnenstart fällt in eine Phase, in der die FPÖ in Umfragen seit Längerem vorne liegt und die Grünen mit der scharfen Abgrenzung zur Partei von Herbert Kickl ausdrücklich um das „weltoffene“ Wählersegment werben. Die Berichterstattung stützt sich ausschließlich auf die Selbstdarstellung der Grünen bei ihrer eigenen Veranstaltung; wie andere Parteien die Kampagne und ihre Zuspitzungen bewerten, ist derzeit nicht dokumentiert.