Hass im Netz nimmt in Österreich laut einer Befragung von Statistik Austria zu: 37 Prozent der Menschen gaben 2025 an, in den vergangenen drei Monaten darauf gestoßen zu sein, nach 31 Prozent im Jahr 2023. Am häufigsten richten sich wahrgenommene Beiträge gegen politische oder gesellschaftliche Ansichten (rund ein Drittel), gefolgt von Religion oder Weltanschauung (26 Prozent) und ethnischer Zugehörigkeit (25 Prozent). Besonders junge Menschen sind laut Berichten betroffen.
Laut ORF-Berichterstattung nahmen zudem 24 Prozent Hassrede aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität wahr, 20 Prozent aufgrund des Geschlechts und 17 Prozent aufgrund von Beeinträchtigungen; diese Details sind bislang nur einfach belegt. Österreich lag demnach mit 37 Prozent unter dem EU-27-Schnitt von 40 Prozent, EU-weit war der Wert von 34 auf 40 Prozent gestiegen.
Befragt wurden zwischen April und Juli 2025 insgesamt 4.295 Haushalte beziehungsweise 5.550 Personen, im Auftrag einer EU-Verordnung zur einheitlichen Datenerhebung. Eine Original-Auswertung von Statistik Austria wurde für diesen Artikel nicht eingesehen; offen bleibt unter anderem, wie sich die Werte nach Altersgruppen im Detail verteilen.
Was die Umfrage zeigt
In Österreich hat die Wahrnehmung von Hass im Netz laut einer aktuellen Befragung von Statistik Austria spürbar zugenommen. 37 Prozent der Befragten gaben 2025 an, in den vorangegangenen drei Monaten auf Hass im Netz gestoßen zu sein – 2023 hatte dieser Anteil noch bei 31 Prozent gelegen. Das geht aus einer am 15. September 2026 veröffentlichten Erhebung hervor, über die ORF, Der Standard und Kurier übereinstimmend berichten.
Am häufigsten richten sich wahrgenommene Hassbeiträge laut der Befragung gegen politische oder gesellschaftliche Ansichten – ORF nennt dafür 31 Prozent, Der Standard 32 Prozent. Dahinter folgen Beiträge, die sich gegen Religion oder Weltanschauung (26 Prozent) sowie gegen ethnische Zugehörigkeit (25 Prozent) richten.
Wer besonders betroffen ist
Laut den vorliegenden Berichten sind vor allem junge Menschen betroffen. Der Kurier bezifferte den Anteil unter Jugendlichen bereits in der Überschrift mit ‘jeder zweite’ – eine genaue Prozentzahl dazu liefert der eingesehene Text allerdings nicht. Zusätzlich erhob die Befragung laut ORF Wahrnehmungen entlang weiterer Merkmale: Knapp ein Viertel der Bevölkerung (24 Prozent) nahm demnach feindselige oder erniedrigende Äußerungen aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität wahr, 20 Prozent beobachteten Angriffe aufgrund des Geschlechts und 17 Prozent aufgrund körperlicher oder psychischer Beeinträchtigungen. Diese detaillierteren Aufschlüsselungen stammen ausschließlich aus der ORF-Berichterstattung und sind durch die anderen eingesehenen Quellen nicht unabhängig bestätigt.
Österreich im EU-Vergleich
Laut ORF lag die Wahrnehmung von Hass im Netz in Österreich 2025 mit 37 Prozent unter dem EU-27-Durchschnitt von 40 Prozent. Die höchsten Werte verzeichneten demnach Irland (66 Prozent) sowie Ungarn und Finnland (je 56 Prozent), die niedrigsten Griechenland (26 Prozent), Lettland (28 Prozent) sowie Litauen und Bulgarien (je 30 Prozent). Auch EU-weit sei der Anteil im Vergleich zu 2023 gestiegen, von 34 auf 40 Prozent. Diese Zahlen liegen bislang nur in einer einzigen der eingesehenen Quellen vor und sind entsprechend als Einzelquellen-Angabe zu lesen.
Wie die Daten erhoben wurden
Die Befragung führte Statistik Austria laut ORF und Der Standard aufgrund einer EU-Verordnung durch, die Mitgliedsländer zu entsprechenden Datenlieferungen verpflichtet; verwendet wurde ein europaweit einheitlicher Fragebogen. 2025 wurden insgesamt 4.295 Haushalte und 5.550 Personen befragt, die Erhebung erfolgte zwischen April und Juli 2025 mittels Webfragebögen beziehungsweise Telefoninterviews.
Was unklar bleibt
Weder die genaue Fragestellung, mit der ‘Hass im Netz’ bei den Befragten erhoben wurde, noch eine detaillierte Aufschlüsselung nach Altersgruppen liegen in den ausgewerteten Quellen vor. Auch Titel und Nummer der EU-Verordnung, auf deren Basis die Erhebung durchgeführt wurde, sind nicht genannt. Eine direkte Presseaussendung oder Publikation von Statistik Austria wurde für diesen Artikel nicht eingesehen; alle Angaben stammen aus der Berichterstattung von ORF, Der Standard und Kurier. Unklar ist zudem, wie Politik, Plattformbetreiber oder Zivilgesellschaft auf die neuen Zahlen reagieren.

