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Bei den Salzburger Festspielen hatte am 27. Juli 2026 im Landestheater Salzburg das neue Theaterstück von Peter Handke Premiere: „Schnee von gestern, Schnee von morgen“, inszeniert von Jossi Wieler als Koproduktion mit dem Berliner Ensemble. Jens Harzer und Marina Galic spielen darin denselben Mann im Zwiegespräch mit sich selbst. Handke war selbst anwesend und kam nach der Vorstellung auf die Bühne; laut Der Standard soll er dabei mit dem Gehstock gewinkt haben – ein Detail, das bislang nur eine Quelle nennt.

Die Kritiken fallen geteilt aus: Der Standard und Die Presse feiern die Inszenierung als bewegend, Kurier und Kleine Zeitung urteilen deutlich kritischer über einen richtungslosen beziehungsweise in sich zusammenfallenden Theaterabend. Wie das Stück dramaturgisch im Detail aufgebaut ist und wie es international aufgenommen wird, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht beantworten.

Was passiert ist

Bei den Salzburger Festspielen hatte am 27. Juli 2026 im Landestheater Salzburg das neue Theaterstück von Peter Handke Uraufführung: „Schnee von gestern, Schnee von morgen“. Regie führte Jossi Wieler, die Produktion entstand als Koproduktion mit dem Berliner Ensemble. Die beiden Hauptrollen übernehmen Jens Harzer und Marina Galic; sie verkörpern denselben „Kreuz-und-Quer-Gehenden“ im Zwiegespräch mit sich selbst, wie es in der Ankündigung der Festspiele heißt. Die Uraufführung fand nach Angaben der Festspiele auf ausdrücklichen Wunsch Handkes in Salzburg statt, einer Stadt, zu der der Autor eine besondere Verbindung hat.

Handke auf der Bühne

Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass Peter Handke selbst bei der Premiere anwesend war. Die Presse schreibt, der Nobelpreisträger sei nach der Vorstellung selbst im Landestheater auf die Bühne gekommen. Der Standard beschreibt in seiner Kritik zudem eine Geste, bei der Handke mit dem Gehstock gewinkt habe – dieses Detail liegt bislang nur aus einer einzelnen Quelle vor und lässt sich anhand der übrigen Berichte nicht eigenständig bestätigen.

Gespaltene Kritik

Die Reaktionen der Feuilletons auf die Inszenierung fallen deutlich auseinander. Der Standard und Die Presse beschreiben den Theaterabend als bewegend und werten ihn positiv; Die Presse spricht von einem Abend, der begeistert, obwohl die beiden Darstellenden kaum von der Stelle kommen. Kurier und Kleine Zeitung urteilen kritischer: Der Kurier beschreibt die Aufführung sinngemäß als in sich zusammengefallen „wie ein Kartenhaus“, die Kleine Zeitung spricht von einem „zielloser Streifzug“. Ein einheitliches Bild ergibt sich aus den vorliegenden Quellen damit nicht.

Was unklar bleibt

Offen bleibt anhand der vorliegenden Berichte, wie das Stück im Detail dramaturgisch aufgebaut ist und welche konkrete Rolle die von Der Standard beschriebene Bühnenausstattung aus umgestürzten Regalen, Trennwänden und Büromöbeln für die Deutung spielt. Auch internationale Kritikerstimmen jenseits der österreichischen Medien liegen bislang nicht vor, ebenso wenig Angaben zu Publikumszahlen oder zur weiteren Spielplanung über die Festspiele hinaus.

Einordnung

Handke, der 2019 den Literaturnobelpreis erhielt, zählt seit Jahrzehnten zu den meistdiskutierten deutschsprachigen Autoren, auch wegen seiner umstrittenen Haltung zum Jugoslawien-Krieg. Die neue Uraufführung steht laut Ankündigung der Salzburger Festspiele neben einer zweiten Uraufführung einer heimischen Nobelpreisträgerin in diesem Festspielsommer: Auch ein neues Stück von Elfriede Jelinek, „Unter Tieren“, feiert im selben Programm Premiere. Für eine abschließende Einordnung der künstlerischen Qualität von „Schnee von gestern, Schnee von morgen“ ist die Quellenlage – vier auseinandergehende Kritiken ohne internationale Einordnung – derzeit schmal.