Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat laut übereinstimmenden Medienberichten Khalil al-Hayya zu ihrem neuen Anführer gewählt. Er folgt damit auf Yahya Sinwar, der im Oktober 2024 bei einem israelischen Militäreinsatz getötet wurde. Berichten von Al Jazeera zufolge setzte sich Al-Hayya in einer internen Stichwahl gegen den früheren Hamas-Chef Khaled Meshaal durch.
Al-Hayya gilt als langjährige Führungsfigur der Hamas und zentraler Verhandler in den Gesprächen mit Israel. Er hält sich überwiegend im Ausland auf, unter anderem in Katar, und war im September 2025 laut Berichten Ziel eines israelischen Angriffs auf Hamas-Führungsmitglieder in Doha. Laut Die Presse wurden vier seiner Söhne bei israelischen Angriffen getötet.
Der Führungswechsel erfolgt in einer Phase, in der die seit Oktober 2025 geltende Waffenruhe als brüchig gilt und die im US-Friedensplan vorgesehene Entwaffnung der Hamas weiter aussteht. Offizielle Reaktionen Israels oder der USA auf die Wahl liegen bislang nicht vor; laut Kurier verleiht die interne Wahl der Hamas keine demokratische Legitimation gegenüber der Bevölkerung.
Was passiert ist
Laut übereinstimmenden Berichten mehrerer Medien, darunter ORF, Die Presse und Kurier sowie das internationale Portal Al Jazeera, hat die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas Khalil al-Hayya zu ihrem neuen Anführer gewählt. Er übernimmt die Funktion des Chefs des Politbüros und folgt damit Yahya Sinwar nach, der im Oktober 2024 bei einem israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen getötet wurde. Berichten von Al Jazeera zufolge setzte sich Al-Hayya in einer internen Stichwahl gegen Khaled Meshaal durch, der die Hamas bereits von 1996 bis 2017 geführt hatte. Eine offizielle Stellungnahme der Hamas selbst wurde für diesen Artikel nicht direkt eingesehen; die Angaben stützen sich ausschließlich auf Medienberichte darüber.
Wer ist Khalil al-Hayya
Al-Hayya gilt laut den vorliegenden Quellen als langjährige Führungsfigur der Hamas, die sich überwiegend im Ausland aufhält, unter anderem in Katar. Berichten zufolge war er seit den 1980er-Jahren in der Organisation aktiv und zählte 2006 zu den ins Palästinensische Legislativrat gewählten Hamas-Vertretern. In den vergangenen Jahren fungierte er als einer der zentralen Verhandler der Hamas in den Gesprächen mit Israel. Im September 2025 war er einem Bericht von Al Jazeera zufolge Ziel eines israelischen Angriffs auf Hamas-Führungsmitglieder in Doha. Laut Die Presse wurden vier seiner Söhne bei israelischen Angriffen getötet, einer davon im Zusammenhang mit dem Angriff auf Doha. Diese Angaben stammen aus Medienberichten und konnten nicht anhand einer Primärquelle geprüft werden.
Kontext: Waffenruhe und Friedensplan
Der Führungswechsel fällt in eine Phase, in der die im Oktober 2025 vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas als brüchig gilt. Laut Berichten von CNN hat die Hamas Anfang Juli 2026 im Rahmen des von den USA vermittelten Friedensplans die zivile Verwaltung des Gazastreifens abgegeben, die im Plan vorgesehene Entwaffnung der Organisation jedoch bislang verweigert. Nach Angaben von NPR kontrolliert das israelische Militär mittlerweile rund 70 Prozent des Gazastreifens. Welche Rolle Al-Hayya als neuer Anführer bei der weiteren Umsetzung des Plans einnehmen wird, ist derzeit offen.
Was unklar bleibt
Eine direkte Stellungnahme der Hamas im Wortlaut sowie offizielle Reaktionen israelischer oder US-amerikanischer Stellen auf die Wahl lagen zum Zeitpunkt der Recherche nicht vor. Auch das genaue Ergebnis der internen Abstimmung sowie der formelle Zeitpunkt der Amtsübernahme sind laut den eingesehenen Quellen nicht abschließend geklärt. Ob und wie sich die Wahl auf die zweite Phase der Friedensverhandlungen und die ungelöste Frage der Entwaffnung auswirkt, bleibt offen.
Einordnung
Berichten des Kurier zufolge verleiht die interne Wahl der Hamas gegenüber der palästinensischen Bevölkerung keine demokratische Legitimation, da es sich um eine organisationsinterne Entscheidung ohne Beteiligung der Zivilbevölkerung handelt. Die Hamas wird unter anderem von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Angesichts der brüchigen Waffenruhe, der ungeklärten Entwaffnungsfrage und andauernder Berichte über tödliche Zwischenfälle im Gazastreifen könnte die Personalie die weitere Entwicklung der Verhandlungen beeinflussen – belastbare Einschätzungen dazu liegen aber noch nicht vor.

