Der deutsche Anatom und Erfinder der Plastination, Gunther von Hagens, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Familie und das von ihm gegründete Institut für Plastination bestätigten den Tod in einer gemeinsamen Presseaussendung, als Todestag wird der 24. Juli 2026 genannt. Von Hagens litt laut übereinstimmenden, auf eine dpa-Meldung zurückgehenden Medienberichten seit vielen Jahren an einer Parkinson-Erkrankung.
Von Hagens entwickelte in den 1970er-Jahren in Heidelberg die Plastinationstechnik und gründete 1993 das Institut für Plastination. Weltbekannt wurde er durch die „Körperwelten“-Ausstellungen mit plastinierten menschlichen und tierischen Körpern, die auf Körperspenden beruhen. Die Ausstellungen brachten ihm neben großem Publikumszuspruch auch anhaltende Kritik ein: Mehrere Redaktionen berichten unabhängig voneinander, dass Kritiker ihm vorwarfen, mit der öffentlichen Zurschaustellung von Leichnamen die Menschenwürde zu verletzen.
Offen bleibt, wie es mit dem Institut und den Ausstellungen künftig weitergeht und wann eine Trauerfeier stattfindet. Einzelne biografische Details zu seiner Jugend in der DDR stammen bislang nur aus einem einzelnen Medienbericht und sind nicht unabhängig bestätigt.
Was passiert ist
Der deutsche Anatom und Leichenpräparator Gunther von Hagens ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das gaben seine Familie und das von ihm gegründete Institut für Plastination in Heidelberg in einer gemeinsamen Presseaussendung bekannt, in der als Todestag der 24. Juli 2026 genannt wird. Von Hagens litt nach übereinstimmenden Medienberichten, die sich auf eine Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aus seinem Umfeld stützen, seit vielen Jahren an einer Parkinson-Erkrankung.
Werk und Kontroverse
Von Hagens entwickelte in den 1970er-Jahren an der Universität Heidelberg die Plastination, ein Verfahren, mit dem Körperflüssigkeiten und Fette in biologischem Gewebe durch Kunststoffe ersetzt und so dauerhaft haltbare anatomische Präparate hergestellt werden. 1993 gründete er dafür das private Institut für Plastination. Weltbekannt wurde er durch die „Körperwelten“-Ausstellungen, in denen plastinierte menschliche und tierische Körper gezeigt werden und die nach Angaben des Instituts von Millionen Menschen besucht wurden. Die Präparate stammen von Menschen, die zu Lebzeiten verfügt hatten, ihren Körper nach dem Tod der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen. Gerade wegen der öffentlichen Zurschaustellung menschlicher Leichname war von Hagens zeitlebens umstritten: Kritiker warfen ihm vor, mit den Ausstellungen die Menschenwürde zu verletzen – ein Vorwurf, der in der Berichterstattung mehrerer Redaktionen unabhängig voneinander aufgegriffen wird, ohne dass einzelne Kritiker darin selbst zitiert werden.
Was die Quellen zeigen
Für den Kern der Meldung liegt mit der Presseaussendung von Familie und Institut eine Bestätigung durch die unmittelbar betroffene Institution selbst vor, ergänzt durch weitgehend übereinstimmende Berichterstattung österreichischer Medien wie ORF, Der Standard, Die Presse, Kurier und Kleine Zeitung. Mehrere dieser Berichte referenzieren erkennbar dieselbe dpa-Meldung, etwa bei Details zur Parkinson-Erkrankung oder zur Biografie – sie gelten in der Zusammenschau daher als eine Quelllinie und nicht als mehrfach unabhängig bestätigt. Einzelne biografische Angaben, etwa dass von Hagens ursprünglich Gunther Liebchen hieß, im heutigen Polen geboren wurde, in Jena Medizin studierte und aus politischer Haft in der DDR freigekauft wurde, stammen aus einem einzelnen Bericht (ORF) und sind bislang nicht von weiteren Quellen unabhängig bestätigt.
Was unklar bleibt
Offen ist, wie es mit dem Institut für Plastination und den „Körperwelten“-Ausstellungen künftig weitergeht, sowie ob und wann eine öffentliche Trauerfeier stattfindet. Auch die genaueren Umstände des Todes über den Zusammenhang mit der langjährigen Parkinson-Erkrankung hinaus sind aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich. Eine ältere, aus dem Jahr 2017 stammende Institutsangabe, wonach rund 16.680 Menschen im Körperspenderprogramm registriert gewesen seien, ist mangels aktuellerer Zahlen nicht auf den heutigen Stand übertragbar.
Einordnung
Von Hagens gehörte zu jenen öffentlichen Figuren, deren wissenschaftliche Leistung und unternehmerischer Erfolg untrennbar mit einer ethischen Debatte verbunden waren: Die „Körperwelten“-Ausstellungen machten menschliche Anatomie einem breiten Publikum zugänglich, warfen zugleich aber grundsätzliche Fragen zum Umgang mit menschlichen Überresten auf. Diese doppelte Wahrnehmung – als Pionier der Anatomie-Vermittlung einerseits, als Grenzgänger der Menschenwürde-Debatte andererseits – prägt auch die aktuelle Berichterstattung über seinen Tod.

